Vorwürfe von Collien Fernandes:Fall Ulmen: Hubig will besser vor digitaler Gewalt schützen
Collien Fernandes kämpft seit Jahren gegen Deepfake-Pornos im Netz. Nun erhebt sie Vorwürfe gegen ihren Ex Christian Ulmen. Die Justizministerin will Betroffene besser schützen.
Über Jahre hinweg wurden Deep-Fakes mit pornographischen Inhalten von einem Fake-Profil von Collien Fernandes verschickt. Die Moderatorin hat nun eine Person aus ihrem nahen Umfeld angezeigt.
20.03.2026 | 1:04 minDie Schauspielerin Collien Fernandes ist mit schweren Vorwürfen gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen an die Öffentlichkeit gegangen - und das Thema beschäftigt nun auch die Bundespolitik. Die Anschuldigungen haben eine Debatte über schärfere Strafen und eine konsequentere Verfolgung von Fällen digitaler Gewalt ausgelöst. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigt nun eine Gesetzesinitiative an.
Täter sollten sich nicht mehr sicher fühlen können, sondern damit rechnen müssen, dass sie bekannt und wirksam strafrechtlich verfolgt werden, so die Ministerin. Betroffen seien vor allem Frauen, so Hubig gegenüber RTL/ntv.
Collien Fernandes macht schwere Vorwürfe öffentlich
Am Donnerstag hatte Collien Fernandes gegenüber dem "Spiegel" Christian Ulmen das Verbreiten von gefälschten pornografischen Aufnahmen von ihr vorgeworfen. Fernandes erstattete Anzeige gegen Ulmen. Zu den am Donnerstag bekannt gewordenen Vorwürfen wollte sich Justizministerin Hubig laut RTL/ntv nicht äußern.
Auf ZDF-Anfrage teilt das Bezirksgericht in Palma de Mallorca mit, es liege eine Anzeige von Collien Fernandes gegen Ex-Partner Christian Ulmen vor, der das Gericht nachgehe. Eine Anklage gebe es derzeit nicht. Fernandes und Ulmen heirateten 2011. Im Herbst 2025 gab das Paar die Trennung bekannt.
In der ZDF-Sendung "Die Spur" machte Collien Fernandes 2024 ihren Kampf gegen Deepfake-Pornos im Netz öffentlich:
Collien Fernandes kämpft gegen Deepfake-Pornos im Netz. Folge 1 von "Die Spur": Die Jagd nach den Tätern.
11.12.2024 | 43:33 minAnwaltskanzlei kündigt rechtliche Schritte an
Die Berliner Rechtsanwaltskanzlei Schertz Bergmann, die die presserechtlichen Interessen von Christian Ulmen vertritt, kündigte in einer Mitteilung an, gegen den "Spiegel" rechtliche Schritte einzuleiten. Es handle sich in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung, zudem würden unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet, heißt es.
Es gilt die Unschuldsvermutung.
Justizministerin will Schutz vor digitaler Gewalt verbessern
In einem online veröffentlichten Interview mit dem "Spiegel" konkretisierte Hubig ihre Gesetzespläne. Sie wolle Strafbarkeitslücken bei pornografischen sogenannten Deepfakes und anderen Formen bildbasierter Gewalt schließen. Dafür wolle sie im Frühjahr ein digitales Gewaltschutzgesetz vorlegen.
Damit will ich auch ein Signal setzen und Grenzen aufzeigen.
Stefanie Hubig (SPD), Bundesjustizministerin
In bestimmten Fällen könne heute bereits der Straftatbestand der Verletzung des Rechts am eigenen Bild greifen. Auch zivilrechtliche Schritte seien möglich. Allerdings müsse es für Betroffene leichter werden, gegen Verletzungen ihrer Persönlichkeitsrechte im Netz vorzugehen. Zudem müsse unterschieden werden, ob Inhalte an Einzelpersonen gesendet oder öffentlich verbreitet würden.
"An den Details arbeiten wir im Moment noch", sagte Hubig zu dem Vorhaben, das bereits im schwarz-roten Koalitionsvertrag aus dem vergangenen Jahr erwähnt wird.
Collien Fernandes kämpft gegen Deepfake-Pornos im Netz. Folge 2 von "Die Spur": Wer macht das Geschäft mit Deepfake-Videos?
11.12.2024 | 28:28 minHubig: Strafverfolgung ist kompliziert
Hubig räumte ein, dass die Strafverfolgung angesichts der Taten im digitalen Raum komplex sei. "Wir haben es mit internationalen Konzernen und Netzwerken zu tun, und es tauchen ständig neue Phänomene auf", sagte sie. Es sei extrem schwer, "da ganz vor die Welle zu kommen".
Um der Überlastung der Justiz etwas entgegenzusetzen, brauche es modernere und schnellere Verfahren sowie mehr Personal:
Dazu wollen wir den Ländern in dieser Legislaturperiode fast eine halbe Milliarde Euro zur Verfügung stellen.
Stefanie Hubig (SPD), Bundesjustizministerin
Auch wolle sie die Rechte der Betroffenen stärken: "Es soll möglich werden, Accounts von Tätern per richterlicher Anordnung sperren zu lassen, wenn sie massiv Recht verletzen. Betroffene sollen auch in Zivilverfahren bessere Auskunftsrechte darüber bekommen, wer hinter digitalen Fakes steckt", sagte sie.
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