US-israelische Angriffe auf Staatsspitze:Diese iranischen Politiker und Militärs sind bereits tot
von Nils Metzger
Dutzende hochrangige iranische Politiker und Militärführer wurden in den vergangenen Wochen von den USA und Israel getötet. Ein Überblick der wichtigsten Köpfe.
Nahe der iranischen Hauptstadt Teheran kam es zu neuen Luftangriffen. Die Revolutionsgarden verkündeten außerdem den Tod ihres Geheimdienstchefs bei US-israelischen Angriffen.
06.04.2026 | 0:23 minIsrael und die USA setzen ihre Luftangriffe auf die Spitzen des iranischen Staates fort. Am Montag bestätigte die iranische Revolutionsgarde den Tod ihres Geheimdienstchefs Madschid Chademi.
Ein Überblick der hochrangigsten Ziele und welche Folgen ihr Tod hat.
Ali Chamenei, Oberster Führer der Islamischen Republik
Ein Porträt des getöteten Ajatollah Ali Chamenei in einem Vorort der libanesischen Hauptstadt Beirut.
Quelle: dpaDirekt zu Beginn des Krieges am 28. Februar starben bei einem Luftangriff auf seinen Amtssitz Irans Oberster Führer Ali Chamenei und mehrere weitere Regierungsvertreter. US-Medien berichteten anschließend, dass der genaue Zeitpunkt für den Start des Krieges auch durch die Gelegenheit zur Tötung Chameneis bestimmt wurde.
Chamenei stand seit 1989 an der Spitze des Staates und hatte sowohl politische als auch religiöse Funktionen. Seit dem 8. März ist sein Sohn Modschtaba Chamenei Nachfolger in der Rolle des Obersten Führers.
Ali Laridschani, Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrats
Im Land selbst war Ali Laridschani zuletzt ein harter Verfechter des Regimes, bei seiner Außenpolitik galt er hingegen als Pragmatiker.
Quelle: dpaÜber Jahrzehnte war Ali Laridschani eine zentrale Figur der iranischen Politik - als Parlamentssprecher, als Chefunterhändler bei den Atomverhandlungen mit dem Westen, oder zuletzt als wichtiger Entscheider bei der blutigen Niederschlagung der Proteste bis Januar 2026.
Trotz seiner Position im Zentrum des Unterdrückungsapparats war Laridschani bis zuletzt auch als mögliches Gegenüber bei einer diplomatischen Lösung des Konflikts beschrieben worden.
Für den Tod einer ganzen Reihe von Offiziellen gibt es noch keine offizielle Bestätigung. Manche Politiker wie etwa der frühere Präsident Mahmud Ahmadineschad oder Ex-Außenminister Kamal Charrazi überlebten gezielte Angriffe auf Wohnhäuser oder Büros.
Pakistan soll im Krieg zwischen Iran und den USA einen Vorschlag zur Waffenruhe vorgelegt haben. Dieser könnte noch am Montag umgesetzt und die Straße von Hormus geöffnet werden.
06.04.2026 | 1:34 minMilitär und Revolutionsgarde im Fokus
Neben dem regulären Militär gibt es in Iran noch die Revolutionsgarden als ideologisch geprägte Streitmacht. Sie sollen das Regime nach innen und außen verteidigen. Viele führende Köpfe der Islamischen Republik haben ihre Karriere in den Revolutionsgarden gemacht und zusammen mit ihrer Basidsch-Milizorganisation haben sie mehrere Hunderttausend Mitglieder.
Einige der führenden Militärs, die seit Ende Februar bei Angriffen getötet wurden:
- 28. Februar: Generalmajor Mohammad Pakpour, Kommandeur der Revolutionsgarden
- 28. Februar: Generalmajor Abdolrahim Mousavi, Generalstabschef der iranischen Streitkräfte
- 28. Februar: Brigadegeneral Asis Nassirsadeh, Verteidigungsminister
- 17. März: Brigadegeneral Gholamresa Soleimani, Kommandeur der Basidsch-Milizen
- 18. März: Esmail Khatib, Geheimdienstminister
- 26. März: Admiral Alireza Tangsiri, Marinechef der Revolutionsgarde
- 6. April: Madschid Chademi, Geheimdienstchef der Revolutionsgarde
Hinzu kommen Dutzende hochrangige Kommandeure in den verschiedenen iranischen Provinzen oder militärische Führer von Spezialeinheiten der Revolutionsgarde.
Obwohl damit viele wichtige Entscheider der iranischen Streitkräfte ausgeschaltet wurden und die verbleibenden sich nur sehr eingeschränkt bewegen oder öffentlich zeigen können, bleibt das iranische Militär zumindest teilweise reaktionsfähig. Die Streitkräfte haben sich auf das aktuelle Szenario lange vorbereitet und überlassen ihren Einheiten etwa vergleichsweise viel eigenständige Entscheidungsgewalt.
Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump wurde nun auch der zweite Soldat des von Iran abgeschossenen Kampfjets gerettet. Die Maschine war am Freitag in Südwest-Iran abgestürzt.
05.04.2026 | 2:04 minGehen Israel und die USA identisch vor?
Ein weiterer Fokus der Luftschläge sind die Verantwortlichen für die iranischen Atom- und Raketenprogramme. Dazu gehören auch Verbindungsleute zu den von Iran unterstützten Milizgruppen in der Region wie die libanesische Hisbollah.
Dass Israel gezielt Wissenschaftler tötet, ist nicht neu - die israelischen Geheimdienste gehen seit vielen Jahren mit allen verfügbaren Mitteln gegen Teherans verdeckte Operationen vor.
Im aktuellen Krieg sahen Beobachter dabei zeitweise eine Arbeitsteilung zwischen Israel und den USA: Während das US-Militär sich auf Angriffe gegen militärische Ziele konzentrierte, wurden die meisten Luftschläge auf Einzelpersonen wie politische Führer von Israel durchgeführt. Wie sich Jerusalem und Washington untereinander koordinieren, ist im Detail nicht öffentlich bekannt.
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