"Frogner-Frau" bestätigt, wie gewalttätig Marius war

Eifersucht, Schläge, Beschimpfungen:Høiby-Prozess: Zeugin schildert Gewaltausbrüche

von Sigrid Harms, Oslo

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In Oslo wird der Prozess gegen Marius Borg Høiby fortgesetzt. Nun schildert die Hauptbelastungszeugin die Nacht, nach der die Ermittlungen gegen Mette-Marits Sohn ins Rollen kamen.

Marius Borg Høiby steht vor Gericht

Ein weiteres mutmaßliches Opfer im Prozess gegen Marius Borg Høiby hat diese Woche eine Aussage gemacht, die "Frau aus Frogner".

06.03.2026 | 0:56 min

"Viele haben sich gewundert, warum ich geblieben bin, warum ich nicht früher gegangen bin und warum ich überhaupt zurückgekommen bin", begann die Frau im Zeugenstand - die Frau, die in den Medien nach dem Osloer Stadtteil Frogner "Frogner-Frau" genannt wird. Sie kam im Herbst 2023 mit Marius Borg Høiby zusammen und hat - mit einigen Unterbrechungen - bis heute Kontakt zu ihm.

20 der inzwischen 40 Anklagepunkte, wegen derer der 29-Jährige in diesen Wochen vor Gericht steht, betreffen die "Frau aus Frogner", darunter Körperverletzung, Sachbeschädigung und Drohungen.

Zeugin: Noch nicht "fertig" mit Marius Borg Høiby

In den ersten Wochen wurden vier Fälle von mutmaßlicher Vergewaltigung und ein Fall von häuslicher Gewalt gegen eine Ex-Freundin verhandelt. Diese Vorwürfe bestreitet Høiby größtenteils.

Die Zeugin ist das sechste mutmaßliche Opfer, doch ihr Fall ist anders. Denn sie sei nicht "fertig" mit Marius Borg Høiby. In den letzten Monaten, bevor der Prozess Anfang Februar begann, wohnten sie zusammen.

Marius Borg Høiby

An einem weiteren Prozesstag ging es um den Vorwurf eines sexuellen Übergriffs.

10.02.2026 | 0:56 min

Zu Beginn ihrer Vernehmung erzählte die Frau, sie und Høiby hätten viel gemeinsam, unter anderem ein großes Bedürfnis nach Bestätigung und Angst, den anderen zu verlieren. Schon nach wenigen Wochen habe sie gemerkt, dass Marius oft Drogen nahm, schnell wütend wurde und gewalttätig war. Doch ihre Liebe sei stärker gewesen.

"Bin nicht geblieben, weil ich es in Ordnung fand"

"Ich bin nicht geblieben, weil ich es in Ordnung fand, geschlagen, angespuckt oder beinahe gedemütigt zu werden", erklärte die Zeugin nun vor Gericht.

Ich bin geblieben, weil sich meine Grenzen nach und nach verschoben haben. Und weil ich mich emotional gebunden fühlte.

Zeugin im Høiby-Prozess

Wenn man Liebe und Angst miteinander vermische, entstehe eine starke gegenseitige Abhängigkeit.

Statement zum Prozess gegen Marius

Kronprinz Haakon und Mette-Marit veröffentlichten vor Prozessbeginn ein Statement. Sie werden nicht bei dem Prozess anwesend sein, um Spekulationen zu vermeiden.

29.01.2026 | 0:48 min

Eine Ex-Freundin von Marius Borg Høiby berichtete Ähnliches

In ihrer Beziehung zu Høiby gibt es viele Ähnlichkeiten mit dem Fall seiner anderen Ex-Freundin, Nora Haukland, die ebenfalls von Gewalt und kontrollierendem Verhalten berichtete: Anders als Haukland habe die sie aber nur in einzelnen Situationen Angst vor Høiby gehabt, nicht grundsätzlich.

