Wie der Iran-Krieg den Flugverkehr und Reisende trifft

Folgen für Airlines und Reisende:Flugverkehr: Iran-Krieg verschiebt Kräfteverhältnis

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Geschlossene Lufträume, Angriffe auf Ziele am Golf: Der Iran-Krieg hat massive Folgen für den Flugverkehr. Die am Markt starken Golf-Airlines sind geschwächt, Ticketpreise steigen.

Ein Airbus A380 der Emirates landet auf dem Flughafen Frankfurt am Main, aufgenommen am 03.03.2026

Die Airlines am Golf bedienen einen großen Teil des Flugverkehrs zwischen Europa und Asien. Der Iran-Krieg verschiebt das Kräfteverhältnis derzeit zugunsten europäischer Airlines.

Quelle: epa

Grundsätzlich sind Kriege immer schlecht für den internationalen Luftverkehr. Lufträume werden gesperrt, Sicherheitsrisiken in betroffenen Regionen steigen. So meiden die Lufthansa-Airlines wegen des Iran-Kriegs viele Ziele in Nahost noch bis zum Herbst, wie der Konzern am Montag mitteilte.

Dennoch konnte Konzernchef Carsten Spohr der Lage zuletzt eine positive Seite abgewinnen. Mindestens für einige Monate, wenn nicht sogar für Jahre, dürfte die ärgste Konkurrenz der europäischen Airlines auf Routen nach Fernost geschwächt sein, weil Iran mit seinen Raketen auch die arabischen Staaten am Persischen Golf ins Visier genommen hat.

Wegen den Angriffen auf Iran ist der Flugverkehr im Nahen Osten fast vollständig ausgefallen.

Die Golfregion ist für den Luftverkehr ein wichtiges Drehkreuz. Als der Iran-Krieg startete, saßen von einem Tag auf den anderen viele Touristen in der Region fest.

02.03.2026 | 2:02 min

Iran-Krieg trifft Drehkreuze am Golf

Von einem Tag auf den anderen standen die Drehkreuze von Fluglinien wie Emirates, Qatar, Etihad und Gulf Air still, über die zuvor jeden Tag Tausende Touristen aus Europa zu Zielen in Asien, Australien und Afrika umgestiegen sind.

Die Gesellschaften am Golf haben rund die Hälfte des Gesamtverkehrs zwischen Europa und Asien abgezogen.

Heinrich Großbongardt, Luftfahrtexperte

Dies treffe auch auf zehn Prozent des Verkehrs aus den USA nach Asien zu, beschreibt der Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt die Lage vor dem Krieg.

Die Airlines des Lufthansa-Konzerns meiden wegen des Iran-Kriegs viele Ziele in Nahost noch für längere Zeit.

Einzelne Flughäfen wie Abu Dhabi, Amman, Beirut, Dammam, Riad, Erbil, Maskat und Teheran sollen laut Lufthansa bis zum 24. Oktober nicht mehr angeflogen werden. Eine kürzere Frist wählt nur die Direktflugtochter Eurowings, die Beirut und Erbil zunächst nur bis zum 30. April ausgesetzt hat. 

Die genannten Fristen gelten für die Airlines Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines, ITA Airways, Edelweiss und Lufthansa Cargo. Die Flughäfen in Dubai und Tel Aviv sollen sie bis zum 31. Mai nicht anfliegen. (Quelle: dpa)


Flüge nach Fernost deutlich teurer

Spohr und seine Kollegen in London und Paris können sich über eine Sonderkonjunktur freuen, denn die Reisenden suchen sich neue Wege. Die Maschinen auf den Direktverbindungen nach Fernost sind voll besetzt, die Tickets entsprechend teuer.

Die Europäer haben massiv die Preise erhöht, weil die Nachfrage nach Direktflügen so sprunghaft angestiegen ist, sagt Luftfahrtberater Gerald Wissel. So kostete ein Trip über Ostern von München nach Bangkok und zurück in der vergangenen Woche mindestens 3.300 Euro.

US-Präsident Donald Trump und Chameneis Sohn Modschtaba werden vor einer Iran-Karte abgebildet.

"Produktive Gespräche" statt Angriffe auf iranische Energieanlagen: Warum US-Präsident Trump sein Ultimatum an Iran verlängert hat, analysiert ZDFheute live.

23.03.2026 | 34:14 min

Zwei schmale Korridore auf dem Weg nach Asien

Gesellschaften wie Lufthansa, British Airways oder Singapore Airlines haben zusätzliche Flüge aufgesetzt. Doch die Kapazitäten sind begrenzt.

Wegen der gesperrten Lufträume über Iran, dem Irak und der Ukraine haben sich zwei schmale Korridore auf dem Weg zwischen Asien und Europa gebildet, die auf vielen Strecken deutliche Umwege und damit zusätzliche Kosten bedeuten.

Außenminister Wadephul in Katar

In einer Bundeswehrmaschine nimmt Außenminister Johann Wadephul gestrandete Deutsche aus Doha mit nach Riad. Von dort sollte es weiter nach Deutschland gehen.

11.03.2026 | 0:57 min

Flughafen Dubai fährt Kapazitäten wieder hoch

"Wir wissen letztendlich nicht, wie lange dieser Effekt am Golf anhält. Ob das eine Zäsur ist oder nur eine vorübergehende Erscheinung", hatte Lufthansa-Chef Spohr bei der Bilanzvorlage gesagt.

Nach Daten des Dienstleisters Cirium hat der Flughafen Dubai seine Kapazitäten inzwischen deutlich wieder hochgefahren, sodass Emirates rund die Hälfte des geplanten Programms tatsächlich fliegen konnte. Weitgehender Stillstand herrscht hingegen weiterhin bei Qatar Airways in Doha und Gulf Air in Bahrain.

Moderatorin im Schaltgespräch mit Korrespondent Sven Rieken

Durch den Iran-Krieg war die Lage am Flughafen Dubai Anfang März "extrem chaotisch", wie Korrespondent Sven Rieken berichtete.

01.03.2026 | 1:32 min

Kurze Krise oder längerfristige Probleme?

Die arabischen Airlines haben weltweit auch als Markenbotschafter für ihre Heimatregionen gewirkt, die sich so als Touristenziele etabliert haben.

Die Region erlebt gerade einen riesigen Imageschaden.

Heinrich Großbongardt, Luftfahrtexperte

Auch nach einem Kriegsende bleibe es eine Region mit sehr großen Spannungen und Risiken.

"Touristen sind vergesslich", meint hingegen Wissel und weist auf Erfahrungen nach Anschlägen in der Türkei oder in Ägypten, als die Reisenden schnell wieder zurückkehrten. Er ist überzeugt:

Die Golfstaaten werden auch finanziell alles daran setzen, ihre Region wieder sicher zu machen.

Gerald Wissel, Luftfahrtberater

Mit dem einsetzenden Sommer sei zumindest die touristische Saison ohnehin vorbei. Ob es zu längerfristigen Problemen kommen wird, könne man erst im Herbst erkennen.

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete etwa die heute-Sendung am 02.03.2026 ab 19:00 Uhr.

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