Verhandlungen geplant:Waffenruhe in Iran: Wie geht es jetzt weiter?
Iran und die USA haben sich auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt, nun wollen die Länder verhandeln. Beide sprechen von einem Erfolg, doch noch sind viele Fragen offen.
Iran und die USA haben sich auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. Teheran sagte die Öffnung der Straße von Hormus zu. Wie geht es jetzt weiter? ZDFheute live ordnet die aktuelle Lage ein.
08.04.2026 | 34:10 minNach der Einigung ist vor der Einigung? Eine zweiwöchige Waffenruhe im Iran-Krieg und eine angekündigte Öffnung der Straße von Hormus ließen die Welt in der Nacht zunächst aufatmen. Doch wohin führt das? Ein Zehn-Punkte-Plan soll die Basis weiterer Verhandlungen sein. Viele Fragen sind offen.
Nach der von US-Präsident Trump und dem Iran verkündeten Waffenruhe keimt die Hoffnung auf Frieden. Der Ölpreis sinkt, an den Börsen steigen die Aktienkurse. Vorsichtiges Aufatmen - auch in Deutschland.
08.04.2026 | 2:02 minIst der Krieg jetzt zu Ende?
Das bleibt abzuwarten. Die zweiwöchige Waffenruhe soll genutzt werden, um eine Einigung für eine dauerhafte Beilegung des Konflikts zwischen den USA, Israel und Iran zu erzielen. Wird das nicht erreicht, ist ein Wiederaufflammen der Angriffe wahrscheinlich.
Einige internationale Stimmen sehen die Waffenruhe als wichtigen ersten Schritt, aber noch nicht als endgültige Lösung. Pakistans Informationsminister Atta Tarar, dessen Land die Vereinbarung vermittelt hat, sprach von einem großen Erfolg. "Aber die Arbeit ist noch nicht getan."
Rund eine Stunde vor Ablauf von Trumps Ultimatums haben sich Iran und die USA auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. Iran erklärte sich dazu bereit, die Straße von Hormus vorerst wieder zu öffnen.
08.04.2026 | 1:28 minPakistan zufolge sollte die Waffenruhe sofort greifen. Aus Israel gab es aber Berichte, wonach das Land zunächst auch nach der Verkündung der Feuerpause nachts noch unter Raketenbeschuss aus Iran geriet. Auch im Westen Irans wurden noch Explosionen gemeldet. ZDF-Korrespondentin Phoebe Gaa berichtete am Vormittag bei ZDFheute live von Explosionen in den Golfstaaten in der Nacht. "Aber seit ein paar Stunden gibt es keine neuen Meldungen mehr von Angriffen".
Die Waffen scheinen tatsächlich vorerst zu schweigen.
Phoebe Gaa, ZDF-Korrespondentin
Widersprüchliche Angaben gibt es unterdessen zur Frage, ob die Feuerpause auch für den Libanon gilt. Während sie nach iranischen Angaben an allen Fronten greifen soll, hat Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu bereits angekündigt, dass dies für den Libanon nicht der Fall sein werde.
Was steht in dem Zehn-Punkte-Plan?
Laut Nahost-Experte Hans-Jakob Schindler fordert Iran unter anderem Reparationsleistungen, die Kontrolle über die Straße von Hormus und den Rückzug der USA aus Iran. Auch die Aufhebung der harten internationalen Sanktionen und Strafmaßnahmen des UN-Sicherheitsrats wird gefordert, so Schindler bei ZDFheute live.
Es sei nun an den USA, die Maximalforderungen Irans herunterzuhandeln, statt die eigenen Forderungen durchzusetzen. Die USA wollen etwa verhindern, dass Iran sich nuklear bewaffnet, und sie wollen das Raketen- und Drohnenprogramm Irans beschränken.
Die Grundlage der Gespräche sei der 10-Punkte-Plan der Iraner, sagt Nahost-Experte Hans-Jakob Schindler. Die USA müssten nun die Maximalforderungen der Iraner herunterhandeln.
08.04.2026 | 10:32 minWer hat sich durchgesetzt? Die USA oder Iran?
