Weniger US-Truppen? Expertin rät: Europa muss mehr machen

Nach Drohung von US-Präsident Trump:Weniger US-Truppen? Expertin rät: Europa muss mehr machen

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Weniger US-Truppen in Deutschland? Das erwägt Präsident Trump. Wenig überraschend findet das Sicherheitsexpertin Major - sie pocht auf mehr europäische Verteidigungsfähigkeit.

Major: "Europäer müssen mehr machen"

"Wir sollten uns darauf fokussieren, die eigene Verteidigungsfähigkeit in Europa aufzubauen" und es sollte weniger auf die USA als Partner gesetzt werden, sagt Sicherheitsexpertin Claudia Major.

30.04.2026 | 5:43 min

Europa muss sich nach Ansicht der Sicherheitsexpertin Claudia Major darauf konzentrieren, die eigene Verteidigungsfähigkeit aufzubauen. Mit Blick auf die jüngsten Drohungen von US-Präsident Donald Trump, die eigenen Truppen in Deutschland zu reduzieren, sagte die Expertin des Marshall Funds im ZDF-Morgenmagazin: "Ich glaube, wir sollten nicht überrascht sein."

Spätestens seit dem Amtsantritt Trumps wisse man, dass sich das transatlantische Verhältnis geändert habe. "Wir wissen, dass die USA immer weniger ein verlässlicher Partner sind", so Major.

Wir sollten nicht über jedes Stöckchen springen, das uns der US-Präsident hinhält.

Claudia Major, Sicherheitsexpertin beim Marshall Fund

Stattdessen sollten sich die Europäer besser "darauf fokussieren, die eigene Verteidigungsfähigkeit in Europa aufzubauen".

Major: Abhängigkeit von USA

Major verwies auch auf die Abhängigkeit der europäischen und deutschen Verteidigungsfähigkeit von den USA - insbesondere von der politischen Führung, von der "konventionellen Masse", von bestimmten Fähigkeiten, der nuklearen Abschreckung und der industriellen Kooperation. "In all diesen Bereichen müssen die Europäer schneller, besser werden", erklärte die Expertin.

Trump: "Merz wisse nicht, wovon er spreche"

Dass Trump so "hart austeilt", sei "ein Muster", so ZDF-Korrespondent David Sauer aus Washington, es gehe immer gegen Personen und Staaten, die Trump und den USA beim Krieg gegen Iran nicht folgen wollten.

29.04.2026 | 2:52 min

US-Präsident Trump hatte am Mittwochabend auf seiner Plattform Truth Social angekündigt, dass die USA eine mögliche Truppenreduzierung in Deutschland prüfen. Die Ankündigung folgte auf Kritik von Bundeskanzler Friedrich Merz an der US-Offensive gegen Iran.

Nicht die erste Abzugsdrohnung Trumps

Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit mit einer Truppenreduzierung in Deutschland gedroht. Hintergrund waren die aus seiner Sicht zu geringen deutschen Militärausgaben. Mehrere Tausend US-Soldaten sollten verlegt werden oder in die USA zurückkehren. Sein Nachfolger Joe Biden stoppte die Pläne.

Aktuell sind nach Angaben des US-Militärs von Mitte April rund 86.000 Soldaten in Europa stationiert - davon rund 39.000 in Deutschland. Die Zahl verändert sich regelmäßig, auch wegen Rotationen und Übungen. Die US-Truppen galten in der Zeit des Kalten Krieges als Sicherheitsgarant für die Bundesrepublik und sind zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor rund um die Stützpunkte geworden.

Quelle: ZDF, dpa
Über dieses Thema berichtete das gemeinsame Morgenmagazin von ARD und ZDF am 30.04.2026 ab 05:30 Uhr.

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