Chef des iranischen Sicherheitsrats:Israel meldet: Iranischer Funktionär Laridschani getötet
Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat die Tötung des ranghohen iranischen Funktionärs Ali Laridschani verkündet. Eine Bestätigung aus Iran gibt es bislang nicht.
Ali Laridschani (Archivfoto aus 2026) wurde nach israelischen Angaben getötet.
Quelle: epaDer einflussreiche iranische Funktionär Ali Laridschani ist nach israelischen Angaben bei einem Luftangriff in Teheran getötet worden. Wie der israelische Verteidigungsminister Israel Katz nach Angaben seines Büros erklärte, kam der Generalsekretär des Sicherheitsrats bei einem gezielten Angriff in der Nacht ums Leben. Der konservative Politiker Laridschani war in den vergangenen Monaten zu einer zentralen Figur im iranischen Machtapparat aufgestiegen.
Iranische Staatsmedien veröffentlichten am Dienstag eine handschriftliche Notiz, die von Laridschani stammen soll. Darin gedenkt er der bei einem US-Angriff getöteten Seeleute, die im Laufe des Tages beigesetzt werden sollen. Keine Angaben machten die Medien zu der Aussage des israelischen Verteidigungsministers, Laridschani sei bei einem Angriff getötet worden.
Israel hat eine neue Angriffswelle auf Irans Hauptstadt Teheran gestartet. Iran reagierte mit Gegenangriffen, auch auf US-Einrichtungen, wie etwa die Botschaft im irakischen Bagdad.
17.03.2026 | 1:29 minLaridschani wurde im August 2025 auf den Posten im Sicherheitsrat berufen. Zuvor hatte er als Berater des am 28. Februar getöteten Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei gearbeitet. Der Aufstieg des 67-Jährigen überraschte damals viele Beobachter. Laridschani galt als Pragmatiker und hegte Ambitionen auf das Präsidentenamt. Für die Wahl 2024 wurde er jedoch vom mächtigen Wächterrat, einem Kontrollgremium, disqualifiziert.
Irans Sicherheitsrat befasst sich mit Fragen der nationalen Sicherheit, der Landesverteidigung sowie dem Schutz der Islamischen Revolution.
Neben dem Präsidenten als Vorsitzendem gehören dem Gremium mit rund einem Dutzend Mitgliedern mehrere Minister und Generäle an. Der Generalsekretär ist Gesandter des obersten Führers. Der Rat kann Entscheidungen treffen, ohne das Parlament einzubeziehen, die nach Zustimmung des Religionsführers endgültig sind. Ein wiederkehrendes Thema ist das iranische Atomprogramm.
Quelle: dpa
"Derzeit sehen wir keine größeren Fluchtbewegungen", so Magnus Brunner (ÖVP), EU-Kommissar für Inneres und Migration, über die Lage in Iran. Zudem sei man dank Reformen "besser vorbereitet als bei der Syrien-Krise".
17.03.2026 | 5:01 minIsrael reklamiert auch Tötung eines wichtigen Kommandeurs
Nur kurz zuvor hatten Israels Streitkräfte mitgeteilt, den Kommandeur der iranischen Basidsch-Einheiten, Brigadegeneral Gholamresa Soleimani, getötet zu haben. Der Angriff sei am Montag in Teheran erfolgt, hieß es in der Mitteilung des Militärs. Aus Iran gab es auch dafür keine Bestätigung. Die Basidsch-Einheiten unter Soleimanis Führung seien für die blutige Niederschlagung der Proteste in Iran im Januar verantwortlich, schrieb die israelische Armee.
Die Basidsch-e Mostasafin (Mobilisierte der Unterdrückten) ist eine paramilitärische Einheit in Iran. Gegründet nach der Islamischen Revolution 1979 und rekrutiert aus jungen Teilen der Gesellschaft, spielt die Miliz eine zentrale Rolle bei der Unterdrückung von Protesten im Land. Die Miliz ist Teil der mächtigen Revolutionsgarden, ihr sollen mehrere Hunderttausend systemtreue Anhänger angehören.
Quelle: dpa
Israel hat im aktuellen Krieg bereits Dutzende führende Persönlichkeiten des iranischen Machtapparats getötet. Irans oberster Führer Ali Chamenei war am 28. Februar bei einem israelischen Luftangriff in der Hauptstadt Teheran getötet worden.
Nach israelischen Medienberichten versuchte die israelische Armee außerdem, ein ranghohes Mitglied der palästinensischen Terrororganisation Islamischer Dschihad in Iran zu töten.
Der Krieg gegen Iran kostet Israel und USA bereits Milliarden. Experte Jan Busse erklärt bei ZDFheute live, wie teuer der Militäreinsatz werden kann und welche Folgen er für die Golfregion hat.
16.03.2026 | 15:48 minLaridschani als "Mann des Systems"
Laridschani studierte Mathematik und galt als "Mann des Systems", vertrat in den vergangenen Jahren jedoch auch wiederholt moderatere Positionen. Wie viele heutige Politiker machte er zunächst Karriere bei den Revolutionsgarden und stieg bis zum Brigadegeneral auf, ehe er Anfang der Neunzigerjahre aus dem aktiven Dienst ausschied.
Er soll eine Schlüsselrolle bei der Niederschlagung der jüngsten Massenproteste gespielt haben, berichtete das Exilmedium "Iranwire". Tausende Demonstranten wurden bei den Aufständen Anfang Januar getötet. Zugleich, so zitierte das Portal einen Insider, habe Laridschani an "kulturelle und wirtschaftliche Reformen sowie an diplomatische Annäherung - ähnlich den Reformen in China" geglaubt. Die USA belegten den Funktionär wegen seiner Rolle bei der Repression mit Sanktionen.
Die EU-Außenminister haben sich am Montag zum ersten Mal seit Beginn des Iran-Kriegs persönlich in Brüssel getroffen. Sie sind verärgert über die Planlosigkeit der US-Kriegsführung.
16.03.2026 | 2:55 minIsraels Armeechef: "Bedeutende präventive Erfolge"
Die israelische Armee teilte mit, Generalstabschef Ejal Zamir habe mit Blick auf nächtliche Angriffe in Iran von "bedeutenden präventiven Erfolgen" gesprochen. Diese hätten "das Potenzial, die operativen Ergebnisse und die Ziele der israelischen Armee zu beeinflussen", sagte Zamir, ohne sich konkret auf Laridschani zu beziehen. Er sagte lediglich, die Armee gehe "entschlossen gegen mehrere Ziele in Iran" vor. Man nehme neben Infrastruktur der iranischen Machthaber auch "Elemente der Revolutionsgarden und des repressiven Apparats des Regimes" ins Visier.
Das Büro des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu veröffentlichte ein Bild des Regierungschefs unter der Überschrift: "Ministerpräsident Benjamin Netanjahu befiehlt die Tötung hochrangiger Vertreter des iranischen Regimes."
Aktuelles zur Lage in Iran
- Liveblog
Aktuelle Entwicklungen der Eskalation:Iran-Krieg: Alle Nachrichten im Liveblog
Chef des iranischen Sicherheitsrats:Israel meldet: Iranischer Funktionär Laridschani getötet
Nach Asylantrag:Australischer Klub nimmt iranische Fußballerinnen auf
mit Video1:38Krieg im Nahen Osten:Neue Angriffswelle auf Teheran
Video1:29