Norwegens Kronprinzessin im Interview:Mette-Marit: Wurde von Epstein "manipuliert und getäuscht"
Mette-Marit hat im norwegischen TV ihre Freundschaft zu Epstein erklärt: Sie sei "manipuliert" worden. Die Kronprinzessin spricht auch über ihre Gesundheit und Sohn Marius Høiby.
Außergewöhnlich emotional zeigte sich Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit bei einem Interview mit dem TV-Sender NRK. (Archivbild)
Quelle: imagoNorwegens Kronprinzessin Mette-Marit (52) hat in einem Fernsehinterview ihr Schweigen über ihre Freundschaft mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gebrochen. Dem Sender NRK sagte sie:
Ich wünschte, ich hätte ihn niemals getroffen.
Mette-Marit, Kronprinzessin Norwegens
Mette-Marit und Epstein sollen über Jahre Kontakt gehabt und sich über viele private Dinge ausgetauscht haben - auch nachdem der US-Amerikaner bereits zum ersten Mal verurteilt worden war. Sie habe sich von Epstein "manipulieren und täuschen" lassen. "Und wenn man manipuliert wird, begreift man das ja nicht von Anfang an", so die 52-Jährige weiter.
Ich wusste nicht, dass er ein Sexualverbrecher war.
Mette-Marit, Kronprinzessin Norwegens
"Norwegens Monarchie muss jetzt konsequent reagieren", erklärt Politikwissenschaftler Tobias Etzold bei ZDFheute live.
07.02.2026 | 15:33 minMette-Marit: Epstein erpresste andere
Mit der Zeit erst sei ihr klar geworden, dass Epstein kein guter Mensch sei - unter anderem während eines Aufenthalts in Epsteins Haus in Palm Beach in Florida 2013 mit einer Bekannten. Sie habe später "Gerüchte gehört, dass er kein guter Mensch sei", so die Kronprinzessin.
Deshalb wollte ich den Kontakt abbrechen.
Mette-Marit, Kronprinzessin Norwegens
Heute bereue sie es, dass sie nach dem Kontaktabbruch im Sommer 2014 nicht mehr Menschen vor Epstein gewarnt habe, sagte die Kronprinzessin. "Ich wusste immer noch nichts von all den Übergriffen. Aber mir war klar, dass er ein übler Kerl war, mit dem man nichts zu tun haben sollte", so Mette-Marit. "Und ich hatte aus nächster Nähe miterlebt, wie er andere erpresste."
Neue Enthüllungen belasten das Königshaus: Akten zeigen engen E-Mail-Kontakt von Kronprinzessin Mette-Marit zu Jeffrey Epstein.
03.02.2026 | 1:33 minMette-Marit wegen Epstein-Kontakten in der Kritik
Bislang hatte sich Mette-Marit nur schriftlich zu ihrem engen Kontakt mit Epstein geäußert, der durch die Veröffentlichungen in dem Fall ans Licht gekommen war. Der Name der Frau von Norwegens Kronprinz Haakon (52) taucht Hunderte Male in den Akten zu dem Fall auf. Das hatte in Norwegen große Kritik ausgelöst.
Der Multimillionär Epstein betrieb über viele Jahre einen Missbrauchsring mit einer großen Zahl an Opfern. 2019 starb er in Haft, bevor es zu einer weiteren Verurteilung hätte kommen können.
Ihre Landsleute hatten Mette-Marit auch übelgenommen, dass sie sich nicht früher ausführlich dazu geäußert hatte. Im Interview nun zeigte sich die Kronprinzessin nun außergewöhnlich emotional - teils den Tränen nahe und mit zitternder Stimme.
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04.03.2026 | 7:02 minMette-Marit: Gesundheitszustand "verschlechtert"
Ihr Schweigen hatte der Hof unter anderem mit der Gesundheit der Kronprinzessin begründet: Mette-Marit leidet an einer chronischen Lungenkrankheit.
Mein Gesundheitszustand ist so, dass ich sehr viel Ruhe brauche. Und dieser Zustand hat sich noch etwas verschlechtert.
Mette-Marit, Kronprinzessin Norwegens
Mette-Marit geht es immer schlechter. Norwegens Kronprinzessin leidet an Lungenfibrose, einer seltenen, chronischen Lungenkrankheit.
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Kronprinzessin: Sohn Marius Høiby in "schwieriger Situation"
Auch der Vergewaltigungs-Prozess gegen ihren ältesten Sohn Marius Borg Høiby (29) dürfte die Kronprinzessin belastet haben. Dieser war am Donnerstag zu Ende gegangen.
Ich bin die Mutter eines jungen Mannes, der sich in einer sehr schwierigen Situation befunden hat.
Mette-Marit, Kronprinzessin Norwegens
Sieben Jahre und sieben Monate – so lange soll Marius Borg Høiby laut Forderung des Staatsanwalts in Haft.
18.03.2026 | 3:04 minZum Abschluss der knapp siebenwöchigen Verhandlung hatten Høibys Verteidiger nach Medienberichten für eine Haftstrafe von eineinhalb Jahren plädiert. Die Staatsanwaltschaft hatte dagegen sieben Jahre und sieben Monate Gefängnis für den Angeklagten gefordert. Der 29-Jährige sitzt bereits seit Anfang Februar in Untersuchungshaft.
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