Iran-Krieg "völkerrechtswidrig": Steinmeier kritisiert USA & Trump

Bundespräsident ermahnt USA & Israel:Steinmeier kritisiert Iran-Krieg als "völkerrechtswidrig"

|

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Iran-Krieg als völkerrechtswidrig und politisch verhängnisvollen Fehler kritisiert. Damit grenzt er sich von der Bundesregierung ab.

75 Jahre Wiedergründung des Auswärtigen Amtes

Bei der bei der Jubiläumsfeier zu 75 Jahre Auswärtiges Amt bezeichnet der Bundespräsident den Iran-Krieg als schweren politischen Fehler und Verstoß gegen das Völkerrecht.

24.03.2026 | 1:39 min

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Krieg von USA und Israel gegen Iran als "völkerrechtswidrig" kritisiert. "Unsere Außenpolitik wird nicht überzeugender dadurch, dass wir Völkerrechtsbruch nicht Völkerrechtsbruch nennen", sagte Steinmeier in seiner Festrede zum 75. Jahrestag der Wiedergründung des Auswärtigen Amts in Berlin.

Dieser Krieg ist nach meinem Dafürhalten völkerrechtswidrig.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

Damit schlug Steinmeier einen anderen Ton an als die Bundesregierung, die bisher vermieden hat, den Krieg als völkerrechtswidrig einzustufen.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte Anfang März lediglich gesagt: "Wir sehen das Dilemma, dass mit völkerrechtlichen Maßnahmen und Schritten, die wir ja in den letzten Jahrzehnten immer wieder auch versucht haben, gegen ein Regime, das atomar aufrüstet und das eigene Volk brutal unterdrückt, offensichtlich nichts zu bewirken ist."

Der Bundespräsident ging dagegen in seiner Rede scharf mit der Entscheidung von US-Präsident Donald Trump und Israels Regierung zum Krieg gegen Iran ins Gericht.

Trump

Iran dringt nach Darstellung von US-Präsident Trump auf ein Abkommen. Trump hatte zuvor angedrohte Angriffe verschoben und dies mit "sehr guten" Gesprächen begründet.

24.03.2026 | 1:53 min

Steinmeier: "Unnötiger" Krieg wäre vermeidbar gewesen

Der Konflikt sei "ein politisch verhängnisvoller Fehler und - das frustriert mich am meisten - ein vermeidbarer, ein unnötiger Krieg, wenn denn sein Ziel war, den Iran auf dem Weg zur Atombombe zu stoppen", sagte der Bundespräsident.

"Es gibt wenig Zweifel daran, dass jedenfalls die Begründung, mit einem unmittelbar bevorstehenden Angriff auf die USA, nicht trägt", erklärte Steinmeier, "das scheint ja auch in Teilen der amerikanischen Dienste gegenwärtig zu sein".

SGS-Theveßen-Slomka

"Es sieht alles danach aus, als suche Trump umbedingt nach einem Ausweg. Es wäre auch die letzte Ausfaht vor einer ganz großen Eskalation", so ZDF-Korrespondent, Elmar Thevessen.

24.03.2026 | 2:23 min

Er verwies auch auf den Abschluss des internationalen Atomabkommens mit dem Iran 2015: "Wir waren nie so weit entfernt von einer atomaren Bewaffnung des Iran", so Steinmeier. Trump habe dieses Abkommen scheitern lassen: "Im zweiten Jahr seiner ersten Amtszeit kündigte Präsident Trump das Abkommen auf, in seiner zweiten Amtszeit nun führt er Krieg."

Unions-Fraktionschef Jens Spahn forderte Steinmeier zur Zurückhaltung auf. "Die völkerrechtliche Prüfung obliegt in diesem wie in anderen Fällen der Bundesregierung, und ich erwarte von Amts- und Würdenträgern der Bundesrepublik, dass sie diese Prüfung abwarten und sie auch respektieren", sagte Spahn am Rande einer Fraktionssitzung in Berlin. "Im Übrigen frage ich mich, was folgt jetzt aus dieser Feststellung?"

