Fallschirmjäger in Nahen Osten verlegt?:USA legen Plan für Kriegsende vor - Iran lehnt ab
Widersprüchliche Angaben: Die USA legen einen Plan für ein Kriegsende in Iran vor. Zugleich verlegt das Pentagon offenbar Fallschirmjäger in die Region. Iran lehnt den US-Plan ab.
Irans Militärführung hat Berichte über Verhandlungen für ein Ende des Krieges zurückgewiesen. Unterdessen gehen die gegenseitigen Angriffe in der Region unvermindert weiter.
25.03.2026 | 3:00 minDie US-Regierung hat der iranischen Regierung - Medienberichten zufolge - einen 15-Punkte-Plan zur Beendigung des Iran-Kriegs vorgelegt. Der Vorschlag sei Teheran über die pakistanische Regierung übermittelt worden, die sich als Vermittler angeboten hatte, berichtete die "New York Times" am Dienstag unter Berufung auf zwei anonyme Beamte.
Der Plan sieht demnach strikte Beschränkungen für Teherans Atomprogramm und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus vor. Ein Regimewechsel in Teheran werde in dem US-Plan nicht gefordert. Dem israelischen Sender Channel 12 zufolge sollen im Gegenzug alle Sanktionen gegen Iran aufgehoben werden.
Welchen Plan hat Washington zur Beendigung des Iran-Krieges? Dazu höre man in den USA "eigentlich bisher nur Widersprüchliches", berichtet ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen.
25.03.2026 | 1:22 minDas Weiße Haus und das US-Außenministerium äußerten sich zunächst nicht zu den Berichten.
Iran kontert mit eigenen Maximalforderungen
Nach Angaben des staatlichen Fernsehens hat Iran den Plan zurückgewiesen. "Iran wird den Krieg beenden, wenn er dies beschließt und seine Bedingungen erfüllt sind", zitierte der Sender einen Beamten. Dieser fügte hinzu, Teheran werde seine schweren Angriffe im Nahen Osten fortsetzen. Press TV, der wie alle staatlichen iranischen Fernsehsender von Hardlinern kontrolliert wird, veröffentlichte einen eigenen Fünf-Punkte-Plan des Beamten, der den US-Vorschlag abgelehnt hatte.
Dazu gehörten ein Stopp der Tötungen iranischer Regierungsvertreter, ein Verzicht auf weitere Angriffe gegen das Land, Reparationen für Kriegsschäden und die iranische Kontrolle über die Straße von Hormus.
"Produktive Gespräche" statt Angriffe auf iranische Energieanlagen: Warum US-Präsident Trump sein Ultimatum an Iran verlängert hat, analysiert ZDFheute live.
23.03.2026 | 34:14 minDas "Wall Street Journal" berichtete zudem über eine Antwort der iranischen Revolutionsgarden auf den US-Vorstoß, die zahlreiche Forderungen umfassen soll, denen Washington kaum nachkommen dürfte - darunter etwa die Räumung aller US-Militärstützpunkte rund um den Persischen Golf.
Auch ein neues System, das es Iran erlauben würde, von Schiffen für die Fahrt durch die Straße von Hormus eine Mautgebühr zu kassieren, werde verlangt.
Öl- und Gasanlagen brennen, während Israel und die USA ihre Angriffe fortsetzen und Iran zurückschlägt. Deutschland und die EU bleiben außen vor. Doch auch die Menschen hier spüren die Folgen.
24.03.2026 | 8:11 minIran dementiert Gespräche mit USA
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erneut von laufenden Verhandlungen mit Iran gesprochen. Die iranische Führung hatte dementiert, dass es solche Gespräche mit den USA über ein mögliches Kriegsende gebe.
Eine schnelle Einigung auf eine Waffenruhe scheint gleichwohl eher unrealistisch: Iran ist keineswegs besiegt, sondern weiter imstande, Israel wie auch die Staaten im Persischen Golf anzugreifen und die Straße von Hormus zu blockieren. Teheran dürfte daher Washingtons Wunschzettel kaum erfüllen wollen.
Pentagon ordnet angeblich Verlegung Tausender Fallschirmjäger an
Das US-Verteidigungsministerium ordnete der "Washington Post" zufolge die Verlegung von rund 3.000 Soldaten der 82. Luftlandedivision in den Nahen Osten an. Die "New York Times" hingegen sprach von rund 2.000 Soldaten. Die US-Spezialkräfte können über feindlichem Gebiet mit Fallschirmen abspringen und wären als Speerspitze eines möglichen Bodeneinsatzes denkbar.
Über mögliche Gespräche zwischen den USA und Iran gibt es widersprüchliche Meldungen. Elmar Thevessen fasst zusammen, was bisher bekannt ist.
25.03.2026 | 1:20 minZwar soll es noch keine Entscheidung darüber geben, ob in Iran tatsächlich Bodentruppen eingesetzt werden. Die Verlegung der Soldaten eröffne Trump aber in jedem Fall zusätzliche Handlungsmöglichkeiten, befand das "Wall Street Journal". Schon länger gibt es auch im Zusammenhang mit der Verlegung von US-Marineinfanteristen Spekulationen, dass Trump die Truppen einsetzen könnte, um den wichtigsten Ölexport-Hafen Irans auf der Insel Charg im Persischen Golf einzunehmen.
Diesen Hebel könnten die USA als Druckmittel gegen Iran einsetzen, so die Logik. In dem Fall könnte Teheran aber selbst praktisch kein Öl mehr exportieren - und dürfte entsprechend wenig Interesse an einer Öffnung der Straße von Hormus haben. Wirtschaftlich wäre ein Verlust der Exporte über die Insel Charg für Iran allerdings verheerend.
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