Straße von Hormus: Trump drängt auf Hilfe anderer Länder

Verhaltenes Echo auf Trumps Forderung:Trump will Straße von Hormus sichern - und drängt auf Hilfe

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US-Präsident Trump will den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus durch Kriegsschiffe sichern - und setzt dabei auf Hilfe anderer Länder. Die Reaktionen sind zurückhaltend.

Rauch steigt aus einer Energie Produktionsanlage in Iran auf.

Die USA bombardierten am Samstag eine für die Ölproduktion wichtige Insel. Das Augenmerk richtet sich weiter auf die Schifffahrt in der Straße von Hormus.

14.03.2026 | 1:39 min

Mit seiner Forderung, andere Staaten sollten im Iran-Krieg die Schifffahrt durch die für die internationale Ölversorgung wichtige Straße von Hormus absichern, ist US-Präsident Donald Trump auf zurückhaltende Reaktionen gestoßen.

Nachdem Trump zunächst angekündigt hatte, die US-Kriegsmarine werde in Kürze mit der Eskortierung von Tankern durch die Straße von Hormus beginnen, war er am Samstag umgeschwenkt. Stattdessen drängte er andere Länder zur Entsendung von Kriegsschiffen, um die Schifffahrt durch die Meerenge abzusichern. "Viele Länder, insbesondere diejenigen, die von Irans versuchter Sperrung der Straße von Hormus betroffen sind, werden gemeinsam mit den USA Kriegsschiffe entsenden, um die Straße offen und sicher zu halten", schrieb Trump am Samstag in seinem Onlinedienst Truth Social.

Die USA werden sich auch mit diesen Ländern abstimmen, damit alles schnell, reibungslos und gut verläuft.

Donald Trump, US-Präsident

ZDF-Korrespondent David Sauer berichtet aus Washington

US-Präsident Donald Trump will die wirtschaftlich wichtige Straße von Hormus mit Kriegsschiffen, auch aus anderen Ländern, sichern. Eine Einordnung dazu von David Sauer aus Washington.

14.03.2026 | 1:36 min

Er hofft demnach darauf, dass auch "China, Frankreich, Japan, Südkorea, Großbritannien und andere Länder" Schiffe entsenden. Am Freitag hatte Trump angekündigt, die US-Marine werde "sehr bald" damit beginnen, Öltanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren.

Israelische Artillerie feuert auf den Libanon.

Nach Angaben von Aktivisten sollen in Iran inzwischen mehr als 3.000 Menschen ums Leben gekommen sein. Israel will den Krieg noch mindestens drei Wochen fortsetzen. Auch Iran greift weiter Ziele an.

15.03.2026 | 1:30 min

Iran spottet über Trumps "Bitten um Verstärkung"

Der Marine-Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, Aziz Reza Tangsiri, verspottete Trump auf der Plattform X: "Die Amerikaner haben fälschlicherweise behauptet, die iranische Marine zerstört zu haben. Dann haben sie fälschlicherweise behauptet, Öltanker zu eskortieren. Jetzt bitten sie sogar andere um Verstärkung", schrieb er mit Blick auf Trumps Post.

Weiter schrieb der iranische Kommandeur: "Natürlich sollten wir daran erinnern, dass die Straße von Hormus noch nicht militärisch gesperrt wurde und lediglich unter Kontrolle steht."

Wadephul: Deutschland beteiligt sich nicht

Nach den Worten von Außenminister Johann Wadephul wird sich Deutschland nicht an einem internationalen Militäreinsatz zum Schutz von Handelsschiffen in der Straße von Hormus beteiligen. Der CDU-Politiker sagte in der ARD: "Werden wir bald aktiver Teil dieser Auseinandersetzung? Nein." Hierzu habe die Bundesregierung eine ganz klare Auffassung, die Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) deutlich gemacht hätten.

Wir werden uns an dieser Auseinandersetzung nicht beteiligen.

Johann Wadephu

Auch der Vorsitzende des Europaausschusses im Bundestag, Anton Hofreiter (Grüne), warnte vor der Beteiligung Deutschlands. Die deutsche Marine verfüge "nicht über ausreichende Kapazitäten, um in der Straße von Hormus den Schiffsverkehr zu schützen und auf den vielen kleinen, Iran vorgelagerten Inseln gegen die iranischen Streitkräfte vorzugehen", sagte Hofreiter den Funke-Zeitungen vom Samstag.

