Iran: Wichtiger Funktinär Laridschani von Israel getötet

Chef des iranischen Sicherheitsrats:Iranischer Funktionär Laridschani von Israel getötet

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Mit Ali Laridschani ist ein weiterer wichtiger iranischer Funktionär bei einem israelischen Luftangriff getötet worden. Am Abend bestätigte Teheran die Meldung.

17.03.2026 Roundop Iran-Krieg

Israel will den iranischen Sicherheitschef Laridschani mit einem Luftangriff gezielt ausgeschaltet haben. Die iranische Führung hat den Tod des einflussreichen Funktionärs bisher nicht bestätigt.

17.03.2026 | 1:52 min

Der einflussreiche iranische Funktionär Ali Laridschani ist nach israelischen Angaben bei einem Luftangriff in Teheran getötet worden. Wie der israelische Verteidigungsminister Israel Katz nach Angaben seines Büros erklärte, kam der Generalsekretär des Sicherheitsrats bei einem gezielten Angriff in der Nacht ums Leben. Laridschani war in den vergangenen Monaten zu einer zentralen Figur im iranischen Machtapparat aufgestiegen.

Die staatsnahe iranische Nachrichtenagentur Fars bestätigte am Dienstagabend auf dem Dienst Telegram den Tod Laridschanis.

SGS Gaa Iran-Krieg Tod von Sicherheitschef

Der Tod von Sicherheitschef Laridschani ist bislang nicht bestätigt. Welche Auswirkungen hätte er auf die Machtstruktur in Iran? ZDF-Korrespondentin Phoebe Gaa berichtet.

17.03.2026 | 1:20 min

Welche Position hatte Laridschani im iranischen Regime?

Als Chef des iranischen Sicherheitsrats galt Laridschani nach dem Tod des Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei bei einem israelischen Luftangriff als starker Mann in Teheran. Auch wenn Chameneis Sohn Modschtaba zu dessen Nachfolger gewählt wurde, war es wohl eher Laridschani, der in den vergangenen Wochen die Zügel in der Hand hielt. Denn Modschtaba Chamenei wurde wohl verwundet und hat sich bisher nicht in der Öffentlichkeit gezeigt.

Laridschani wurde im August 2025 auf den Posten im Sicherheitsrat berufen. Zuvor hatte er als Berater des am 28. Februar getöteten Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei gearbeitet. Der Aufstieg des 67-Jährigen überraschte damals viele Beobachter. Verglichen mit anderen Regime-Größen galt Laridschani eher als Pragmatiker und hegte Ambitionen auf das Präsidentenamt. Für die Wahl 2024 wurde er jedoch vom mächtigen Wächterrat, einem Kontrollgremium, disqualifiziert.

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"Derzeit sehen wir keine größeren Fluchtbewegungen", so Magnus Brunner (ÖVP), EU-Kommissar für Inneres und Migration, über die Lage in Iran. Zudem sei man dank Reformen "besser vorbereitet als bei der Syrien-Krise".

17.03.2026 | 5:01 min

Der 1958 geborene Laridschani kam aus einer einflussreichen Polit-Familie des Landes und hatte über Jahrzehnte wichtige Ämter inne, etwa als Parlamentssprecher zwischen 2008 und 2020. Er war auch eine zentrale Figur bei den Atomverhandlungen mit den USA und reiste noch wenige Wochen vor Kriegsbeginn in den Oman. Trotz seiner zentralen Rolle bei der blutigen Niederschlagung der Proteste mit Tausenden Toten im Januar galt Laridschani auch als möglicher Gesprächspartner bei potenziellen Verhandlungen über eine Beilegung des jetzt laufenden Krieges.

Irans Sicherheitsrat befasst sich mit Fragen der nationalen Sicherheit, der Landesverteidigung sowie dem Schutz der Islamischen Revolution.

Neben dem Präsidenten als Vorsitzendem gehören dem Gremium mit rund einem Dutzend Mitgliedern mehrere Minister und Generäle an. Der Generalsekretär ist Gesandter des obersten Führers. Der Rat kann Entscheidungen treffen, ohne das Parlament einzubeziehen, die nach Zustimmung des Religionsführers endgültig sind. Ein wiederkehrendes Thema ist das iranische Atomprogramm.

