USA und Deutschland:Angespanntes Verhältnis: Merz gegen Trump
von Christian Hauser
Merz kritisiert den Kurs des US-Präsidenten, Trump droht mit einem Truppenabzug: Welche Folgen die Spannungen für Europa und Deutschland haben. Das Thema im ZDF-Podcast.
Merz kritisiert den Kurs der USA, Trump droht mit einem Truppenabzug: Warum die Spannungen zwischen Washington und Berlin wachsen und was das für Deutschland und Europa bedeutet.
07.05.2026 | 55:24 minDer Ton zwischen Washington und Berlin hat sich in den vergangenen Tagen deutlich verschärft. Vom zu Beginn von Friedrich Merz' Amtszeit gepflegten Bild eines guten Verhältnisses zu US-Präsident Donald Trump scheint wenig übrig.
Auf seiner Plattform "Truth Social" griff Trump den Bundeskanzler zuletzt scharf an. Merz wiederum hatte zuvor den Kurs der Amerikaner im Iran-Krieg deutlich kritisiert. Nun will der US-Präsident mehr als 5.000 amerikanische Soldaten aus Deutschland abziehen. Auch auf die Stationierung von US-Mittelstreckenraketen soll verzichtet werden.
In der aktuellen Folge des auslandsjournal-Podcasts "Der Trump Effekt" analysieren die drei Hosts, was hinter Trumps neuerlichen Plänen steckt. Außerdem diskutieren sie, welche sicherheitspolitischen Konsequenzen für Deutschland und Europa drohen.
Trump will mehr als 5.000 US-Soldaten aus Deutschland abziehen, auch andere Stützpunkte in Europa sind betroffen. Militärexperte Ralph Thiele erläutert, was das für Europa bedeutet.
04.05.2026 | 4:53 minBeziehungen zwischen Deutschland und USA geschwächt
Zu Beginn sei Merz stolz gewesen und habe sich gefreut, dass er einen Weg zum US-Präsidenten gefunden habe, analysiert Ulf Röller, ZDF-Studioleiter in Brüssel. "Nun hat dieses Verhältnis eine große Krise."
Nach Einschätzung von Elmar Theveßen, ZDF-Studioleiter in Washington, reagiert Trump verärgert auf Merz. Zuvor hatte der Bundeskanzler die US-Strategie im Iran-Krieg kritisiert und von einer "Demütigung" Amerikas gesprochen.
Der Stachel bei Donald Trump sitzt tief, eben weil Friedrich Merz die Wahrheit ausgesprochen hat.
Elmar Theveßen, ZDF-Studioleiter in Washington
Nach der Kritik am Iran-Krieg von Bundeskanzler Merz kündigt die US-Regierung an, 5.000 Soldaten aus Deutschland abzuziehen.
02.05.2026 | 1:40 minDie aktuellen Spannungen werden auch in Kiew mit Sorge verfolgt. "All das, was wir hier erleben, dieser Eklat zwischen Merz und Trump, das sehen die Ukrainer mit ganz großer Sorge", berichtet die internationale Sonderkorrespondentin des ZDF, Katrin Eigendorf.
Verzicht auf Stationierung von Mittelstreckenraketen
Schwerwiegender als der Abzug von 5.000 US-Soldaten wiegt nach Einschätzung von Katrin Eigendorf Trumps Verzicht auf die Lieferung von Mittelstreckenraketen nach Deutschland, von "Tomahawk"-Marschflugkörpern. Diese Waffen seien "ein ganz wichtiger Aspekt der europäischen Sicherheit gegenüber Russland".
Ohne die zugesagten Mittelstreckenraketen bliebe eine Sicherheitslücke gegenüber Russland, analysiert Ulf Röller.
Diese Sicherheitslücke schließt Trump nicht - er reißt sie sogar noch größer auf.
Ulf Röller, ZDF-Studioleiter in Brüssel
Elmar Theveßen sieht das transatlantische Bündnis insgesamt in Gefahr: "Die Nichtlieferung dieser Waffen stellt die Grundvereinbarung der Nato infrage", sagt er im Podcast.
Der US-Truppenabzug beunruhigt den Verteidigungsminister weniger - vielmehr aber das drohende Aus für die Tomahawks: Europa müsse diese Fähigkeitslücke nun selbst schließen.
04.05.2026 | 7:02 minEU sucht neue Antworten
Auch über eine mögliche Abschaffung des Einstimmigkeitsprinzips in der europäischen Außenpolitik diskutieren die drei Korrespondenten, nachdem der deutsche Außenminister Johann Wadephul einen entsprechenden Vorschlag gemacht hatte.
Es scheint aktuell einen historischen Moment zu geben, in dem die Chance gegeben ist, das umzusetzen.
Katrin Eigendorf, Internationale Sonderkorrespondentin des ZDF
Wadephul fordert in einer Rede tiefgreifende EU-Reformen. Der Außenminister pocht etwa darauf, das Einstimmigkeitsprinzip in außenpolitischen Fragen durch qualifizierte Mehrheiten zu ersetzen.
06.05.2026 | 1:24 minViele führende europäische Nationen, allen voran Deutschland, sind laut Ulf Röller der Ansicht, dass das Einstimmigkeitsprinzip schnelle Entscheidungen innerhalb der EU erschwert. "Das macht Europa unglaublich langsam und schwächt es."
Eine Folge über das Ende diplomatischer Gewissheiten und Europas Suche nach einer neuen strategischen Antwort. Den ganzen Podcast gibt es auf ZDFheute und überall, wo es Podcasts gibt.
Christian Hauser ist Redakteur der ZDF-Sendung Auslandsjournal.
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