Forderung nach Einreiseverbot:Kanye West für Festival gebucht - Sponsoren steigen aus
Der US-amerikanische Rapper Kanye West fiel mehrfach mit rassistischen Äußerungen auf. Nun wurde er für ein Londoner Festival gebucht - doch darüber ist sogar Keir Starmer besorgt.
Kanye West soll beim Wireless Festival in London auftreten. Premierminister Starmer findet das "besorgniserregend", Sponsoren ziehen sich zurück. West hatte sich zuvor antisemitisch geäußert.
06.04.2026 | 0:46 minNach der Ankündigung von Auftritten des US-Skandalrappers Kanye West bei einem Festival in London wird in Großbritannien ein Einreiseverbot für den Musiker gefordert.
Die Regierung könne jeder Person, die kein Staatsbürger ist und deren Anwesenheit dem öffentlichen Wohl nicht zuträglich wäre, die Einreise verbieten, schrieb die Aktivistengruppe Campaign Against Antisemitism auf der Plattform X. Bei West sei das ein "eindeutiger Fall".
Starmer: Auftritt Wests "zutiefst besorgniserregend"
Der 48 Jahre alte Rapper, der mittlerweile unter dem Namen Ye firmiert und in der vergangenen Woche in Los Angeles auftrat, war immer wieder mit rassistischen und antisemitischen Kommentaren aufgefallen.
Er soll im Sommer (10. bis zum 12. Juli) beim Wireless Festival im Finsbury Park an den Abenden als Headliner auftreten. Premierminister Keir Starmer hatte die Planung als "zutiefst besorgniserregend" bezeichnet.
West hatte im vergangenen Jahr ein Lied mit dem Titel "Heil Hitler" veröffentlicht. Anfang 2026 hatte er im "Wall Street Journal" um Entschuldigung gebeten. "Ich bin weder ein Nazi noch ein Antisemit", schrieb der Ex-Ehemann von Kim Kardashian und führte seine früheren Äußerungen auf eine bipolare Störung zurück.
Labour-Abgeordnete: Einreise nicht zulassen
Starmers Parteikollegin Rachael Maskell, die für den Wahlkreis York Central im Parlament sitzt, sagte der BBC:
Wir können nicht zulassen, dass diese Künstler eine Plattform bekommen.
Starmers Parteikollegin Rachael Maskell
West sollte wegen seiner antisemitischen Äußerungen nicht in das Vereinigte Königreich einreisen dürfen. Starmer hatte gesagt, jeder habe die Verantwortung, "dafür zu sorgen, dass Großbritannien ein Ort ist, an dem sich jüdische Menschen sicher und geschützt fühlen". Die Organisatoren des Festivals äußerten sich bislang nicht.
Pepsi und Diageo wollen Festival nicht mehr sponsern
Die Getränkehersteller Pepsi und Diageo gaben am Sonntag ihren Rückzug als Sponsoren des Festivals bekannt. Aktivisten gegen Antisemitismus forderten die britische Regierung auf, dem Rapper die Einreise in das Land zu verweigern.
Der Rapper veröffentlicht einen offenen Brief im "Wall Street Journal". Darin bittet er um Entschuldigung für seine antisemitischen Äußerungen, die er auf seine bipolare Störung zurückführt.
27.01.2026 | 0:46 minEin Sprecher von Pepsi, dem Hauptsponsor des Festivals, sagte der Nachrichtenagentur AFP, das Unternehmen "habe entschieden, sein Sponsoring des Wireless Festival zurückzuziehen", ohne einen Grund zu nennen.
Veranstalter hat noch nicht reagiert
Ein Sprecher von Diageo, dessen Produkte Johnnie Walker und Captain Morgan als Partnermarken für das Festival vorgesehen waren, sagte AFP: "Wir haben die Veranstalter über unsere Bedenken informiert, und Stand jetzt wird Diageo das Wireless Festival 2026 nicht sponsern."
Der Veranstalter des Festivals, Live Nation, reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage von AFP. Die Organisatoren hatten Wests Auftritt im vergangenen Monat in den sozialen Medien bekannt gegeben, was Kritik jüdischer Organisationen und des Londoner Bürgermeisters Sadiq Khan auslöste.
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