Quelle: dpa


Politikwissenschaftler Herfried Münkler

Europa hat Donald Trumps Forderung nach militärischer Hilfe abgelehnt. Welche Gegenleistung die EU stattdessen verlangen könnte, erklärt Politikwissenschaftler Herfried Münkler bei ZDFheute live.

17.03.2026 | 12:18 min

Israel reklamiert auch Tötung eines wichtigen Kommandeurs

Nur kurz zuvor hatten Israels Streitkräfte mitgeteilt, ebenfalls den Kommandeur der iranischen Basidsch-Einheiten, Brigadegeneral Gholamresa Soleimani, getötet zu haben. Der Angriff sei am Montag in Teheran erfolgt, hieß es in der Mitteilung des Militärs. Aus Iran gab es auch dafür keine Bestätigung. Die Basidsch-Einheiten unter Soleimanis Führung seien für die blutige Niederschlagung der Proteste in Iran im Januar verantwortlich, schrieb die israelische Armee.

Die Basidsch-e Mostasafin (Mobilisierte der Unterdrückten) ist eine paramilitärische Einheit in Iran. Gegründet nach der Islamischen Revolution 1979 und rekrutiert aus jungen Teilen der Gesellschaft, spielt die Miliz eine zentrale Rolle bei der Unterdrückung von Protesten im Land. Die Miliz ist Teil der mächtigen Revolutionsgarden, ihr sollen mehrere Hunderttausend systemtreue Anhänger angehören.

Quelle: dpa


Seit 2019 war Soleimani oberster Kommandeur der Freiwilligentruppe, die zur iranischen Revolutionsgarde gehört. Die Basidsch-Milizen haben Hunderttausende Mitglieder. Dazu gehören militärisch geprägte Einheiten, Bereitschaftspolizisten und ein großes Netzwerk an Spitzeln, die Menschen im Iran belauschen.

Bei Protesten im Iran kann man immer wieder beobachten, wie unerkannte Basidsch-Leute in Zivil plötzlich Demonstranten attackieren und verschleppen. Auch jetzt während des Krieges werden die Basidsch eingesetzt, um Opposition im Land zu unterdrücken. Gegen Soleimani waren internationale Sanktionen verhängt worden wegen seiner Rolle bei der Niederschlagung von Protesten im Iran seit der umstrittenen Präsidentschaftswahl 2009.

Eine Überwachungssoftware am Drehkreuz einer Metro-Station erfasst die Gesichter von Menschen.

Zur Verfolgung seiner Bürger bedient sich Irans Regierung leistungsfähiger Software zur Gesichtserkennung aus Russland – das offenbart ein Datenleak.

18.03.2026 | 10:56 min

Israels Armeechef: "Repressiver Apparat des Regimes" im Visier

Israel hat im aktuellen Krieg bereits Dutzende führende Persönlichkeiten des iranischen Machtapparats getötet. Irans oberster Führer Ali Chamenei war am 28. Februar bei einem israelischen Luftangriff in der Hauptstadt Teheran getötet worden. Nach israelischen Medienberichten versuchte die israelische Armee außerdem, ein ranghohes Mitglied der palästinensischen Terrororganisation Islamischer Dschihad in Iran zu töten.

Die israelische Armee teilte mit, Generalstabschef Ejal Zamir habe mit Blick auf nächtliche Angriffe in Iran von "bedeutenden präventiven Erfolgen" gesprochen. Diese hätten "das Potenzial, die operativen Ergebnisse und die Ziele der israelischen Armee zu beeinflussen", sagte Zamir, ohne sich konkret auf Laridschani zu beziehen. Man nehme neben Infrastruktur der iranischen Machthaber auch "Elemente der Revolutionsgarden und des repressiven Apparats des Regimes" ins Visier.

Warnung vor "ewigem Krieg" in Iran
:Merz kritisiert Trumps Haltung zu Nato-Bündnis

US-Präsident Trump forderte Unterstützung von Nato-Ländern, um die Straße von Hormus zu sichern. Kanzler Merz sowie die Bundesminister Wadephul und Pistorius lehnen das strikt ab.
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Quelle: dpa, Reuters
Über das Thema berichteten am 17.03.2026 die ZDF heute Nachrichten ab 17 Uhr.

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