Der Luxus hat ein Problem:Louis Vuitton, Gucci und Co. verlieren an Glanz
von Klaus Weber
Der Iran-Krieg trifft wirtschaftlich nun selbst die Branche, die ihr Geld vor allem mit Reichen verdient. Warum die Krise im Luxussegment aber auch strukturelle Ursachen hat.
Lange Zeit schien die Luxusbranche unantastbar. Die reiche Kundschaft bescherte hohe Umsätze. Warum sich das durch den Iran-Krieg und Umdenken in der Gesellschaft ändert
17.05.2026 | 1:05 minLuxuriöse Kleider, kostspielige Handtaschen oder edle Duftwässerchen und Parfums erleben gerade das, was man auch bei Normalverbrauchern "Konsumzurückhaltung" nennt. Der Iran-Krieg ist zur absoluten Wachstumsbremse für die Luxuskonzerne geworden und eine große Rolle dabei spielt die Nahost-Region selbst. Sie brachte den Nobelherstellern hohe Wachstumsraten. Jeder, der was auf sich hielt, besuchte die Boom-Region am Persischen Golf und ließ viel Geld in der Glitzer-Welt.
Iran-Krieg belastet auch Luxusmarken
Doch dieser Boom wurde durch den Konflikt nahezu ausgebremst. Nach den Raketen- und Drohnenangriffen sind Luxushotspots wie Dubai und Abu Dhabi besonders betroffen. So gingen in den großen Shopping-Malls der Emirate die Umsätze um bis zu 50 Prozent zurück.
Geopolitische Unsicherheiten bremsen derzeit den weltweiten Luxustourismus.
Maximilian Wienke, Marktanalyst bei eToro
Durch den Iran-Krieg und die gesperrte Straße von Hormus steigen die Kerosin- und Flugpreise. Viele Deutsche sorgen sich zunehmend um ihren Urlaub, denn Airlines streichen bereits Verbindungen.
13.05.2026 | 25:44 minGeschäft in Duty-Free-Shops eingebrochen
Flughäfen wurden zeitweise geschlossen, Reisen storniert. Das kaufkräftige Publikum blieb und bleibt weg. Auch an vielen anderen internationalen Drehkreuzen war der Flugverkehr gestört. Mit massiven Auswirkungen auf eine der Cashcows der Branche.
"Duty-Free-Shops und der gesamte Bereich des sogenannten Travel Retail haben sich zum Brandbeschleuniger der aktuellen Luxuskrise entwickelt", erklärt Maximilian Wienke. "Während dieser Vertriebskanal in Boomzeiten dank hoher Margen bei Kosmetik, Parfüm, Spirituosen und Lederwaren als extrem profitabel galt, bricht das Geschäft an Flughäfen derzeit ein."
Sie arbeiten im Auftrag der Reichen und Schönen. Deutschlands Luxusverkäufer. Sie sorgen dafür, dass auch die exklusivsten Wünsche ihrer reichen Kunden erfüllt werden.
25.04.2026 | 29:45 minKursverluste an der Börse
Im Geschäft an Flughäfen sind die Gewinnspannen besonders hoch. Eine weitere Belastung also für eine Branche, die sich noch nicht so recht von der Krise während der Corona-Zeit erholt hatte.
Kein Wunder also, dass die Aktienkurse von LVMH (Moët Hennessy Louis Vuitton), Gucci-Mutterkonzern Kering oder Hermès deutliche Verluste hinnehmen mussten.
Die italienische Pradagruppe kauft den Rivalen Versace für 1,25 Milliarden Euro auf. Laut Wirtschaftsexperten war die Übernahme zu erwarten. Versace war Teil der US-Luxusgruppe Capri Holdings.
02.12.2025 | 0:23 minWirtschaftliche Lage in China und Zölle ein Problem
Die Champagnerlaune sucht man in der Branche allerdings schon seit geraumer Zeit. Chinesische Kunden, lange Zeit Garant für stabilen Luxuskonsum, haben bereits viel nachgeholt und inzwischen ihren Bedarf an westeuropäischem Luxus zumindest in großen Teilen gedeckt. Zudem hat Chinas Wirtschaft mittlerweile einige Probleme, so dass sich auch die wohlhabenden Chinesen vermehrt lokalen und erschwinglicheren Luxusartikeln zuwenden.
Zu allem Überfluss beschert die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump auch der Luxusbranche viel Unsicherheit. In der exklusiven Welt der Nobelhersteller wachsen also die Probleme.
Ist die deutsche Industrie von einem sogenannten "China-Schock" bedroht? Wie kann sie gegen günstige Exporte geschützt werden? "WISO - Wirtschaft erklärt" mit ZDF-Wirtschaftsexpertin Valerie Haller.
24.02.2026 | 8:46 minNur der absolute Luxus ist krisenunabhängig
Früher hieß es: Luxus geht immer. Aber das hat sich geändert. "Wirklich robust bleibt vor allem der absolute Luxus, also Häuser wie Hermès oder Ferrari", glaubt Nedko Geshev, Analyst beim Brokerhaus ActivTrades. Diese Unternehmen profitierten unter anderem von einer extrem vermögenden Kundschaft, die deutlich weniger konjunkturabhängig sei.
Der breite Luxusmarkt sei dagegen anfälliger geworden. Das liegt laut Geshev an der Schwäche der "Aspirational Buyers", also der gehobenen Mittelschicht. "Diese Gruppe wurde durch die starken Preiserhöhungen der vergangenen Jahre zumindest teilweise aus dem Markt gedrängt", erklärt der Analyst.
Das Victoria and Albert Museum in London zeigte über 350 Meisterwerke aus Schmuck, Uhren und Accessoires des legendären französischen Schmuckhauses Cartier in einer Ausstellung.
10.04.2025 | 2:10 minDies deckt sich mit Zahlen einer Studie der Unternehmensberatung Bain. Demnach sank die Zahl der Luxuskäufer von 400 Millionen im Jahr 2022 auf rund 340 Millionen im Jahr 2025. Ein Teil des Luxus' scheint also auch für die bessere Gesellschaft zum Luxusgut zu werden.
Klaus Weber ist Redakteur im ZDF-Team Wirtschaft und Finanzen.
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