Trump in China: Lässt sich der US-Präsident von Xi vorführen?

China-Besuch des US-Präsidenten:Lässt sich Trump von Xi vorführen?

Autorenbild: Elmar Theveßen

von Elmar Theveßen, Peking

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US-Präsident Trump will aus China Erfolge mit nach Hause bringen. Doch die Erwartungen an den Gipfel sind gering, aus chinesischer Sicht gilt sein Amerika als geschwächt.

Peking: „Angespannter Status quo“

"Es wird wahrscheinlich keine großen Zugeständnisse geben", denn die USA befänden sich in einer Phase der Schwäche, berichtet USA-Korrespondent Elmar Theveßen aus Peking über den Trump-Besuch bei Xi.

13.05.2026 | 3:16 min

"Morgen hängen sie wohl die Fahne Ihres Präsidenten auf", lässt der Fahrer uns per Übersetzungs-App wissen, als wir am Platz des Himmlischen Friedens vorbeifahren. Offenbar hält er uns für Amerikaner. Nichts auf dem Tiananmen lässt darauf schließen, dass Donald Trump hier bald in der Halle des Volkes begrüßt wird, aber die Fähnchen und der rote Teppich kommen sicher noch.

Ein Programm voller Prunk und farbenfroher Bilder hat Chinas Präsident Xi Jinping für seinen Gast vorgesehen. Dieser Teil der Planung war einfach, man weiß hier, wie man Trump schmeicheln kann.

Am besten bringt Trump gute Geschäfte mit nach Hause

Aber die inhaltliche Vorbereitung, so berichten US-Medien unter Berufung auf Regierungskreise, war mühsam, auch weil der amerikanische Präsident mit einem Iran-Krieg, steigender Inflation und sinkenden Umfragewerten zu kämpfen hat.

Trump will etwas mit nach Hause bringen, was er als Erfolg verkaufen kann. Er braucht konkrete "deliverables", wie man es im Diplomatenjargon nennt, am besten gute Geschäfte.

Die Erwartungen sind gering

Doch die Erwartungen an diesen Gipfel sind gering. Für die USA könnten neue Wirtschaftsdeals herausspringen, deshalb sind Apple-Chef Tim Cook, Tesla-Boss Elon Musk und Topmanager von Boeing, Meta und anderen US-Konzernen Teil der Delegation.

Donald Trump mit erhobener Faust als Schattenriss vor US-Flagge, darunter Schriftzug: "Der Trump Effekt - Führt Xi Trump vor?", rechts Donald Trump und Xi Jinping stehen nebeneinander.

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China braucht Flugzeugturbinen und könnte auch einmal mehr den Kauf von landwirtschaftlichen Produkten versprechen, so wie beim letzten Treffen von Trump und Xi im Oktober. Zwölf Millionen Tonnen Sojabohnen lieferten amerikanische Farmer in den zwei Folgemonaten. Aber statt der zusätzlich vereinbarten 28 Millionen Tonnen für 2026 kauft China derzeit lieber billigere Sojabohnen in Brasilien.

Auch beim versprochenen Kampf gegen den Handel mit Vorläuferstoffen für die tödliche Droge Fentanyl beklagten die USA im März mangelnde Fortschritte. China warf den Amerikanern daraufhin Mobbing vor.

Treffen vor dem Hintergrund neuer Gefechte im Handelskrieg

In den letzten Wochen gab es auch neue Gefechte im Handelskrieg. Die US-Regierung sanktionierte fünf Firmen in der ölverarbeitenden Industrie Chinas, die Lieferungen aus Iran bekamen.

Die Regierung in Peking blockierte den Verkauf des chinesischen KI-Startups MANUS mit Sitz in Singapur an den Meta-Konzern und droht ausländischen Unternehmen nun, die bisher in China produzieren lassen, mit drakonischen Maßnahmen, wenn sie einen Teil ihrer Fertigung in andere Länder verlagern wollen.

Taiwan dürfte zentrale Rolle spielen

Experten in den Thinktanks in Washington notieren all das mit großer Sorge, weil die Vereinigten Staaten unter Trump als schwach wahrgenommen werden. Sie erwarten keine großen Zugeständnisse von Xi, fürchten aber, dass der amerikanische Präsident unter dem Eindruck eines prunkvollen Empfangs von Grundprinzipien der amerikanischen Ostasienpolitik abweichen könnte.

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Sollte Trump den bereits zugesagten Verkauf von modernsten Waffen in Höhe von rund 13 Milliarden Dollar an Taiwan weiter herauszögern oder ganz blockieren, wäre es das fatale Signal an Japan, Südkorea und andere US-Verbündete im Indopazifik, dass dieser Präsident amerikanische Sicherheitsgarantien zur Disposition stellt.

Sollte Trump sich bei diesem Gipfel gar gegen eine mögliche Unabhängigkeit Taiwans aussprechen oder einer entsprechenden Formulierung in der chinesischen Abschlusserklärung nicht ausdrücklich widersprechen, wäre es eine Ermutigung für Xi Jinpings Pläne zur baldigen "Heimholung" Taiwans.

Xis Perspektive auf die USA hat sich offenkundig verändert

Dieser Gipfel könnte zeigen, wie sehr sich die Machtverhältnisse in der Welt verschoben haben. 1985 war Xi als junger Parteifunktionär für ein paar Tage in Muscatine, Iowa, um sich über die amerikanische Landwirtschaft und den "American Way of Life" zu informieren. Aus dem Fenster des Hauses seiner Gastgeber konnte er auf die Straße und eine gegenüberliegende Schule sehen.

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"Er mochte den Lebensstil sehr", so erzählte es uns vor einigen Jahren der chinesische Geschäftsmann Glad Cheng, der aus dem Haus eine Art Gedenkstätte für Xis Amerika-Besuch gemacht hat. "In dieser Zeit fehlte es in China an Nahrungsmitteln, an allen möglichen Waren. Da draußen sah Xi die Kinder, die mit Autos zur Schule gebracht wurden, die so ein gutes Leben haben konnten." Glad Cheng deutete aus dem Fenster.

Xi will, dass die Chinesen das gleiche Leben haben wie die Amerikaner. Dass sie eine gute Umwelt und den Frieden genießen können.

Glad Cheng, chinesischer Geschäftsmann

Heute hat sich Xi Jinpings Perspektive auf die USA offenkundig verändert. Aus Sicht des chinesischen Präsidenten befindet sich Trumps Amerika im Niedergang, in einer Position der Schwäche. Xi könnte das nutzen, um seinen amerikanischen Amtskollegen vorzuführen.

Elmar Theveßen ist Leiter des ZDF-Studios in Washington D.C.

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Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen, unter anderem auslandsjournal - der Podcast am 12.05.2026 um 14:00 Uhr und das gemeinsame Morgenmagazin von ARD und ZDF am 13.05.2026 ab 05:30 Uhr.

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