Merz und Minister: Nato "nicht zuständig" für Straße von Hormus

Warnung vor "ewigem Krieg" in Iran:Merz kritisiert Trumps Haltung zu Nato-Bündnis

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US-Präsident Trump forderte Unterstützung von Nato-Ländern, um die Straße von Hormus zu sichern. Kanzler Merz sowie die Bundesminister Wadephul und Pistorius lehnen das strikt ab.

Donald Trump fordert die NATO auf, sich an einem internationalen Militäreinsatz zur Sicherung der Straße von Hormus zu beteiligen.

Der Iran hat die Straße von Hormus weiterhin fest in der Hand. US-Präsident Donald Trump fordert deswegen die NATO auf, sich an einem Militäreinsatz zu beteiligen.

16.03.2026 | 1:42 min

Bundeskanzler Friedrich Merz hat einer deutschen militärischen Beteiligung am Schutz von Öltankern in der Straße von Hormus eine Absage erteilt und in scharfen Worten den Kurs von US-Präsident Donald Trump kritisiert.

Die Nato sei ein Verteidigungsbündnis und kein Interventionsbündnis, sagte der CDU-Vorsitzende bei einem Treffen mit dem niederländischen Ministerpräsidenten Rob Jetten in Berlin. "Deswegen wünsche ich mir, dass wir auch mit dem notwendigen Respekt im Bündnis hier miteinander umgehen", sagte Merz. Der Iran-Krieg sei keine Angelegenheit der Nato.

Auch Außenminister Wadephul und Verteidigungsminister Pistorius bekräftigten, dass die Nato nicht zuständig sei.

Trump hat die NATO aufgefordert, die USA bei der militärischen Sicherung der Straße von Hormus zu unterstützen.

US-Präsident Donald Trump fordert die NATO auf, sich an einem internationalen Militäreinsatz zur Sicherung der Straße von Hormus zu beteiligen.

16.03.2026 | 1:46 min

Trump forderte Nato-Mission für Senkung des Ölpreises

Trump hatte in der "Financial Times" den Druck auf die Nato-Verbündeten erhöht, sich an einem internationalen Marineeinsatz zu beteiligen. Damit sollte die Schifffahrt durch die für die internationale Ölversorgung wichtige Straße von Hormus gesichert werden. Eine ausbleibende Unterstützung durch Nato-Partner wäre "sehr schlecht" für die Zukunft des Verteidigungsbündnisses, sagte Trump.

Merz sagte, solange der Krieg andauere, werde sich Deutschland nicht daran beteiligen, in der Straße von Hormus mit militärischen Mitteln eine freie Schifffahrt zu gewährleisten.

Bis heute ist uns auch kein Konzept bekannt, wie eine solche Operation überhaupt gelingen könnte.

Friedrich Merz, Bundeskanzler

Grafik der Straße von Hormus

Etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls und verflüssigten Gases (LNG) muss durch die Straße von Hormus.

Quelle: ZDF

Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus, die sehr wichtig ist für den internationalen Transport von Öl und Flüssiggas, ist wegen des Kriegs und drohender iranischer Angriffe praktisch zum Erliegen gekommen. Öl- und Gaspreise schnellten in die Höhe.

Die NATO lehnt Trumps Forderung zur Unterstützung bei der militärischen Sicherung der Straße von Hormus ab.

Donald Trump fordert die NATO zur Beteiligung an einem Militäreinsatz zur Sicherung der Straße von Hormus auf. Was Trump vorhat und wie die EU reagiert, berichten Ulf Röller und Claudia Bates.

16.03.2026 | 2:26 min

Kanzler warnt vor einem "ewigen Krieg"

"Wir teilen das Ziel: Dieses iranische Regime muss aufhören", sagte Merz. "Es muss ersetzt werden durch eine demokratisch legitimierte Regierung. Aber das herbeizubomben, wird nach allen Erfahrungen, die wir auch in früheren Jahren und Jahrzehnten gemacht haben, aller Voraussicht nach nicht gelingen." Merz sagte weiter, die Region dürfe nicht in einen "ewigen Krieg" mit unklaren Zielen hineinschlittern.

Wadephul: Nato nicht "zuständig"

Zuvor hatte sich auch Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) skeptisch über einen möglichen Nato-Einsatz geäußert. Er sehe nicht, dass die Nato "zuständig werden könnte für die Straße von Hormus", sagte Wadephul vor einem Treffen der EU-Außenminister in Brüssel.

Wir wollen zunächst einmal von Israel und den Vereinigten Staaten von Amerika erfahren, wann sie ihre militärischen Ziele im Iran erzielt haben wollen.

