"Stehe hier mit schutzsicherer Weste":Fernandes trotz Morddrohungen auf Demo - mit Polizeischutz
Tausende haben in Hamburg für mehr Schutz vor sexualisierter Gewalt protestiert. Für Jubel sorgte der Auftritt von Collien Fernandes - trotz zuvor geäußerter Sicherheitsbedenken.
Mit schutzsicherer Weste spricht Collien Fernandes auf der Bühne auf dem Rathausmarkt in Hamburg.
Quelle: dpaZusammen mit Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes haben Tausende Menschen bei einer Demonstration in Hamburg mehr Schutz für Opfer sexualisierter Gewalt gefordert. "Es reicht! Die Scham muss die Seite wechseln", war auf Plakaten zu lesen.
Die Aktion am Rathausmarkt wurde unter anderem von der Klimaaktivistin Luisa Neubauer und der Kolumnistin Alexandra Zykunov unterstützt. Fernandes, deren Stimme immer wieder ergriffen stockte, erklärte:
Ich stehe jetzt hier mit einer schutzsicheren Weste mit Polizeischutz und mit Security, weil ich Morddrohungen bekomme.
Collien Fernandes, Moderatorin und Schauspielerin
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11.12.2024 | 43:33 minFernandes hatte Demo-Teilnahme eigentlich abgesagt
"Da muss man sich nicht mehr wundern, dass so viele Frauen einfach auch den Mut nicht haben, rauszugehen und zu sagen, dieses und jenes wurde mir angetan," erklärte die Moderatorin weiter.
Die 44-Jährige hatte eigentlich ihre Teilnahme an der Veranstaltung abgesagt, sie trat dann aber doch auf. Immer wieder brandete bei der kurzen Rede von Fernandes lauter Jubel auf.
Schwere Vorwürfe gegen Ex-Mann Ulmen
Hintergrund einer aktuellen Debatte über digitale Gewalt sind schwere Vorwürfe von Fernandes gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen, über die zuerst der "Spiegel" berichtet hatte. Fernandes hat auf Mallorca Anzeige erstattet, wie eine Justizsprecherin auf der spanischen Mittelmeerinsel der Nachrichtenagentur dpa bestätigte. Das Verfahren befinde sich noch in einem sehr frühen und vertraulichen Stadium, sagte sie am 19. März.
Der aktuelle Fall um Collien Fernandes lenkt Aufmerksamkeit auf digitale Gewalt. Das deutsche Strafrecht schütze Betroffene nicht ausreichend, sagt ZDF-Rechtsexpertin Sarah Tacke.
20.03.2026 | 2:54 minFür Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Sein Anwalt Christian Schertz kündigte rechtliche Schritte gegen die Berichterstattung an, bei der es sich "in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung" handle. Zudem würden "unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet".
Urbanski kritisiert mangelnden Schutz für Frauen
Man wolle ein sichtbares Zeichen auf der Straße setzen, sagte die Hamburger SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Annika Urbanski, die die Versammlung angemeldet hatte. Im Aufruf zur Demonstration hieß es:
Der Schutz für Betroffene durch Gesetze hier in Deutschland ist unzureichend. Wir fordern mehr Schutz, klare Gesetze und echte Konsequenzen - online wie offline.
Annika Urbanski, SPD-Bürgerschaftsabgeordnete in Hamburg
Die Idee zu der Demo sei aus Solidarität mit Fernandes entstanden. Auch in Berlin und Hannover waren in den vergangenen Tagen bei ähnlichen Aktionen Tausende Demonstranten auf die Straße gegangen.
Mehrere tausend Menschen hatten bereits vor wenigen Tagen in Berlin gegen sexualisierte digitale Gewalt demonstriert. Am Brandenburger Tor forderten sie mehr Schutz für Betroffene und strengere Gesetze.
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