US-Wahlkampf: Wird der hohe Spritpreis für Trump gefährlich?

Wachsende Kritik am US-Präsidenten:US-Wahlkampf: Wird der hohe Spritpreis für Trump gefährlich?

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Donald Trump warb damit, ein US-Präsident zu sein, mit dem es keine Kriege mehr gäbe. Doch die Realität sieht anders aus - und wird ihm bei den Midterms vielleicht zum Verhängnis.

Washington: Donald Trump bei seiner Rede an die Nation am ersten April im weißen Haus.

Durch den Iran-Krieg steigen die Spritpreise immer weiter. Könnte das dem US-Präsidenten bei den Midterms gefährlich werden?

Quelle: action press

Dass US-Präsident Joe Biden die Ukraine mit viel Geld unterstützte, während zu Hause die Spritpreise explodierten, kam bei vielen Amerikanern gar nicht gut an. Zu viel Außenpolitik, zu wenig Fokus auf die Probleme der US-Bürger, lauteten die Vorwürfe.

Einer der schärfsten Kritiker war damals Donald Trump. Er wollte es anders machen, die Energiepreise halbieren und die Amerikaner immer an die erste Stelle setzen. Als Präsident werde er die Jahre der Kriege, der Schwäche und des Chaos beenden, versprach Trump vor seiner Wiederwahl.

Bei mir gibt es keine Kriege.

Donald Trump vor seiner Wiederwahl zum US-Präsidenten

Doch gut ein Jahr nach seiner Amtseinführung stellen sich die Dinge anders dar. Der Krieg der USA gegen Iran belastet den internationalen Ölhandel schwer, weswegen US-Bürgerinnen und Bürger an der Tankstelle so viel bezahlen wie seit Jahren nicht mehr. Der Anstieg trifft die ländliche Bevölkerung besonders hart, Trumps Kernwählerschaft.

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Die Militäroperation hat sich zu einem Krieg ausgeweitet, den US-Präsident Trump gemeinsam mit Israel begonnen hat – entgegen seinem Versprechen, keine neuen Konflikte zu führen. In den USA wächst die Kritik: Eine Mehrheit der US-Amerikaner lehnt den Krieg ab.

18.03.2026 | 2:34 min

Trump geht mit offener Flanke in den Wahlkampf

Die Schuld für den Preisanstieg kann der Republikaner nicht auf äußere Kräfte oder einen verrückten Weltmarkt schieben - der Grund ist der von ihm begonnene Krieg gegen den Iran an der Seite Israels. Trump geht daher mit einer offenen Flanke in den Wahlkampf zu den wichtigen Zwischenwahlen, die im November anstehen.

Die Amtsinhaber im Weißen Haus werden bei den sogenannten Midterms häufig abgestraft und müssen um ihre Mehrheit bangen - selbst ohne große Krisen. Die Wahl wird entscheiden, ob Trump im Rest seiner Amtszeit noch große Projekte stemmen und wichtige Posten besetzen kann.

Schaltgespräch Christian Sievers mit David Sauer

Die Fragen in den USA "nehmen zu", sagt ZDF-Korrespondent David Sauer zu Kriegsziel und Exit-Szenario im Iran-Krieg. Aber: "Donald Trump hat keine zufriedenstellenden Antworten".

04.04.2026 | 1:42 min

Expertin: Trump steht unter Erfolgsdruck

"Für Trump ist aufgrund der Ölpreisentwicklung der innenpolitische Druck bereits jetzt stark gestiegen", sagt US-Expertin Laura von Daniels von der Stiftung Wissenschaft und Politik. Die Mehrheit der US-Amerikaner lehne den Krieg ab.

Zwar genieße Trump noch den Rückhalt vieler Republikaner. "Deren Unterstützung hängt aber davon ab, ob er schnell militärische Erfolge präsentieren und den Krieg für beendet erklären kann." Trump behauptet zwar seit Längerem, der Krieg sei militärisch schon gewonnen.

Wie genau er ihn beenden und die Straße von Hormus wieder öffnen will, bleibt aber trotz aller Drohungen in Richtung der Führung in Teheran unklar.

