Marius Høiby sagt aus:Mette-Marits Sohn: Viel Sex, viel Drogen und viel Alkohol
von Sigrid Harms, Oslo
Wilde Eskapaden, Tränen und Erinnerungslücken: Im Prozess erzählt der Angeklagte Marius Høiby von seiner wilden Jugend im royalen Schatten. Missbrauchsvorwürfe weist er zurück.
Der älteste Sohn von Mette-Marit, Marius Borg Høiby, steht vor Gericht. Vergewaltigung, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Drogenhandel: Die Liste der Vorwürfe ist lang.
03.02.2026 | 2:18 min"Wird Marius heute aussagen?", fragten Journalisten die Verteidigerin von Marius Borg Høiby auf dem Weg zum Gericht in Oslo. Die Frage ist berechtigt, denn am ersten Verhandlungstag des sieben Wochen langen Strafprozesses wirkte der 29-Jährige schwer mitgenommen.
Blass, mit hängenden Schultern, saß er zwischen seinen Verteidigern. Gekleidet in einem braunen Pullover, aus dem ein Hemdkragen ragte, mit einer dunkel eingefassten Brille, die Haare im Seitenscheitel, wirkte er wie ein unsicherer junger Mann. Høiby drohen bis zu 16 Jahre Haft.
Gerichtsskizze von Marius Borg Høiby - Fotos und Videos von Angeklagten zu machen, ist im Gericht nicht erlaubt.
Quelle: dpaDie Verlesung der Anklage musste der Sohn der norwegischen Kronprinzessin stehend über sich ergehen lassen und zu jedem einzelnen der 38 Anklagepunkte Stellung nehmen: schuldig oder nicht schuldig. Die meisten Punkte, vor allem die, die sexuelle Übergriffe betreffen, bestritt Høiby. Gewalt gegenüber seiner Ex-Freundin, den Transport von 3,5 kg Marihuana und Verkehrsdelikte räumte er mit leiser Stimme ein. Seine Hände zitterten, obwohl er unentwegt eine Art Kette zwischen den Fingern kreisen ließ.
Marius Borg Høiby wird unter anderem mehrfache Vergewaltigung vorgeworfen.
04.02.2026 | 0:24 minMette-Marit: "Lasst Marius in Ruhe"
Die norwegische Öffentlichkeit wusste bislang wenig über Marius Høiby. Die Presse hatte ihn weitgehend geschont, auch weil Kronprinzessin Mette-Marit selbst an die Medien appellierte: "Lasst Marius in Ruhe, er ist nicht Mitglied des Königshauses."
Nur die wenigen norwegischen Boulevardblätter berichteten über sein ausschweifendes Partyleben. Doch selbst die schrieben nicht, als Høiby bei einem Festival von der Polizei mit Drogen erwischt wurde.
Schonphase für Sohn der Kronprinzessin ist vorbei
Seine Verteidigerin Ellen Holager Andenæs sprach von einem Tsunami negativer Berichterstattung. "Es ist mir nicht möglich, zu beschreiben, wie sich dies in den vergangenen 18 Monaten auf Marius' Leben und seine psychische Gesundheit ausgewirkt hat."
Seit Sonntag ist Marius Borg Høiby in Haft. Vorgeworfen werden ihm unter anderem Vergewaltigungen und Drogenhandel. Für das Königshaus kommt der Skandal um den Kontakt von Mette-Marit und Epstein hinzu.
03.02.2026 | 2:34 minAuch Høiby sagte an diesem Mittwoch in seiner Erklärung, dass es sehr schwierig sei, vor so vielen Menschen zu sprechen. Er schluchzte, griff zum Taschentuch und kämpfte gegen die Tränen an. "Ich bin dafür bekannt, der Sohn meiner Mutter zu sein. Für nichts anderes", setzt er fort. Deshalb habe er ein extrem starkes Bedürfnis nach Bestätigung. Und Sex sei ein Mittel. "Ich habe ein Leben gelebt, in das sich wohl die wenigsten hineinversetzen können. Mit vielen Partys, Alkohol, Drogen."
Sekundensex auf der Toilette
Am Vormittag hatte das erste der mutmaßlichen Opfer die Aussage fortgesetzt. Sie erzählte, ebenfalls unter Tränen, wie sie von Høiby auf das Gut des Kronprinzenpaares eingeladen worden war. Sie berichtete, betrunken gewesen zu sein, und dass Høiby ihr auf die Toilette gefolgt sei, wo sie für wenige Sekunden Sex gehabt hätten. Sie habe das aber gestoppt und sei irgendwann mit dem Taxi nach Hause gefahren. Das war im Dezember 2018.
Sechs Jahre später bekam sie eine Vorladung von der Polizei. Die Beamten zeigten ihr Videoaufnahmen von der besagten Nacht, auf denen sie sich schnell selbst erkannte: schlafend, und eine tätowierte Hand, die sie sexuell berührte. Die Hand gehörte dem Angeklagten.
Kronprinz Haakon und Mette-Marit veröffentlichen ein Statement gegenüber dem anstehenden Prozess gegen ihren Sohn Marius. Sie werden nicht bei dem Prozess anwesend sein, um Spekulationen zu vermeiden.
29.01.2026 | 0:48 minHøiby: "Schlafe nicht mit Bewusstlosen"
Høiby konnte sich bei seiner Vernehmung nicht daran erinnern, auf der Toilette Sex mit der Frau gehabt zu haben, wohl aber hinterher - mit ihrem Einverständnis. "Ich schlafe nicht mit bewusstlosen Frauen", sagte er. Daran, dass er sie gefilmt hatte, konnte er sich nicht erinnern. Erst am nächsten Tag habe er die Bilder und Filme auf seinem Telefon gefunden und sich darüber amüsiert. Den Vergewaltigungsvorwurf streitet er ab.
"Wenn ich jemals gedacht hätte, dass ich Bilder von Übergriffen auf meinem Telefon gespeichert hatte, hätte ich die nicht gelöscht?", fragte er rhetorisch. Schließlich habe sein Anwalt ihn damals gewarnt, dass die Polizei sein Handy einfordern werde.
Die Frau sagte, es sei für sie ein enormer Schock gewesen und sie habe nicht glauben können, dass Høiby ihr so etwas antun würde. Sie habe den Eindruck, er könne nicht mehr zwischen Fantasie und Wirklichkeit unterscheiden.
Noch bis Mitte März sollen der Angeklagte, mutmaßliche Opfer sowie zahlreiche Zeugen in dem Prozess aussagen.
Sigrid Harms arbeitet im ZDF-Landesstudio Schleswig-Holstein und berichtet über Nordeuropa.
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