Zwar verkauft US-Präsident Donald Trump die vorläufige Einigung als großen Erfolg für die Vereinigten Staaten. Iran dürfte nach mehr als einem Monat Krieg militärisch geschwächt sein. Von einem wirklichen Sieg der USA könne aber zunächst - auch mit Blick auf die bisher zutage getretenen Details aus dem Zehn-Punkte-Plan - keine Rede sein, so das internationale Echo.
"Trump musste einen Rückzieher machen", erklärt Politologe Christian Lammert bei ZDFheute live. Mit seiner Drohung, eine ganze Zivilisation auszulöschen, habe er sich in eine Sackgasse manövriert.
Nachdem sich die USA und Iran auf eine Waffenruhe geeinigt haben, sollen in Pakistan Friedensgespräche stattfinden. Wie aussichtsreich diese sein werden, schätzt ZDF-Korrespondentin Gaa ein.
08.04.2026 | 1:09 min"Das, was jetzt erreicht worden ist, sieht eher nach einer strategischen Niederlage der Vereinigten Staaten von Amerika aus", sagte der Sicherheitsexperte Carlo Masala im Deutschlandfunk. In dem Zehn-Punkte-Plan "ist ja wenig iranisches Entgegenkommen gegenüber den amerikanischen Forderungen von Beginn an drin". Die USA könnten nicht von einem vollumfänglichen Sieg reden.
Iran sieht sich selbst unterdessen als Sieger und hält nahezu alle seine Kriegsziele für erreicht. Der Nationale Sicherheitsrat erklärte, die USA und Israel habe man in eine Niederlage geführt.
Die Straße von Hormus bleibt zunächst unter Irans Kontrolle, soll aber wieder passierbar werden. Europäische Länder wollen die Meerenge jetzt militärisch sichern.
08.04.2026 | 3:32 minWie geht es jetzt weiter?
Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif hat Delegationen der USA und Irans für weitere Gespräche am Freitag in die Hauptstadt Islamabad eingeladen, wo sie über ein endgültiges Abkommen zur Beilegung des Konflikts beraten sollen.
US-Präsident Trump verschärft die Drohkulisse gegen Iran. Ein von ihm gesetztes Ultimatum läuft in wenigen Stunden ab. ZDF-Korrespondent David Sauer ordnet die Lage ein.
08.04.2026 | 2:40 minPakistanischen Quellen zufolge werden in Islamabad bereits erste Sicherheitsvorbereitungen getroffen, um die Delegationen zu empfangen. Demnach könnten auch Vertreter aus Saudi-Arabien, der Türkei und Ägypten an den Gesprächen teilnehmen.
Westliche Regierungschefs wollen sich ebenfalls diplomatisch einbringen. In einer gemeinsamen Erklärung, der sich neben Bundeskanzler Friedrich Merz auch Staatschefs wie Giorgia Meloni (Italien) und Mark Carney (Kanada) anschlossen, kündigten die Unterzeichner unter anderem an, dass "unsere Regierungen dazu beitragen (werden), die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus zu gewährleisten." Sie forderten zudem ausdrücklich, die Waffenruhe auch im Libanon umzusetzen.
Der britische Premier Keir Starmer etwa will noch an diesem Mittwoch in die Golfregion reisen, um mit dortigen Verbündeten über diplomatische Bemühungen zur Aufrechterhaltung der Waffenruhe zu sprechen. Dabei soll es auch um Maßnahmen zur Wiederherstellung der freien Schifffahrt in der Straße von Hormus gehen.
Bundeskanzler Merz begrüßt die Waffenruhe im Iran-Krieg und pocht auf Verhandlungen für ein dauerhaftes Kriegsende. Frankreichs Präsident Macron fordert, die Feuerpause auf den Libanon auszuweiten.
08.04.2026 | 0:21 minWie steht Israel zu der Abmachung?
Israel war an den Verhandlungen nicht beteiligt, unterstützt Trumps Entscheidung, die Angriffe auf Iran für zwei Wochen einzustellen, laut Ministerpräsident Benjamin Netanjahu aber. Voraussetzung sei, dass Iran die Straße von Hormus öffnet und seine Angriffe ebenfalls aussetzt. Israel pocht zudem weiterhin darauf, dass Iran mit seinem Atom- und Raketenprogramm keine Bedrohung mehr für die USA, Israel und die arabischen Nachbarn darstellen darf.
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