Statistisches Bundesamt:Spritpreis-Anstieg ähnlich stark wie bei früheren Krisen
Der Iran-Krieg treibt die Spritpreise - aber nicht wesentlich stärker als vergangene Krisen, rechnet das Statistische Bundesamt vor. Das Ausgangsniveau indes ist unterschiedlich.
Der Iran-Krieg treibt die Preise an den Zapfsäulen.
Quelle: dpaDer Anstieg der Energiepreise wegen des Iran-Kriegs ist ähnlich stark wie in früheren Öl- und Weltwirtschaftskrisen - aber weniger heftig als im Ukraine-Krieg 2022. Das zeigen Daten des Statistischen Bundesamtes. Die Behörde hat die Preisentwicklung unter anderem für Sprit und Heizöl in den vergangenen 50 Jahren unter die Lupe genommen.
So zahlten Verbraucher im März an Tankstellen in Deutschland im Schnitt 17,3 Prozent mehr für Superbenzin und 29,7 Prozent mehr für Diesel als ein Jahr zuvor. Insgesamt waren Kraftstoffe ein Fünftel teurer. Die Verbraucherpreise für leichtes Heizöl stiegen um 44,4 Prozent im Vergleich zum März 2025.
Bundesverkehrsminister Schnieder hält den Tankrabatt für sinnvoll. Eine Verlängerung sei denkbar. Seit dem 1. Mai gilt für Benzin und Diesel eine Steuersenkung von knapp 17 Cent pro Liter.
05.05.2026 | 0:19 minUnmittelbar zu Beginn des Ukraine-Kriegs waren die Preisanstiege bei Sprit und Energie noch deutlich stärker: Im März 2022 zahlten Verbraucher an deutschen Tankstellen im Mittel fast 42 Prozent mehr für Superbenzin und knapp 63 Prozent mehr für Diesel als ein Jahr zuvor. Kraftstoffe insgesamt waren 46,8 Prozent teurer. Für leichtes Heizöl mussten Verbraucher sogar 144,4 Prozent mehr bezahlen als im März 2021.
ZDFheute Infografik
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Starke Preissprünge gab es schon öfter
Damals war allerdings auch das Ausgangsniveau der Preise im Vorjahr niedriger, merkt das Bundesamt an. Rechnerisch wirke sich der Nahost-Krieg wegen des höheren Ausgangsniveaus entsprechend weniger deutlich auf die Preise aus als der Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022.
Starke Preissprünge bei Energie gab es in den globalen Krisen der vergangenen Jahrzehnte immer wieder: In der ersten Ölkrise der Jahre 1973/1974 verteuerten sich Kraftstoffe binnen eines Jahres um fast ein Drittel (32 Prozent), so das Statistische Bundesamt. In der zweiten Ölkrise 1979/1980 lag der Preisanstieg für Kraftstoffe bei 28 Prozent über ein Jahr. In der globalen Finanzkrise 2008/2009 schwankten die Energiepreise an den Weltmärkten stark. In der Corona-Pandemie brachen die Energiepreise zunächst ein und erholten sich ab Mitte 2020 wieder.
Nach 12 Uhr schnellen die Preise an den Tankstellen hoch. Warum spüren Verbraucher so wenig von den Maßnahmen zur Senkung der Kraftstoffpreise?
04.05.2026 | 1:30 minIfo: Fünf Minuten Arbeit für einen Liter Benzin
Trotz der Rekordpreise an den Zapfsäulen belasten die Spritkosten die Arbeitnehmer nach Ansicht des Ifo-Instituts nicht wesentlich mehr als in vergangenen Jahren - zumindest statistisch. Grund dafür seien die stetig gestiegenen Löhne: Demnach musste ein durchschnittlicher Arbeitnehmer im April etwa fünf Minuten für einen Liter Benzin arbeiten. In den vergangenen 35 Jahren seien es zwischen drei und sechs Minuten gewesen, rechnen die Forscher vor.
Der Arbeitsaufwand für einen Liter Benzin liege aktuell noch immer in diesem Bereich. Für einen Liter Diesel liege die benötigte Arbeitszeit zwar eher am oberen Ende, aber keineswegs in neuen Dimensionen. "Selbst bei Spritpreisen von 240 Cent pro Liter Super oder 250 Cent pro Liter Diesel liegt die benötigte Arbeitszeit meist unter den Werten der Jahre 2006 bis 2013", erläuterte Ifo-Experte Joachim Ragnitz.
Die Preise an deutschen Tankstellen bleiben hoch – und die Ölkonzerne verdienen kräftig mit. Denn in Deutschland haben wenige Großkonzerne eine große Marktmacht, etwa im Bereich der Raffinerien.
14.04.2026 | 8:38 minDie Autoren betonen aber, dass die Belastung für einzelne Haushalte durchaus unterschiedlich stark ausfallen kann. Marcel Thum, Leiter der Ifo-Niederlassung Dresden, erklärte:
Natürlich stellen die hohen Spritpreise vor allem für Haushalte mit niedrigem Einkommen, die auf das Auto angewiesen sind, eine stärkere Belastung dar.
Marcel Thum, Leiter der Ifo-Niederlassung Dresden
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