US-Präsident legt nach:Trump: Werden Truppen "um weit mehr als 5.000" reduzieren
Am Freitag hatte das Pentagon angekündigt, 5.000 US-Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Nun will Präsident Trump die Truppenpräsenz noch weiter herunterfahren.
Auf den angekündigten Abzug gebe es in den USA auch Kritik, so ZDF-Reporter Benjamin Daniel aus Washington. Die große Frage sei, welche Soldatinnen und Soldaten abgezogen werden.
02.05.2026 | 2:10 minUS-Präsident Donald Trump hat den Abzug von Soldaten aus Deutschland bekräftigt:
Wir werden (die Truppenstärke) stark reduzieren, und zwar um weit mehr als 5.000.
Donald Trump, US-Präsident
Das erklärte Trump auf einem Flughafen im US-Bundesstaat Florida auf eine entsprechende Reporterfrage. Noch am Freitag hatte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth den Abzug von 5.000 US-Soldaten aus Deutschland angeordnet. Der Vorgang solle in den nächsten sechs bis zwölf Monaten abgeschlossen sein.
Derzeit sind rund 39.000 Soldaten in Deutschland stationiert. Das US-Verteidigungsministerium machte deutlich, die Abzugs-Entscheidung folge einer Überprüfung der US-Truppenpräsenz in Europa. Sie trage den Anforderungen der Einsatzgebiete sowie den Bedingungen vor Ort Rechnung.
Rund 39.000 US-Soldaten sind in Deutschland stationiert. 5.000 davon will US-Präsident Trump jetzt abziehen. ZDF-Korrespondentin Andrea Maurer ordnet die Entscheidung ein.
02.05.2026 | 1:15 minTrump hatte erst kürzlich angekündigt, einen solchen Schritt zu prüfen. Zuvor richtete er Kritik an Kanzler Friedrich Merz (CDU), nachdem dieser sich skeptisch zum US-Krieg gegen Iran geäußert hatte.
Dem Truppenabzug vorausgegangen war eine öffentliche Kritik von Bundeskanzler Friedrich Merz an der US-Iranpolitik. Merz sagte am Montag in einer Schule in Maasberg: "Die Amerikaner haben offensichtlich keine Strategie (...) Ich erkenne im Augenblick nicht, welchen strategischen Exit die Amerikaner jetzt wählen. (...) Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung."
Trump reagierte umgehend auf Truth Social. Er warf Merz vor, damit einverstanden zu sein, dass der Iran Atomwaffen besitze, erklärte, der Bundeskanzler habe "keine Ahnung, wovon er spreche", und schrieb: "Kein Wunder, dass es Deutschland so schlecht geht, sowohl wirtschaftlich als auch in anderer Hinsicht."
Ob die Merz-Kritik den Truppenabzug direkt ausgelöst hat, lasse sich "mit Genauigkeit" nicht sagen, so Mölling. Es klinge plausibel - aber entscheidend sei, dass Trump hier seinem eigenen Verteidigungsminister vorgegriffen habe. Hegseth sei "sehr hektisch" vor die Presse getreten und habe sich offensichtlich gezwungen gesehen, "sehr konkrete Zahlen vorzulegen". Das lasse sich so lesen, "dass Trump hier wirklich offensichtlich angefressen ist über die Kritik, die aus Deutschland an ihn gekommen ist".
US-Truppen vor allem im Süden Deutschlands stationiert
In Europa gibt es seit Jahrzehnten Dutzende große US-Militärstützpunkte. Bei Einsätzen der Amerikaner etwa im Nahen Osten sind sie von großer Bedeutung. In Deutschland gehören dazu das US-Oberkommando für Europa in Stuttgart und als Drehkreuz der US-Luftwaffe der Flugplatz Ramstein in Rheinland-Pfalz.
Aktuell sind nach Angaben des US-Militärs von Mitte April 86.000 Soldaten in Europa stationiert - davon 39.000 in Deutschland. Die Zahl verändert sich regelmäßig, auch wegen Rotationen und Übungen. Die Zahl von 5.000 Soldaten galt daher nicht als besonders gravierend.
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Trump droht auch Spanien und Italien
Nato-Sprecherin Allison Hart hatte am Samstag im Onlinedienst X erklärt, das Militärbündnis arbeite mit den USA zusammen, "um die Details ihrer Entscheidung zum Truppenkontingent in Deutschland besser zu verstehen". Die "Anpassung" durch die US-Regierung unterstreiche, dass "Europa weiterhin mehr in die Verteidigung investieren und einen größeren Teil der Verantwortung für unsere gemeinsame Sicherheit übernehmen muss".
Ähnlich äußerte sich Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). Ebenso wie die Nato sah er darin ein weiteres Zeichen dafür, dass Europa mehr in seine Verteidigung investieren muss.
Spaniens Ministerpräsident Sánchez hat Kritik am Vorgehen der USA im Iran-Krieg geäußert und damit den Zorn des US-Präsidenten auf sich gezogen, der damit droht, Spanien aus der NATO zu werfen.
30.04.2026 | 2:05 minAußer Deutschland hatte Trump auch Spanien und Italien mit einem Abzug von US-Truppen gedroht. "Italien war uns überhaupt keine Hilfe, und Spanien war schrecklich, absolut schrecklich", sagte der US-Präsident zuletzt mit Blick auf die von ihm erhoffte Unterstützung von Verbündeten im Iran-Krieg.
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