Das angebliche Wrack des mutmaßlich abgeschossenen US-Kampfjet liegt im Zentral Iran

Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump wurde nun auch der zweite Soldat des von Iran abgeschossenen Kampfjets gerettet. Die Maschine war am Freitag in Südwest-Iran abgestürzt.

05.04.2026 | 2:04 min

Spritpreise steigen rasant

Vergangene Woche kletterte der Benzinpreis erstmals seit Jahren auf über vier Dollar pro Gallone (3,785 Liter). Vor dem Krieg waren es knapp drei Dollar, ein Anstieg von über einem Drittel. So viel wie jetzt mussten Autofahrer zuletzt im Sommer 2022 zahlen, als die Preise infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine zeitweise stark gestiegen waren.

Offene Kritik an Trumps Prioritäten ist bei den Republikanern kaum zu hören. Dass Spritpreise ein sensibles Thema sind, wird dennoch deutlich: "Die Benzinpreise sind immer wie eine Art Messlatte", zitiert das Portal "Politico" den republikanischen Mehrheitsführer im Senat, John Thune. Es sei ein Thema, dem man die volle Aufmerksamkeit schenken sollte. "Und hoffentlich werden die Operationen im Iran … nicht allzu lange andauern."

US-Präsident Trump

Der Abschuss eines US-Kampfjets in Iran bestätigt: Die USA sind verwundbar. Trump muss sich kritischen Fragen stellen. Er hatte Irans Fähigkeiten immer wieder für zerstört erklärt.

04.04.2026 | 2:18 min

Gehen "25 oder mehr Sitze" an die Demokraten?

Trumps Partei muss im November im Repräsentantenhaus eine hauchdünne Mehrheit verteidigen. Alle Abgeordneten der Parlamentskammer stehen zur Wahl, während es im Senat nur etwa jeder dritte Sitz ist. Verlieren die Republikaner auch nur eine der beiden Kammern, wird Trump keine größeren Gesetzesinitiativen mehr durchsetzen können. Er könnte politisch zur "lame duck" (lahmen Ente) werden.

Außerdem drohen ihm und seiner Regierung parlamentarische Untersuchungen bis hin zu Amtsenthebungsverfahren. Der Verlust des Repräsentantenhauses gilt als wahrscheinlich. "Die aktuelle Lage lässt vermuten, dass 25 oder mehr Sitze von den Republikanern an die Demokraten gehen könnten." Trumps Zustimmungswerte seien auf dem niedrigsten Stand seiner zweiten Amtszeit.

31.03.2026, USA, Washington: US-Präsident Donald Trump spricht im Oval Office des Weißen Hauses, bevor er in Washington eine Durchführungsverordnung unterzeichnet.

US-Präsident Trump will die Regeln für die Briefwahl verschärfen. Dabei wiederholte er die Vorwürfe, die Briefwahl sei für Betrug verantwortlich – Beweise gibt es dafür nicht.

01.04.2026 | 0:23 min

Düstere Inflationsprognose für die USA

Bleiben die Spritpreise hoch, sinkt Trumps Zustimmung weiter, ist McLennan überzeugt. Auch eine demokratische Mehrheit im Senat wäre dann möglich. Ohne die Kontrolle des Senats könnte Trump zahlreiche Spitzenposten nicht mehr ohne die Zustimmung der Demokraten besetzen.

Das Problem steigender Preise bleibt derweil nicht aufs Tanken beschränkt. Erst vor wenigen Tagen erhöhte die OECD ihre Inflationsprognose für die USA für dieses Jahr, und zwar um ganze 1,2 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent.

"Gelingt es den Demokraten, Trump für Kriege und steigende Lebenshaltungskosten verantwortlich zu machen, werden Wahlsiege für sie wahrscheinlicher", sagt Expertin von Daniels.

Quelle: Jan Christoph Freybott/dpa
Über dieses Thema berichtete das ZDF in mehreren Sendungen, unter anderem im heute journal am 04.04.2026 ab 21:45 Uhr und im Morgenmagazin am 18.03.2026 ab 05:30 Uhr.

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