Sohn von Kornprinzessin Mette-Marit:Kurz vor Prozessbeginn: Marius Borg Høiby festgenommen
von Sigrid Harms, Oslo
Der Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit wurde am Sonntagabend erneut festgenommen. Ab Dienstag steht Marius Borg Høiby wegen Vergewaltigungsvorwürfen vor Gericht.
Marius Borg Høiby steht von Dienstag an vor Gericht. Dem Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit wird unter anderem Vergewaltigung und häusliche Gewalt vorgeworfen.
02.02.2026 | 0:35 minDer Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, Marius Borg Høiby, ist kurz vor Beginn des Vergewaltigungsprozesses gegen ihn festgenommen worden. Das bestätigte seine Anwältin der Nachrichtenagentur NTB, nachdem Untersuchungshaft für einen Zeitraum von vier Wochen beantragt worden war.
Der 29-Jährige sei am Sonntagabend festgenommen worden, hieß es. Zu dem Ort der Festnahme machte die Polizei keine Angaben. Wie die Polizei mitteilte, wurde er "wegen des Verdachts auf Körperverletzung, Bedrohung mit einem Messer und Verstoß gegen ein Kontaktverbot" in Gewahrsam genommen. Am Dienstag soll vor einem Gericht in Oslo ein Prozess gegen Hoiby wegen Vergewaltigungsvorwürfen und anderer schwerer Anschuldigungen beginnen.
Marius Borg Høiby war früher der Liebling der Norweger
"Lille Marius", der kleine Marius, wurde der Sohn von Mette-Marit liebevoll genannt, als sie 2001 den norwegischen Kronprinzen Haakon heiratete. Der Vierjährige mit dem leuchtend blonden Haar verzauberte die Öffentlichkeit.
Dass Mette-Marit ein uneheliches Kind mit in die Ehe brachte, wurde schnell akzeptiert. Nur eine Stimme warnte damals: Die Schwester von König Harald, Prinzessin Ragnhild. Sie sagte in einem Fernsehinterview, sie habe Mitleid mit dem kleinen Marius:
Wenn Mette-Marit ein Kind bekommt, dann ist der arme Marius nichts.
Prinzessin Ragnhild von Norwegen
Es werde nicht leicht für ihn sein, zu verstehen, warum er anders als seine Geschwister ist, sagte die Prinzessin.
Seit einiger Zeit sorgt Mette-Marits Sohn Marius für negative Schlagzeilen.
18.08.2025 | 2:07 minMarius Borg Høiby muss sich 38 Anklagepunkten stellen
Von Dienstag an steht "Lille Marius" vor Gericht. Die Liste der Anklage umfasst 38 Punkte. Darunter vier Fälle von Vergewaltigung, häusliche Gewalt, Drohungen, Sachbeschädigung, Fahren ohne Führerschein und der Vorwurf, als Drogenkurier tätig gewesen zu sein.
Was schief gelaufen sei, fragen sich nun viele Norweger. "Marius Borg Høiby ist in einem sehr privilegierten Zuhause aufgewachsen", so die Königshausexpertin Tove Taalesen.
Dennoch hat er wieder und wieder falsche Entscheidungen getroffen.
Tove Taalesen, Königshausexpertin
Ein Bild aus dem Jahr 2000: Der kleine Marius Borg Høiby sitzt auf dem Schoß von Kronprinz Haakon (links) im Kreis der norwegischen Königsfamilie.
Quelle: APKronprinz Haakon nahm Marius wie einen Sohn auf
Auch in der königlichen Familie dürfte man darüber grübeln, warum Marius einen falschen Weg eingeschlagen hat. Kronprinz Haakon konnte seinem Stiefsohn zwar keinen Prinzentitel verleihen, aber er hat ihn wie seinen eigenen Sohn aufgenommen.
Bis vor kurzem lebte der 29-Jährige sogar in einem Haus auf dem Grundstück des Kronprinzenpaares in Asker. Seine Mutter soll ihm nach Informationen des Senders TV2 monatlich rund 1.800 Euro überweisen.
Hinter den Kulissen zeichnete sich schon früh ab, dass Marius Borg Høiby Schwierigkeiten hatte, seinen Platz zu finden - auch beruflich. Ein Studium in den USA brach er ab, ein Job als Mode-Redakteur in London währte nicht lange. Zuletzt reparierte er Motorräder.
Dem ältesten Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit werden mehrere Sexual- und Strafdelikte vorgeworfen. Die Polizei hat ihre Ermittlungen beendet – nun könnte er angeklagt werden.
04.08.2025 | 3:11 minMarius Borg Høiby führte ausschweifendes Partyleben
Gleichzeitig tauchte Høiby immer wieder auf Galas, Filmpremieren und in Nachtclubs auf. "Er war ein Partygänger. Er hatte viele Freundinnen", erzählt Königshausexpertin Taalesen.
Viele von uns haben gedacht, dass er ein Partyleben führt - vielleicht am Rande der Legalität, aber nicht in dem Ausmaß, das nun ans Licht kommt.
Tove Taalesen, Königshausexpertin
Von Schlägen, Würgen und Drohungen ist die Rede. Drei Frauen soll er intim berührt und gefilmt haben, als sie schliefen, eine vierte vergewaltigt haben.
All diese Übergriffe bestreitet er. Zu der langen Liste an Anklagepunkten kamen nun sechs weitere hinzu. Unter anderem soll Høiby 3,5 Kilo Marihuana für andere transportiert haben.
Kronprinz Haakon und Mette-Marit veröffentlichen ein Statement gegenüber dem anstehenden Prozess gegen Sohn Marius. Sie werden nicht bei dem Prozess anwesend sein, um Spekulationen zu vermeiden.
29.01.2026 | 0:48 minKronprinz Haakon und Mette-Marit werden nicht am Prozess teilnehmen
Für die königliche Familie ist die ganze Angelegenheit schmerzhaft. Lange hüllte sie sich in Schweigen. Doch das wurde von der norwegischen Öffentlichkeit nicht gut aufgenommen. Inzwischen räumte Kronprinz Haakon ein, dass die Familie professionelle Hilfe in Anspruch genommen habe, ohne konkret zu werden.
Mette-Marit, die wegen ihrer Lungenkrankheit nur noch begrenzt öffentlich auftritt, sagte in einem Interview mit dem norwegischen Rundfunk NRK, dass sie sich selbst Vorwürfe mache. Doch es sei ungerecht, dass ihnen vorgeworfen werde, sie hätten die Situation nicht ernst genommen. Denn das hätten sie.
Norwegens König Harald V. äußert sich zum Vergewaltigungsprozess gegen Marius Borg Høiby. Gemeinsam mit Königin Sonja spricht er allen Betroffenen sein Mitgefühl aus.
19.12.2025 | 1:32 minLetzte Woche teilte Haakon mit, dass die Mitglieder der königlichen Familie nicht zum Prozess kommen werden. Høiby sei zwar Mitglied der königlichen Familie, aber nicht des Königshauses.
König Harald betonte im Dezember, dass das Königshaus mit allen Betroffenen fühle und hoffe, dass es ihnen gut gehe und dass es ihnen nach dem Prozess besser gehe.
Sorgen um die Monarchie aber muss sich die Königsfamilie nicht machen. Auch wenn die Norweger entrüstet sind über die Enthüllungen zu Marius Borg Høiby, laut einer Umfrage wollen 70 Prozent an der Monarchie festhalten.