Nach Koalitionsausschuss:Union: 1.000-Euro-Prämie für Arbeitnehmer ist vom Tisch
Die Entlastungsprämie von bis zu 1.000 Euro für Arbeitnehmer wird nach dem Scheitern im Bundesrat nicht weiter verfolgt. Bislang hat Schwarz-Rot jedoch keine Alternative angeboten.
Die Koalition ringt um unpopuläre Reformen und steht unter Zeitdruck.
13.05.2026 | 2:37 minDie Entlastungsprämie für Arbeitnehmer von bis zu 1.000 Euro als Ausgleich für die hohen Spritpreise ist nach Angaben aus der Führung der Unionsfraktion vom Tisch. Das Vorhaben werde nicht weiter verfolgt, schrieben Fraktionschef Jens Spahn und CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann an die Abgeordneten der Union nach der Sitzung des Koalitionsausschusses.
Das Vorhaben der 1.000-Euro-Prämie verfolgen wir nicht weiter.
Mitteilung von Spahn und Hoffmann
Die Nachricht liegt der Deutschen Presse-Agentur vor, die Informationen wurden auch dem ZDF bestätigt.
Union und SPD haben sich im Koalitionsausschuss auf einen Fahrplan für ihre Reformprojekte verständigt. Wie die Stimmung nach den Beratungen ist, berichtet ZDF-Korrespondentin Zimmermann.
13.05.2026 | 1:12 minPrämie im Bundesrat gescheitert
Demnach wurde außerdem vereinbart, dass Kanzler Friedrich Merz (CDU) Anfang Juni die Sozialpartner zum Dialog mit dem Koalitionsausschuss ins Kanzleramt einlädt. In einem Schreiben von SPD-Fraktionschef Matthias Miersch an die sozialdemokratischen Abgeordneten wurde die am vergangenen Freitag vom Bundesrat gestoppte Prämie nicht erwähnt.
Vorgesehen war, dass die Arbeitgeber ihren Beschäftigten bis zum 30. Juni 2027 eine Prämie von bis zu 1.000 Euro zahlen können, die steuer- und abgabenfrei sein sollte. Die Unternehmen hätten die Zahlung als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen können. Aus der Wirtschaft kam jedoch massive Kritik an dem Vorhaben. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen, aber auch öffentliche Arbeitgeber erklärten, dass sie in der gegenwärtig wirtschaftlich angespannten Situation nicht in der Lage seien, die Prämie zu zahlen.
Der Bundesrat hat die Entlastungsprämie aus Kostengründen abgelehnt. Der Bund habe nicht für einen Ausgleich gesorgt.
08.05.2026 | 1:56 minIm Bundesrat votierten dann nur 4 von 16 Ländern für die Prämie. Auch Bayern stimmte gegen das Vorhaben, obwohl Ministerpräsident Markus Söder (CSU) es in einem Koalitionsausschuss in der Villa Borsig selbst mit ausgehandelt hatte. Die Länder warfen dem Bund vor, dass sie und die Kommunen die Kosten für die Prämie zu fast zwei Dritteln hätten zahlen sollen.
Koalition einigt sich auf Fahrplan für Reformen
Der Bund habe zwar einen Ausgleich durch die Erhöhung der Tabaksteuer vorgehabt - deren Einnahmen fließen aber nur dem Bundeshaushalt zu. Um die Entlastungsprämie zu retten, hätte die Bundesregierung den Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat anrufen müssen. Nachdem die Prämie nun endgültig gescheitert ist, werden die Bürger vorerst nur durch den Tankrabatt von 17 Cent entlastet.
Union und SPD wollen stattdessen bei einem weiteren Koalitionsausschuss vor der Sommerpause zu den aktuellen Reformthemen Steuern, Arbeitsmarkt, Rente und Bürokratieabbau "im Paket zu gemeinsamen Entscheidungen" kommen. In der Nacht zu Mittwoch hatten sich die Parteispitzen in einem Koalitionsausschuss auf einen Fahrplan für die Reformprojekte geeinigt. Dafür sei ein "Arbeitsprozess vereinbart" worden.
Wichtiger Hinweis in eigener Sache
Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt.
Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.
Mehr zu den Themen
Grünen-Chef kritisiert Regierung:Banaszak: Wenn Merz "Reform" sagt, hören Leute soziale Kälte
von Katia Rathsfeldmit Video5:59Nach Streitereien unter Reformdruck:Koalitionsausschuss einigt sich auf Reform-Fahrplan
mit Video2:37- Analyse
Entlastungsplan der Regierung:1.000-Euro-Prämie scheitert an den eigenen Leuten
von Johannes Liebermit Video26:32