Künstliche Nacktbilder:Fake-Porno-Software: EU-Parlament beschließt Verbot
Das EU-Parlament geht gegen sexualisierte Gewalt und Porno-Deepfakes vor: Brüssel verbietet künftig entsprechende KI-Anwendungen.
Die Anzeige von Schauspielerin Collien Fernandes gibt der Debatte Tempo: Ein Gesetzentwurf gegen Porno-Deepfakes sei "praktisch fertig", sagt Bundesjustizministerin Hubig.
20.03.2026 | 2:20 minDas EU-Parlament will Frauen und Kinder besser vor künstlich erzeugten Nacktbildern schützen. Die EU geht damit gegen Porno-Deepfakes und sexualisierte Bilder im Netz vor.
Das Europaparlament stimmte in Brüssel für ein Verbot von KI-Anwendungen, mit deren Hilfe Nutzer solche Videos und Bilder von Menschen ohne deren Einwilligung erstellen können. Das Verbot soll in einigen Monaten greifen, sobald die genauen Änderungen endgültig beschlossen sind.
Verletzung von Würde und Privatsphäre
Es bezieht sich auf Anwendungen, die mit Künstlicher Intelligenz Bilder und Videos so verändern oder erstellen können, dass sie "sexuell eindeutige Aktivitäten oder intime Körperbereiche einer bestimmbaren Person ohne deren Einwilligung" zeigen.
Der aktuelle Fall um Collien Fernandes lenkt Aufmerksamkeit auf digitale Gewalt. Das deutsche Strafrecht schütze Betroffene nicht ausreichend, sagt ZDF-Rechtsexpertin Sarah Tacke.
20.03.2026 | 2:54 minSolche Bilder und Videos "schädigen die Opfer und verletzen die Grundrechte auf Würde und Privatsphäre", heißt es im Gesetzentwurf zur Begründung. Ein ausdrückliches Verbot sei "dringend geboten", argumentieren die Abgeordneten.
Im Visier: Chatbot Grok von Elon Musk
Die EU reagiert damit unter anderem auf Vorfälle Anfang des Jahres, als Nutzer mithilfe des Chatbots Grok von US-Milliardär Elon Musk Millionen sexualisierte KI-Bilder von Frauen und Kindern erstellten und online verbreiteten. Mehrere Länder sowie die EU-Kommission leiteten Ermittlungen gegen Grok ein, einige sperrten den Chatbot.
Nach dem Skandal um sexualisierte KI-Bilder von Elon Musks Chatbot Grok leitet die EU-Kommission ein Verfahren gegen X ein. Es droht eine Millionenstrafe.
27.01.2026 | 2:03 minJegliches KI-System, das Material über Kindesmissbrauch erstellt, wird komplett verboten. Betreiber, die wirksame Sicherheitsmaßnahmen gegen den Missbrauch nachweisen können, sollen ausgenommen werden.
Mehrere Gesetzesänderungen zu Künstlicher Intelligenz
Mit dem weitreichenden Verbot dieser "Nudifier"-Systeme beschloss das Parlament eine ganze Reihe von Gesetzesänderungen zu Künstlicher Intelligenz. Diese wurden von der EU-Kommission angestoßen.
Collien Fernandes geht gegen Deepfake-Pornos von sich vor. Sie hat in Spanien Strafanzeige gestellt und geht mit schweren Vorwürfen an die Öffentlichkeit.
20.03.2026 | 1:56 minVor allem soll die 2024 verabschiedete KI-Verordnung durch die Änderungen einfacher und wirksamer werden und der Wettbewerbsfähigkeit der Union dienen, argumentieren die EU-Institutionen. Verbraucherschützer befürchten weniger Schutz von persönlichen Daten. Die KI-Verordnung reguliert Plattformen und Anwendungen.
Pläne in Deutschland: Strafen für die Täter
Das Vorgehen in Brüssel ist das Gegenstück zu einem Gesetzentwurf, den Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) in Kürze vorstellen will: Die EU ist für Regeln und Verbote für die Technologie zuständig, die Bundesregierung kümmert sich um härtere Strafen für die Täter, die pornografische Deepfakes erstellen.
Collien Fernandes kämpft seit Jahren gegen Deepfake-Pornos im Netz, sie erhebt jetzt Vorwürfe gegen ihren Ex Christian Ulmen. Bundesjustizministerin Hubig will Deepfakes künftig strafbar machen.
20.03.2026 | 19:20 minHubig will Gesetzeslücken schließen, bislang ist das bloße Erstellen pornografischer Aufnahmen hierzulande nicht strafbar. Einem Entwurf zufolge soll das Erstellen und Verbreiten von Deepfakes künftig mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden.
Auslöser Fall Fernandes
Hubig hatte die Pläne vor dem Hintergrund des Falls der Schauspielerin Collien Fernandes angekündigt. Fernandes war in der vergangenen Woche mit Vorwürfen der digitalen sexualisierten Gewalt gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen an die Öffentlichkeit gegangen. Ulmen selbst bestreitet die Anschuldigungen.
Mehrere tausend Menschen haben in Berlin gegen sexualisierte digitale Gewalt demonstriert. Am Brandenburger Tor forderten sie mehr Schutz für Betroffene und strengere Gesetze.
23.03.2026 | 2:53 minWegen sexualisierter KI-Bilder:EU leitet Verfahren gegen X ein
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