Zwei Männer im Auto.

Ein neuer Botschafter in Washington, Gespräche im Pentagon, scharfe Töne bei der UN. Parallel bereiten Diplomaten in Damaskus die Rückkehr deutscher Präsenz vor.

24.03.2026 | 37:57 min

US-Verhältnis ähnlich gebrochen wie zu Russland?

Steinmeier, der von 2005 bis 2009 und von 2013 bis 2017 selbst Außenminister war, erwartet in der deutschen Außenpolitik eine fundamentale Neuorientierung.

"Die Welt in unseren Köpfen muss neu kartografiert werden", sagte das Staatsoberhaupt. Deutschlands Außenpolitik müsse pragmatischer und schlagkräftiger werden.

Der Iran-Krieg und die zweite Amtszeit Trumps habe zu einem tiefen Bruch im Verhältnis zu den USA geführt: "So wie ich glaube, dass es im Verhältnis zu Russland kein Zurück vor den 24. Februar 2022 geben wird", so Steinmeier, "so glaube ich, dass es im transatlantischen Verhältnis kein Zurück vor den 20. Januar 2025 geben wird".

Quelle: AFP, KNA
Über dieses Thema berichtete phoenix, der Ereignis- und Dokumentationskanal von ARD und ZDF, in der Sendung "phoenix vor ort" am 24. März 2026 ab 09:00 Uhr und die ZDFheute Xpress ab 11:20 Uhr.

Mehr zu Iran

  1. Die Halle im Azadi-Sportkomplex in der iranischen Hauptstadt liegt in Trümmern, nachdem eine Reihe von Angriffen der USA und Israels die Anlage zerstört hat
    Liveblog

    Aktuelle Entwicklungen der Eskalation:Iran-Krieg: Alle Nachrichten im Liveblog


  2. Archiv:  Sicherheitspersonal steht neben Schildern zu den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran vor einem Medienzentrum.

    Pakistan bereitet neue Verhandlungen vor:Trump: Abkommen "nah" - Streit um Irans Uran

    mit Video3:32

  3. Hayali SGS zu Börse mit Valerie Haller 17.04.26

    Nachrichten | heute journal:Wirtschaftsgespräch: Ölpreis fällt deutlich

    Video1:50

  4. Schiffe passieren die Straße von Hormus nach dem Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran am 08.04.2026.

  5. Ein Mann steht in einem Getreidefeld. Er trägt weite beige-braune Kleidung und hat die Hände in die Hüften gestemmt. Vor ihm liegen zwei Getreidebündel.

    Iran-Krieg verschärft Lage in Pakistan:"Unter diesen Umständen kann eine Familie nicht überleben"

    von Lea Scholz
    mit Video7:55

  6. Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, der britische Premierminister Keir Starmer, der französische Präsident Emmanuel Macron und der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz (v.l.) sprechen während einer gemeinsamen Pressekonferenz im Anschluss an einen internationalen Gipfel zur Wiederöffnung der Straße von Hormus im Élysée-Palast in Paris am 17. April 2026.

    Sicherung der Schifffahrt:Hormus-Konferenz: Eine Botschaft geht auch nach Washington

    Luis Jachmann, Paris
    mit Video27:19

  7. Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, der britische Premierminister Keir Starmer, der französische Präsident Emmanuel Macron und der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz (v.l.) sprechen während einer gemeinsamen Pressekonferenz im Anschluss an einen internationalen Gipfel zur Wiederöffnung der Straße von Hormus im Élysée-Palast in Paris am 17. April 2026.

