US-Präsident zu Besuch in China:Taiwan-Konflikt: Xi warnt Trump vor Konfrontation
Zum Auftakt des Besuchs von Trump in China warnte Staatschef Xi den US-Präsidenten vor einem Konflikt wegen Taiwan. Es könnte die Beziehung in eine "gefährliche Lage bringen".
Donald Trump war am Mittwoch in China gelandet. Er trifft sich mit Xi Jinping.
Quelle: AFPChinas Staatschef Xi Jinping hat im Gespräch mit US-Präsident Donald Trump vor einem Konflikt um Taiwan gewarnt. Sollte die Taiwan-Frage schlecht gehandhabt werden, käme es zu Spannungen oder sogar Konflikten zwischen beiden Ländern, sagte Chinas Staatschef nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua in Peking. Dies könnte die Beziehungen zwischen China und den USA in eine "äußerst gefährliche Lage bringen", warnte er.
Peking erhebt Anspruch auf das unabhängig und demokratisch regierte Taiwan. Die Kommunistische Partei treibt die Sorge um, dass sich die Insel offiziell für unabhängig erklären könnte, was die dortige Regierung bislang jedoch nicht anstrebt. Staatliche Unabhängigkeit und Frieden in der Taiwanstraße seien unvereinbar, sagte Xi mit Blick auf die Meerenge zwischen China und Taiwan.
Der US-Präsident müsse große Wirtschaftsdeals mit nach Hause bringen, so ZDF-Korrespondent Theveßen in Peking zu den anstehenden Gesprächen zwischen Trump und Chinas Staatschef Xi.
14.05.2026 | 3:03 minXi betonte außerdem, dass der Umgang mit Taiwan die wichtigste Frage in den US-China-Beziehungen sei. Bei guter Handhabung könne dieses Thema auch die Stabilität zwischen beiden Ländern wahren, sagte er. Die USA spielen in Bezug auf Taiwan eine wichtige Rolle - unter anderem, weil sie trotz großer Kritik Pekings Taiwan mit Waffen beliefern. Ob und was Trump auf Xis Äußerungen entgegnete, war zunächst nicht bekannt.
Xi: USA und China sollten "keine Rivalen" sein
Zuvor hatte Chinas Staatschef gesagt, die USA und China sollten "Partner und keine Rivalen" sein. "Stabile" Beziehungen zwischen den beiden Ländern seien eine Wohltat für die Welt. "Zusammenarbeit nützt beiden Seiten, Konfrontation hingegen schadet beiden", ergänzte Xi. Er sei "glücklich", Trump zu empfangen, während die Welt sich "an einem neuen Scheideweg" befinde.
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12.05.2026 | 60:24 minXi empfing Trump im Zuge von dessen Besuch in der Volksrepublik. Der US-Präsident sagte bei dem Treffen in der Großen Halle des Volkes, der Besuch sei für ihn eine "Ehre". Er fügte hinzu: "Es ist eine Ehre, Ihr Freund zu sein." Die Beziehungen zwischen Peking und Washington würden "besser sein als je zuvor". Die Volksrepublik und die Vereinigten Staaten würden eine "fantastische Zukunft gemeinsam" haben.
Zuvor hatten sich die beiden Politiker vor der Großen Halle des Volkes die Hände geschüttelt. Bei Trumps Ankunft vor dem Gebäude waren unter anderem US-Außenminister Marco Rubio, US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sowie mehrere Unternehmenschefs wie Tesla-Chef Elon Musk anwesend.
Auch Handel und Iran im Zentrum der Gespräche
Trump und Xi hatten sich zuletzt Ende Oktober im Vorfeld eines Gipfeltreffens in Südkorea getroffen und dort eine Pause im laufenden Zollstreit vereinbart. Handelsfragen dürften auch bei ihren heutigen Gesprächen wieder Thema sein.
Bei seinem Besuch in Peking wolle Trump vor allem Wirtschaftsdeals schließen, so ZDF-Korrespondent Theveßen. China erwarte im Gegenzug eine klare Haltung im Taiwan-Konflikt zugunsten Pekings.
13.05.2026 | 7:23 minDen USA dürfte außerdem Chinas Unterstützung für Iran und der mögliche Einfluss Pekings auf Teheran ein wichtiges Anliegen sein.
An Bord des Regierungsfliegers Air Force One auf dem Weg nach China sagte Rubio dazu, die USA hätten China bereits klargemacht, dass jede Unterstützung für Iran der Beziehung zu den Vereinigten Staaten "offensichtlich" schaden würde.
Rubio: China "wichtigste Beziehung, die wir pflegen müssen"
Der US-Außenminister sieht China geopolitisch als größte Herausforderung für sein Land. Gleichzeitig sei es, "die wichtigste Beziehung, die wir pflegen müssen", sagte er.
Chinas Staatschef Xi empfängt am Donnerstag US-Präsident Trump. Dabei wird es auch um Taiwan gehen. Wie steht es künftig um die US-Unterstützung? ZDFheute live analysiert.
13.05.2026 | 31:45 minChina sei ein "großes, mächtiges Land", sagte Rubio. Er sprach von kollidierenden Interessen beider Länder, ohne dabei Details zu nennen. Er sagte, "um Kriege zu vermeiden und Frieden und Stabilität in der Welt zu wahren", müssten diese Interessen in Einklang gebracht werden.
Für den Abend ist ein Staatsbankett geplant. Für Freitag sind ein Nachmittagstee und ein Arbeitsessen vorgesehen, bevor der US-Präsident die Heimreise antritt. Es ist der erste Besuch eines US-Präsidenten in China seit fast einem Jahrzehnt. Trump hatte die Volksrepublik schon während seiner ersten Amtszeit im Jahr 2017 besucht.
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