Klingbeil verteidigt Merz: Wir brauchen keine Tipps von Trump

Vizekanzler stellt sich hinter Merz:Klingbeil: Wir brauchen keine Tipps von Trump

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Bundeskanzler Merz hat durch seine Äußerungen zum Iran-Krieg den Ärger von US-Präsident Trump auf sich gezogen. Vizekanzler Klingbeil verteidigt Merz nun und kontert Trumps Kritik.

29.04.2026, USA, Washington: US-Präsident Donald Trump spricht zu Reportern, während er sich mit Nasa-Astronauten im Oval Office des Weißen Hauses trifft.

US-Präsident Trump hat erneut mit dem Abzug in Deutschland stationierter Soldaten gedroht. Hintergrund ist die Kritik von Bundeskanzler Merz am Vorgehen der USA im Iran-Krieg.

30.04.2026 | 0:26 min

SPD-Chef und Vizekanzler Lars Klingbeil hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gegen Kritik aus den USA verteidigt. "Wir brauchen nun wirklich keine Tipps von Donald Trump. Der soll sehen, welche Scherbenhaufen er angerichtet hat. Der soll dafür sorgen, dass ernsthafte Friedensgespräche jetzt im Iran geführt werden", sagte Klingbeil bei einer Veranstaltung zum Tag der Arbeit in Bergkamen im Ruhrgebiet.

"Und ich sage das gerade vor dem Hintergrund der letzten Tage, wo er sich dann über die deutsche Bundesregierung, über den Bundeskanzler äußert", betonte Klingbeil.

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Präsident Trump hat Kanzler Merz nach dessen Äußerungen zum Vorgehen der USA in Iran kritisiert. "Es sind sehr scharfe Worte, die der Präsident da gewählt hat", so ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen.

29.04.2026 | 2:13 min

Trump attackiert Merz: "Er hat keine Ahnung, wovon er spricht!"

Merz hatte Donald Trump am Montag bei einer Diskussion mit Schülern im Sauerland vorgeworfen, die USA seien "ganz offensichtlich ohne jede Strategie in diesen Krieg gegangen". Mit Blick auf die Friedensverhandlungen mit Iran hatte Merz über die USA gesagt:

Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung.

Friedrich Merz, Bundeskanzler

Der US-Präsident schrieb daraufhin auf seiner Plattform Truth Social an die Adresse von Merz: "Er hat keine Ahnung, wovon er spricht!" Es sei kein Wunder, "dass es Deutschland so schlecht geht, sowohl wirtschaftlich als auch in anderer Hinsicht!". Er warf dem Kanzler vor, damit einverstanden zu sein, dass der Iran über Atomwaffen verfüge.

Moderatorin im Schaltgespräch mit ZDF-Korrespondentin Diana Zimmermann

Kanzler Merz hat beim Besuch einer Schule in Marsberg Kritik am US-Vorgehen im Iran-Krieg geäußert. Den USA fehle es an einer Strategie, so Merz. ZDF-Korrespondentin Diana Zimmermann ordnet die Äußerungen ein.

27.04.2026 | 1:00 min

Trump: USA erwägen Truppenreduzierung in Deutschland

Trump drohte auch mit einer möglichen Reduzierung der US-Truppen in Deutschland. Eine Entscheidung solle in Kürze getroffen werden, teilte er auf Truth Social mit. Am Donnerstag legte der US-Präsident mit seiner Kritik nach:

Der deutsche Bundeskanzler sollte mehr Zeit darauf verwenden, den Krieg zwischen Russland und der Ukraine zu beenden.

Donald Trump, US-Präsident

Er warf Merz vor, im Ukraine-Krieg bislang "völlig wirkungslos" gewesen zu sein. Zudem müsse er Deutschland wieder in den Griff bekommen, anstatt sich in andere Angelegenheiten einzumischen.

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Klingbeil: Müssen uns nicht von Trump erpressen lassen

Auch Klingbeil äußerte Kritik an Trumps Strategie in Iran. "Ich glaube, der hat wirklich gedacht, das ist eine Sache von zwei, drei Tagen und dann ist alles in Ordnung", sagte der Bundesfinanzminister.

Er trägt jetzt die Verantwortung dafür, dass dieser Krieg im Iran schnell aufhört.

Lars Klingbeil, Vizekanzler

"Vor allem soll er dafür sorgen, dass die Belastungen, die durch seinen Krieg entstanden sind, nicht bei uns, bei den Arbeitnehmern, bei den Verbrauchern und in der Wirtschaft ankommen", betonte Klingbeil. Entscheidend sei aber auch, dass Europa wirtschaftlich so stark sei, "dass wir uns von niemandem erpressen lassen müssen", sagte der SPD-Chef. "Ich möchte nicht, dass wir davon abhängig sind, welche Laune Donald Trump heute oder morgen hat."

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete das ZDF in verschiedenen Sendungen, etwa im heute journal update am 29.04.2026 ab 00:25 Uhr, im ZDF-Morgenmagazin am 29.04.2026 ab 05:30 Uhr und in den heute-Nachrichten am 27.04.2026 ab 19 Uhr.

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