Johann Wadephul, Bundesaußenminister (CDU)

Erst dann könne "eine Sicherheitsarchitektur für diese gesamte Region" definiert werden, so der Außenminister. Um "die Freiheit der Seeschifffahrt garantiert" werde er sich aber beim Außenministertreffen für Sanktionen gegen diejenigen einsetzen, "die verantwortlich sind für die Blockade der Straße von Hormus".

Rauch steigt aus einer Energie Produktionsanlage in Iran auf.

Laut Israel sei der Krieg im Iran in einer entscheidenden Phase. Währenddessen bombardieren die USA eine für die Ölproduktion wichtige Insel, um Teheran zur Freigabe der Straße von Hormus zu bringen.

14.03.2026 | 1:39 min

Pistorius: "Es ist nicht unser Krieg"

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) betonte, die USA und Israel hätten sich für den Angriff auf den Iran entschieden und drohten nun, Europa mit hineinzuziehen. Für einen solchen Einsatz fehle ein Mandat.

Es ist nicht unser Krieg, wir haben ihn nicht begonnen. Wir wollen diplomatische Lösungen und ein schnelles Ende, aber weitere Kriegsschiffe in der Region tragen dazu im Zweifel nicht bei.

Boris Pistorius, Bundesverteidigungsminister (SPD)

Der SPD-Politiker ergänzte: "Wir haben eine Verantwortung für die Ostflanke und für den Atlantik, insbesondere als Deutschland in unserer geopolitischen Lage. Das ist unsere erste Verantwortung."

11.03.2026, Vereinigte Arabische Emirate, Khor Fakkan: Ein Schiff der Marine der Vereinigten Arabischen Emirate patrouilliert neben Frachtschiffen und Öltankern in der Straße von Hormus am 11.03.2026 in Khor Fakkan, Vereinigte Arabische Emirate.

Um Öltransporte in der Straße von Hormus zu sichern, fordert US‑Präsident Trump Hilfe der Nato. Ein Experte warnt im ZDF vor Risiken, wenn militärische Kräfte eingesetzt werden.

16.03.2026 | 5:48 min

SPD will keine deutschen Soldaten schicken

Auch SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetovic lehnte eine deutsche Beteiligung an einem Marineeinsatz kategorisch ab. Im ZDF-"Morgenmagazin" sagte er mit Blick auf US-Präsident Trump:

Man kann auch sagen, Stand jetzt, er hat sich verkalkuliert.

Adis Ahmetovic (SPD)

AfD-Chefin Alice Weidel nannte einen Einsatz der "kleinen Deutschen Marine auch im Rahmen der EU - illusorisch und hochgefährlich".

Quelle: ZDF, AFP, dpa
Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen des ZDF, etwa das gemeinsame Morgenmagazin von ARD und ZDF am 16.03.2026 ab 05:30 Uhr sowie die heute Xpress um 15 Uhr.

Der Iran-Krieg und die Weltwirtschaft

  1. Dieses von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) zur Verfügung gestellte Bild zeigt die iranische Insel Kharg

    Strategisch wichtiger Ölhafen:US-Angriff auf Öl‑Insel Kharg - Iran: Geschäfte laufen weiter

    mit Video1:38

  2. Valerie Haller sitzt im Studio von "WISO - Wirtschaft erklärt".

    WISO - Wirtschaft erklärt:Iran-Krieg: Was der hohe Ölpreis für die Inflation bedeutet

    von Tim Weber und Valerie Haller
    mit Video8:51

  3. Symbolbild:  Ein Arbeiter steht an einer Abfüll- und Verschließanlage für pharmazeutische Produkte bei Takeda Pharmaceutical.

    Blockade der Straße von Hormus:Chemiebranche warnt vor Lieferengpässen durch Iran-Krieg

    mit Video6:44

  4. Ein Öltanker im russischen Öltanker liegt im Hafen von Noworossijsk.

    Reaktion auf hohe Ölpreise:USA erlauben kurzfristig Verkauf von russischem Öl

    mit Video1:50

  5. Schiffe warten in der Straße von Hormus
    Interview

    Asymmetrische Kriegsführung:Militärökonom: Irans stärkstes Druckmittel ist Öl

    mit Video22:39

  6. Ölförderanlage

    Internationale Energieagentur:Weltweite Ölreserven: 32 Länder geben Rekordmenge frei

    mit Video0:27

  7. Eine Tankanzeige eines Pkw
    Interview

  8. Ein Öltanker liegt an der Tankerlöschbrücke von Nord-West Oelleitung (NWO), im Vordergrund das Mineralöltanklager (Luftaufnahme mit einer Drohne), aufgenommen am 23.06.2025

    Folgen des Iran-Kriegs:Wirtschaftsweise Grimm warnt vor "Energieschock"

    mit Video0:25