Oslo: Marius Borg Høiby bestreitet Vergewaltigungsvorwürfe

Sohn von Mette-Marit in Oslo vor Gericht:Marius Borg Høiby bestreitet Vergewaltigungsvorwürfe

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In Oslo hat der Prozess gegen den Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit begonnen. Zu Beginn der Verhandlung bestritt Marius Borg Høiby die Vergewaltigungsvorwürfe.

Gericht in Oslo

Seit vorgestern ist Marius Borg Høiby in Haft. Vorgeworfen werden ihm unter anderem Vergewaltigungen und Drogenhandel. Für das Königshaus kommt der Skandal um den Kontakt von Mette-Marit und Epstein hinzu.

03.02.2026 | 1:44 min

Zum Start der Gerichtsverhandlung gegen ihn hat der älteste Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit die schwersten Vorwürfe gegen ihn bestritten. Marius Borg Høiby antwortete leise mit "Nein" auf die Frage, ob er die Strafschuld wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs mehrerer Frauen einräume. Er bestritt außerdem, die mutmaßlichen Opfer während der Taten gefilmt zu haben.

Der 29-Jährige war nach Angaben der Nachrichtenagentur NTB in einem grünen Pullover über einem Hemd und einer grünen Hose vor Gericht erschienen. Fotos oder Videos des Angeklagten zu machen, ist verboten.

Marius Borg Høiby vor Prozess erneut festgenommen

Der Norweger muss sich wegen Dutzender teils schwerer Vergehen verantworten. Zu den 38 Anklagepunkten zählen auch Fälle von häuslicher Gewalt, Sachbeschädigung, Drogen- und Verkehrsdelikte. Einige dieser Taten hat Marius Borg Høiby zugegeben.

Marius Borg Høiby, der älteste Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit.

Marius Borg Høiby steht vor Gericht. Dem Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit wird unter anderem Vergewaltigung und häusliche Gewalt vorgeworfen.

02.02.2026 | 0:35 min

Kurz vor Prozessbeginn war Marius Borg Høiby am Wochenende erneut festgenommen worden. Er soll mit einem Messer gedroht und gegen ein Kontaktverbot verstoßen haben. Wegen Wiederholungsgefahr muss er vier Wochen in Untersuchungshaft verbringen.

Nach dem Vorfall am Sonntag befand sich Marius Borg Høiby laut Medien im Krankenhaus. Das berichtete die norwegische Nachrichtenagentur NTB am Dienstagmorgen unter Berufung auf Quellen. Zuvor hatte die Zeitung "Verdens Gang" Bilder veröffentlicht, die die norwegische Kronprinzenfamilie vor dem Krankenhaus zeigen sollen.

Mehrere Ex-Freundinnen werfen Høiby Gewalttätigkeit vor

Ins Rollen kamen die Ermittlungen gegen den Stiefsohn von Kronprinz Haakon im August 2024, als die Polizei zu einer Adresse im Osloer Stadtteil Frogner gerufen wurde. Die Wohnung einer jungen Frau war verwüstet, ein Kronleuchter lag zerschmettert am Boden, in der Wand steckte ein Messer.

Der Freund der Frau, Marius Borg Høiby, wurde festgenommen und räumte später in einem offenen Brief ein, unter Drogeneinfluss gewalttätig gewesen zu sein.

Statement zum Prozess gegen Marius

Kronprinz Haakon und Mette-Marit veröffentlichten vor Prozessbeginn ein Statement. Sie werden nicht anwesend sein, um Spekulationen zu vermeiden.

29.01.2026 | 0:48 min

Der Vorfall führte dazu, dass weitere Ex-Freundinnen gegenüber der Polizei aussagten, Høiby sei gewalttätig gewesen.

Mette-Marit wird nicht zum Prozess kommen

Das Verfahren belastet die Königsfamilie schwer - wenngleich Høiby weder einen Adelstitel besitzt noch royale Pflichten hat. Laut Staatsanwaltschaft drohen dem 29-Jährigen im Fall einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Gefängnis. Teile des Verfahrens, das bis zum 19. März angesetzt ist, sollen hinter verschlossenen Türen stattfinden. Für den Prozess hatten sich 200 Journalisten von 50 Medien, darunter etwa 20 aus dem Ausland, akkreditiert.

Prinz Haakon hatte erklärt, dass weder er noch Mette-Marit planten, den Prozess beizuwohnen. Das Königshaus habe auch nicht vor, sich zu dem Verfahren zu äußern. Mette-Marit selbst steht aktuell wegen ihrer Kontakte zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein unter Druck.

Quelle: dpa, AP, ZDF
Über dieses Thema berichteten unter anderem das gemeinsame Morgenmagazin von ARD und ZDF am 03.02.2026 ab 05:30 und hallo Deutschland am 02.02.2026 ab 17:10 Uhr.

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