Nach Streitereien unter Reformdruck:Koalitionsausschuss einigt sich auf Reform-Fahrplan
Union und SPD haben im Koalitionsausschuss einen Fahrplan für Reformen festgelegt. Doch bei Haushalt 2027, Entlastungen und Steuerplänen bleiben zentrale Fragen offen.
Viel Kritik, wenig Einigkeit: Die Koalition ringt um unpopuläre Reformen und steht unter Zeitdruck.
13.05.2026 | 2:37 minDie Spitzen von Union und SPD haben sich im Koalitionsausschuss auf einen Fahrplan für die Reformprojekte der Bundesregierung geeinigt. Der Koalitionsausschuss sei sich "einig, dass die anstehenden Reformen abgestimmt in den nächsten Wochen auf den Weg gebracht werden sollen", hieß es in der Nacht zu Mittwoch in Berlin.
Es sei ein "Arbeitsprozess vereinbart" worden, um die geplanten Sozial- und Steuerreformen in den nächsten Wochen auf den Weg zu bringen. Die Runde habe "in guter, vertrauensvoller Atmosphäre getagt", hieß es.
"Die Senkung der Stromsteuer wäre eine schnell wirksame Maßnahme, von der Unternehmen und Beschäftigte direkt profitieren könnten", sagt Felix Banaszak (Bündnis 90/Die Grünen) zu möglichen Erleichterungen.
13.05.2026 | 5:59 minHaushalt 2027 ohne Rückgriffe auf Rücklagen
Mit Blick auf den Haushalt 2027 legten sich die Koalitionäre darauf fest, keine Rücklagen in Milliardenhöhe zum Füllen von Lücken zu nutzen, wie es aus Koalitionskreisen weiter hieß. Das war aber auch schon in den Haushalts-Eckwerten so angelegt, die das Kabinett Ende April beschlossen hatte. Der CO2-Preis soll bei 55 bis 65 Euro stabil gehalten und aus dem Klima- und Transformationsfonds KTF finanziert werden.
Weitere Details wurden zunächst nicht mitgeteilt. Damit bleibt unklar, bis wann genau die Koalition welches der anstehenden Reformprojekte beschließen will. Auch Detailregelungen zum Bundeshaushalt 2027 - etwa zur Frage der Einsparungen oder zur Gegenfinanzierung der geplanten Einkommensteuerreform - sind zunächst offen.
Der Koalitionsausschuss sucht nach Alternativen zur abgelehnten Entlastungsprämie. ZDF-Korrespondentin Diana Zimmermann berichtet.
12.05.2026 | 1:25 minKoalitionstreffen sollte Vertrauen herstellen
Es war das erste Treffen des zentralen Entscheidungsgremiums der schwarz-roten Koalition seit den zweitägigen Beratungen in der Berliner Villa Borsig, die als Tiefpunkt der aktuellen Regierungskrise gelten.
Damals wollten Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) und Co. die großen Sozial- und Steuerreformen in die Spur bringen. Nach zwei Tagen mit teils lautstarken Auseinandersetzungen blieben die Ergebnisse gemessen an den Erwartungen der Öffentlichkeit aber mau.
Diesmal ging es vor allem darum, nach Wochen voller Streitereien wieder neues Vertrauen herzustellen. Dazu kehrte die Spitzenrunde an ihren üblichen Tagungsort zurück: ins Kanzleramt.
Nach der überraschenden Ablehnung der geplanten Entlastungsprämie durch den Bundesrat diskutiert der Koalitionsausschuss mögliche Alternativen.
12.05.2026 | 2:09 minKoalition sucht weiter nach Entlastungs-Möglichkeiten
Unklar blieb nach der Sitzung zunächst auch, was aus einem der wenigen Ergebnisse des letzten Koalitionsausschusses wird. In der Villa Borsig hatten sich Union und SPD auf zwei Maßnahmen verständigt, um die im Zuge des Iran-Kriegs drastisch gestiegenen Energiepreise abzufedern: einen Tankrabatt von 17 Cent und die Möglichkeit, eine Entlastungsprämie von bis zu 1.000 Euro steuerfrei an Arbeitnehmer auszuzahlen.
Die Prämie hatte der Bundesrat am Freitag überraschend gestoppt, weil der Großteil der Länder mit der Kostenverteilung nicht einverstanden ist. Die Bundesregierung muss sich nun entscheiden, ob sie den Vermittlungsausschuss von Bund und Ländern anrufen will, um nach einem Kompromiss zu suchen.
Schon vor dem Koalitionsausschuss galt als sehr wahrscheinlich, dass sie das nicht tut und im Zuge der Beratungen über die Einkommensteuerreform nach einem Ersatz suchen wird. In allen öffentlichen Äußerungen wurde die Entscheidung aber bisher offen gelassen.
Seit einem Jahr ist die Bundesregierung im Amt. Was hat die Koalition aus CDU, CSU und SPD erreicht, wo ringt sie noch um ihren Kurs? Die Doku begleitet Regierungs- und Parteispitzen über Monate.
12.05.2026 | 44:04 minWichtiger Hinweis in eigener Sache
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