Grafik der Straße von Hormus
Quelle: ZDF

Großbritannien prüft Beitrag zur Sicherung der Straße von Hormus

Großbritannien prüfe nach Angaben von Energieminister Ed Miliband einen Beitrag zur Sicherung der Straße von Hormus. Auf die Frage, ob Großbritannien erwäge, Minensuchboote oder Seedrohnen in die strategisch wichtige Wasserstraße zu entsenden, um den Schiffsverkehr zu sichern, sagte Miliband dem Sender Sky News, die britische Regierung stehe in Kontakt mit ihren Verbündeten.

"Wir prüfen gemeinsam mit unseren Verbündeten intensiv, was getan werden kann, denn es ist so wichtig, dass wir die Meerenge wieder öffnen", erklärte der Minister. Der BBC sagte er am Sonntag, alle Optionen, die dazu beitragen könnten, die Meerenge wieder zu öffnen, würden geprüft. "Wir wollen keinen atomar bewaffneten Iran, aber die Beendigung dieses Konflikts ist der beste und sicherste Weg, um die Meerenge wieder zu öffnen."

Ausweichende Reaktionen aus Japan und Südkorea

Ein japanischer Regierungsvertreter erklärte, die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Entsendung japanischer Marineschiffe seien "extrem hoch". Auch aus dem südkoreanischen Präsidialamt kam eine ausweichende Reaktion: Seoul verfolge Trumps Äußerungen genau und werde "das Thema in enger Abstimmung mit den Vereinigten Staaten gründlich betrachten", hieß es.

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi warnte andere Länder derweil vor Schritten, die zu einer "Eskalation und Ausweitung des Konflikts führen" könnten. In einem Telefonat mit dem französischen Außenminister Jean-Noël Barrot forderte Araghtschi am Sonntag nach Angaben seines Ministeriums andere Staaten auf, "von jeder Aktion abzusehen, die zu einer Eskalation und Ausweitung des Konflikts führen könnte".

Trump droht weitere Angriffe auf iranische Öl-Insel an

Trump drohte derweil in einem Telefoninterview des Senders NBC News mit weiteren Angriffen auf die für Irans Ölindustrie wichtigen Insel Kharg. Das US-Militär hatte am Samstag nach seinen Angaben auf der Insel Militäranlagen zerstört, um Teheran zur Wiederöffnung der Straße von Hormus zu bewegen. Laut der US-Armee wurden mehr als 90 Militärziele getroffen, ohne dass dabei die Ölinfrastruktur beschädigt wurde.

Trump sagte nun dem Sender NBC News nach dessen Angaben, die Angriffe hätten die Insel Kharg "vollständig zerstört, aber wir werden vielleicht noch ein paar Mal zuschlagen, nur so zum Spaß".

SGS Theveßen Iran

Die Amerikaner sind gespalten, was den Iran-Krieg angeht, berichtet ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen aus Washington. Trump könne sich nur bei einem Sieg ein Ende des Krieges leisten.

12.03.2026 | 2:15 min

Trump zu Abkommen mit Iran nicht bereit

US-Präsident Trump ist derweil nach eigenen Worten noch nicht bereit für ein Abkommen zur Beendigung des Krieges mit Iran. "Iran will ein Abkommen schließen, und ich will es nicht schließen, weil die Bedingungen noch nicht gut genug sind", zitierte ihn der Sender NBC News. Auf die Frage, wie die Bedingungen für ein Abkommen zur Beendigung des Krieges aussehen müssten, habe Trump am Telefon erwidert: "Das möchte ich Ihnen nicht sagen."

US-Präsident Donald Trump

Die wechselseitigen Angriffe in Nahost halten an. US-Präsident Donald Trump gab bekannt, nicht bereit für ein Abkommen mit Iran zu sein und drohte unterdessen mit weiteren Angriffen.

15.03.2026 | 0:22 min

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Quelle: AFP, dpa
Über dieses Thema berichten viele aktuelle Sendungen im ZDF, unter anderem die heute-Sendung am am 14.03.2026 ab 19:00 Uhr sowie die heute Xpress am 15.03.2026 ab 9:00 Uhr .

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