Iran-Krieg: Diese Politiker und Militärs sind bereits getötet

US-israelische Angriffe auf Staatsspitze:Diese iranischen Politiker und Militärs sind bereits tot

Autorenfoto Nils Metzger

von Nils Metzger

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Dutzende hochrangige iranische Politiker und Militärführer wurden in den vergangenen Wochen von den USA und Israel getötet. Ein Überblick der wichtigsten Köpfe.

Auf diesem am 18. Februar 2026 von einer offiziellen Website des Büros des iranischen Obersten Führers veröffentlichten Foto nimmt der Geheimdienstchef der iranischen Revolutionsgarde, Generalmajor Majid Khademi, an einem Interview in Teheran, Iran, teil.

Nahe der iranischen Hauptstadt Teheran kam es zu neuen Luftangriffen. Die Revolutionsgarden verkündeten außerdem den Tod ihres Geheimdienstchefs bei US-israelischen Angriffen.

06.04.2026 | 0:23 min

Israel und die USA setzen ihre Luftangriffe auf die Spitzen des iranischen Staates fort. Am Montag bestätigte die iranische Revolutionsgarde den Tod ihres Geheimdienstchefs Madschid Chademi.

Ein Überblick der hochrangigsten Ziele und welche Folgen ihr Tod hat.

Ali Chamenei, Oberster Führer der Islamischen Republik

Ein Porträt des getöteten Ajatollah Ali Chamenei in einem Vorort der libanesischen Hauptstadt Beirut.

Ein Porträt des getöteten Ajatollah Ali Chamenei in einem Vorort der libanesischen Hauptstadt Beirut.

Quelle: dpa

Direkt zu Beginn des Krieges am 28. Februar starben bei einem Luftangriff auf seinen Amtssitz Irans Oberster Führer Ali Chamenei und mehrere weitere Regierungsvertreter. US-Medien berichteten anschließend, dass der genaue Zeitpunkt für den Start des Krieges auch durch die Gelegenheit zur Tötung Chameneis bestimmt wurde.

Chamenei stand seit 1989 an der Spitze des Staates und hatte sowohl politische als auch religiöse Funktionen. Seit dem 8. März ist sein Sohn Modschtaba Chamenei Nachfolger in der Rolle des Obersten Führers.

US-Präsident Donald Trump äußert sich zum Konflikt im Iran

Beim Osterfest spricht Trump über den Iran-Krieg, droht mit weiteren Angriffen und lässt eine Waffenruhe offen – Teheran lehnt eine 45-tägige Pause ab. Frieden scheint fern.

06.04.2026 | 3:02 min

Ali Laridschani, Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrats

Sicherheitschef Ali Laridschani mit erhobenem Zeigefinger

Im Land selbst war Ali Laridschani zuletzt ein harter Verfechter des Regimes, bei seiner Außenpolitik galt er hingegen als Pragmatiker.

Quelle: dpa

Über Jahrzehnte war Ali Laridschani eine zentrale Figur der iranischen Politik - als Parlamentssprecher, als Chefunterhändler bei den Atomverhandlungen mit dem Westen, oder zuletzt als wichtiger Entscheider bei der blutigen Niederschlagung der Proteste bis Januar 2026.

Trotz seiner Position im Zentrum des Unterdrückungsapparats war Laridschani bis zuletzt auch als mögliches Gegenüber bei einer diplomatischen Lösung des Konflikts beschrieben worden.

Für den Tod einer ganzen Reihe von Offiziellen gibt es noch keine offizielle Bestätigung. Manche Politiker wie etwa der frühere Präsident Mahmud Ahmadineschad oder Ex-Außenminister Kamal Charrazi überlebten gezielte Angriffe auf Wohnhäuser oder Büros.

Vertriebene sitzen vor ihren Zelten in einem inoffiziellen Lager, das an der Küste von Beirut errichtet wurde

Die Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah gehen weiter. Die Folgen treffen vor allem die Zivilbevölkerung: Hunderttausende stehen zwischen den Fronten und sind auf der Flucht.

06.04.2026 | 2:50 min

Militär und Revolutionsgarde im Fokus

Neben dem regulären Militär gibt es in Iran noch die Revolutionsgarden als ideologisch geprägte Streitmacht. Sie sollen das Regime nach innen und außen verteidigen. Viele führende Köpfe der Islamischen Republik haben ihre Karriere in den Revolutionsgarden gemacht und zusammen mit ihrer Basidsch-Milizorganisation haben sie mehrere Hunderttausend Mitglieder.

Einige der führenden Militärs, die seit Ende Februar bei Angriffen getötet wurden:

  • 28. Februar: Generalmajor Mohammad Pakpour, Kommandeur der Revolutionsgarden
  • 28. Februar: Generalmajor Abdolrahim Mousavi, Generalstabschef der iranischen Streitkräfte
  • 28. Februar: Brigadegeneral Asis Nassirsadeh, Verteidigungsminister
  • 17. März: Brigadegeneral Gholamresa Soleimani, Kommandeur der Basidsch-Milizen
  • 18. März: Esmail Khatib, Geheimdienstminister
  • 26. März: Admiral Alireza Tangsiri, Marinechef der Revolutionsgarde
  • 6. April: Madschid Chademi, Geheimdienstchef der Revolutionsgarde

Hinzu kommen Dutzende hochrangige Kommandeure in den verschiedenen iranischen Provinzen oder militärische Führer von Spezialeinheiten der Revolutionsgarde.

Obwohl damit viele wichtige Entscheider der iranischen Streitkräfte ausgeschaltet wurden und die verbleibenden sich nur sehr eingeschränkt bewegen oder öffentlich zeigen können, bleibt das iranische Militär zumindest teilweise reaktionsfähig. Die Streitkräfte haben sich auf das aktuelle Szenario lange vorbereitet und überlassen ihren Einheiten etwa vergleichsweise viel eigenständige Entscheidungsgewalt.

ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen

ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen ordnet die neuesten Entwicklungen im Iran-Krieg ein.

06.04.2026 | 1:40 min

Gehen Israel und die USA identisch vor?

Ein weiterer Fokus der Luftschläge sind die Verantwortlichen für die iranischen Atom- und Raketenprogramme. Dazu gehören auch Verbindungsleute zu den von Iran unterstützten Milizgruppen in der Region wie die libanesische Hisbollah.

Dass Israel gezielt Wissenschaftler tötet, ist nicht neu - die israelischen Geheimdienste gehen seit vielen Jahren mit allen verfügbaren Mitteln gegen Teherans verdeckte Operationen vor.

Im aktuellen Krieg sahen Beobachter dabei zeitweise eine Arbeitsteilung zwischen Israel und den USA: Während das US-Militär sich auf Angriffe gegen militärische Ziele konzentrierte, wurden die meisten Luftschläge auf Einzelpersonen wie politische Führer von Israel durchgeführt. Wie sich Jerusalem und Washington untereinander koordinieren, ist im Detail nicht öffentlich bekannt.

Aktuelle Entwicklungen der Eskalation
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Die Halle im Azadi-Sportkomplex in der iranischen Hauptstadt liegt in Trümmern, nachdem eine Reihe von Angriffen der USA und Israels die Anlage zerstört hat
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Über den Krieg in Nahost berichtete das ZDF in verschiedenen Sendungen, etwa bei heute Xpress am 06.04.2026 ab 12:29 Uhr und im heute journal am 05.04.2026 ab 21:45 Uhr.

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