    Konferenz über mögliche Mission in Paris:Merz: Bereit zu Hormus-Einsatz - unter Bedingungen

    mit Video2:54

  8.  Kapitän und Marine-Sicherheitsexperte Hartwig Ross

    Skepsis über Hormus-Einsatz:"Die Einschränkungen sind immens"

    Video11:43

  9. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth während einer Pressekonferenz im Pentagon.
    Faktencheck

    Gebet des Verteidigungsministers:Hat Pete Hegseth versehentlich Pulp Fiction zitiert?

    von Jan Schneider
    mit Video2:00

  10. Schrift "Urlaub" auf einem Kalender mit Markierung der ganzen Woche. Liegestuhl und Strandzubehör auf Kalender.

    Reisebranche muss flexibel reagieren:Teurer, komplizierter: Iran-Krieg verunsichert Urlauber

    von Christian Hauser
    mit Video0:58

  11. Symbolbild: Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus auf, gesehen von Khor Fakkan, Vereinigte Arabische Emirate.

  12. Symbolbild: Zahlreiche Container stehen auf dem Gelände eines Containerterminals im Hamburger Hafen.

    Deutsche Aussicht bei IWF-Tagung:Getrübte Wachstumsprognose - Rezession aber unwahrscheinlich

    mit Video2:36

  13. LEBANON-IRAN-US-ISRAEL-WAR-HEZBOLLAH
    Interview

    Waffenruhe zwischen Israel und Libanon:"Die Hisbollah ist wirklich geschwächt" - was kommt jetzt?

    mit Video4:22

  14. SGS- Scheller-Goekdemir

    Nachrichten | heute journal update:Nahost-Expertin zur Waffenruhe im Libanon

    Video4:22

  15. Logo und Schriftzug der Firma Bosch in Nürnberg. (Archiv)

    Stellenabbau und US-Zölle:Bosch meldet erstmals seit Jahren Verluste

    mit Video0:24

  16. Über den Dächern von Beirut steigt Rauch auf von Bombenangriffen
    Interview

    Hisbollah-Kritik wird lauter:Libanon: "Wir wurden in diesen Krieg hineingezerrt"

    mit Video11:41

  17. heute journal - der Podcast mit Helene Reiner und Christian Sievers

    heute journal - der Podcast:Tankrabatt und Co. – Entlastet das Paket?

    Video42:19

  18. Dieses vom Büro des iranischen Parlamentspräsidenten am 16. April 2026 aufgenommene und bereitgestellte Handout-Foto zeigt den iranischen Parlamentspräsidenten Mohammad Bagher Ghalibaf (r.) beim Handschlag mit Pakistans Armeechef Asim Munir.

    Krieg zwischen USA und Iran:Iran-Krieg: Pakistan bemüht sich weiter um Verhandlungen

    mit Video0:24

  19. Archiv: Fahrzeuge und Bulldozer der israelischen Armee sind im Südlibanon im Einsatz, vom Norden Israels aus fotografiert.

    Trump kündigt Treffen an:Spitzengespräch zwischen Israel und Libanon geplant?

    mit Video0:24

  20. Archiv: Narges Mohammadi - 2025

  21. Xi Jinping Staatspräsident der Republik China steht neben Flaggen des Iran und der Volksrepublik China. (Archiv)

    Sinkender Export, wachsende Inflation:Chinas Dilemma mit dem Iran-Krieg

    von Elisabeth Schmidt
    mit Video22:30

  22. Donald Trump, aufgenommen am 10.04.2026

    "Kann bitte jemand Papst Leo sagen...":Streit mit dem Papst: Trump legt nach


  23. US-Vizepräsident JD Vance kommt mit der Air Force Two auf der Joint Base Andrews an, nachdem Gesprächen über den Iran in Islamabad.

  24. Schiffe passierten die Straße von Hormus, Archivbild

    Analyse von Schiffsverkehrs-Daten:Mehrere Tanker passieren Straße von Hormus - trotz Blockade

    von Oliver Klein, Mine Ates, Nils Metzger
    mit Video22:30

  25. Die Friedensgespräche zwischen Iran und den USA könnten in den kommenden Tagen wieder aufgenommen werden.

    Nachrichten | heute 19:00 Uhr:"Erwartungen letztlich gering"

    Video1:14