Dabei hätte sie allen Grund dazu gehabt. Das Gericht hörte von einer Reihe konkreter Vorfälle, während derer Høiby sich ihr gegenüber aggressiv verhalten haben soll, sie anspuckt, ihr ins Gesicht geschlagen und sie aufs Derbste beschimpft haben soll. Auslöser war in den meisten Fällen Eifersucht.

Zeugin: Marius schlug, würgte, drohte

Ein zentrales Ereignis ereignete sich am 4. August 2024. Die Zeugin schilderte einen Abend in ihrer Wohnung, an dem die Gewalt eskaliert sein soll: Sie sei mehrfach gewürgt, geschlagen, an den Haaren gezogen und bedroht worden.

Høiby räumte ein, dass er einen Rasierapparat in den Spiegel warf, den Kronleuchter herunterriss, ein Messer in die Wand schleuderte und dass er sie würgte.

Aber nicht so wie man es im Fernsehen sieht.

Marius Borg Høiby

Fotos der verwüsteten Wohnung gelangten an die Presse.

Die norwegische

Auch Prinzessin Ingrid Alexandra kommentierte die schweren Vorwürfe gegen ihren Halbbruder Marius Borg Høiby. Laut der Prinzessin ist die Situation für die ganze Familie schwierig.

03.11.2025 | 1:21 min

Zeugin: Hoffte, dass Marius sich ändern könnte

Eine Freundin, bei der die Zeugin in dieser Nacht Zuflucht gesucht hatte, alarmierte am nächsten Tag die Polizei, die Høiby daraufhin festnahm. Kurze Zeit später veröffentlichte er eine Entschuldigung, in der er einräumte, seit Langem mit psychischen Problemen und Drogenmissbrauch zu kämpfen. Im Gericht spricht er von Eifersucht, Angst und Frustration, die Wutausbrüche auslösen könnten.

Nach dem Vorfall wurde ein Kontaktverbot verhängt, das laut Anklage später mehrfach gebrochen wurde, auch weil die Zeugin weiterhin Kontakt zu Høiby wünschte. Sie hatte die Hoffnung, dass er sich ändern würde.

Høiby soll gedroht haben, sich umzubringen

Gleichzeitig berichtete sie von Schuldgefühlen, weil sie die Polizei eingeschaltet hatte. Am Wochenende vor Prozessbeginn eskalierte die Situation erneut. Høiby beschimpfte sie und hielt sie fest, als sie gehen wollte, sodass sie mit dem Kopf gegen die Tür schlug. Er holte ein Messer aus der Küche, hielt es sich an die Brust und drohte, sich umzubringen.

Der Vorfall endete damit, dass Høiby erneut festgenommen wurde. Auch jetzt sitzt er in Untersuchungshaft. Der Prozess soll noch bis zum 19. März dauern.

Über dieses Thema berichtete hallo deutschland in dem Beitrag "Marius Borg Høiby: Weitere Zeugin sagt aus" am 06.03.2026 um 15:48 Uhr.

Mehr zum Høiby-Prozess

  1. Eine Gerichtsskizze zeigt Marius Borg Høiby (Mitte) mit seinen Verteidigern Ellen Hølager Andenaes (links) und Petar Sekulic (zweiter von rechts) während der Aussage eines Freundes (rechts) eines der Opfer am dritten Verhandlungstag vor dem Bezirksgericht in Oslo, Norwegen.

  2. Mette-Marit, Kronprinzessin von Norwegen, beim Qualifikationsspiel zur Weltmeisterschaft 2026 zwischen Norwegen und Moldawien im Ullevaal Stadion in Oslo am  09.09.2025.

    Norwegens Königshaus im Fokus:Epstein-Akten, Høiby-Prozess: Druck auf Mette-Marit wächst

    Sigrid Harms, Oslo
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  3. Marius Borg Høiby

    Sohn von Mette-Marit in Oslo vor Gericht:Marius Borg Høiby bestreitet Vergewaltigungsvorwürfe

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  4. Marius Borg Høiby mit Mette-Marit

    Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit:In 38 Punkten angeklagt: Marius Borg Høiby vor Gericht

    Sigrid Harms, Oslo