Was ist digitale Gewalt und was kann man dagegen tun?

Deepfakes, Doxxing, Cyberstalking:Was ist digitale Gewalt und was kann man dagegen tun?

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Belästigung, Bedrohung und Missbrauch im Netz: Digitale Gewalt trifft oft Frauen und bleibt für Täter häufig folgenlos. Was dahintersteckt und was Betroffene tun können.

Digitale Gewalt

Die Bundesregierung will mehr Sicherheit im Netz. Justizministerin Hubig plant noch im Frühjahr einen Gesetzentwurf gegen digitale Gewalt.

06.03.2026 | 0:33 min

Die Bundesregierung plant ein Gesetz gegen digitale Gewalt, damit herabwürdigende Bilder schneller aus dem Netz verschwinden und Täter wirksam bestraft werden. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig will noch in diesem Frühjahr einen Entwurf vorlegen.

Was steckt hinter diesem Phänomen, das für die Betroffenen oft gravierende Folgen hat? Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Was ist digitale Gewalt?

Darunter versteht man alle Formen von Belästigung, Bedrohung oder Missbrauch, die mithilfe digitaler Technologien oder Medien ausgeübt werden - im Internet, in sozialen Netzwerken, Messenger-Diensten, per E-Mail oder auf anderen digitalen Plattformen. Digitale Gewalt zielt häufig darauf ab, Betroffene bloßzustellen oder einzuschüchtern.

Neben verhetzenden oder diskriminierenden Äußerungen zählen dazu unter anderem Doxxing, unerwünschte Nachrichten mit sexuellem Inhalt, digitale Überwachung, sogenannte Deepfakes, Cybermobbing und Cyberstalking. Auch die digitale Veröffentlichung privater Nacktaufnahmen durch rachsüchtige Ex-Partner ist ein typisches Phänomen.

Formen digitaler Gewalt




Eine Junge Frau beim Einkaufen - Das Bild ist allerdings KI generiert

Mit Künstlicher Intelligenz lassen sich immer leichter sogenannte Deepfakes erstellen - also täuschend echte Videos, von real existierenden Personen. Das birgt große Gefahren.

11.10.2025 | 1:33 min

Worum geht es bei Maßnahmen gegen voyeuristische Bilder?

Schon jetzt ist es in bestimmten intimen Situationen verboten, andere zu filmen und zu fotografieren. Wer etwa jemanden in dessen Wohnung oder einer Umkleidekabine filmt oder fotografiert, kann dafür bestraft werden. Außerdem können Betroffene, die heimlich in intimen Situationen aufgenommen wurden, sich auf ihr sogenanntes Recht am eigenen Bild berufen und einklagen, dass die Aufnahmen gelöscht werden.

Allerdings hat ein Fall, der vor einigen Monaten für Schlagzeilen gesorgt hat, die Frage aufgeworfen, ob die geltenden Regeln ausreichen. Konkret ging es um zwei junge Frauen, die von einem Mann in einer Sauna mit dem Handy gefilmt worden waren. Für den Mann hatte das keine Konsequenzen.

RW-Minister der Justiz Dr. Benjamin Limbach nimmt in Düsselforf am 25.08.2025 die Petition „Voyeur-Aufnahmen strafbar machen“ von Yanni Gentsch entgegen, die online bereits ueber 80.000 Menschen unterzeichnet haben

Beim Joggen gefilmt, ohne dass es strafbar ist - Yanni Gentsch setzt sich mit einer Petition dafür ein, dass heimliche Aufnahmen künftig bestraft werden.

25.08.2025 | 1:49 min

Was erleben die Betroffenen?

"Sie sind oft überwältigt", berichtet Müserref Tanriverdi, vom Deutschen Institut für Menschenrechte (Dimr). Einerseits durch die Verbreitung privater oder gefälschter Bilder im Internet, "die innerhalb weniger Stunden eine große Dimension annehmen kann". Andererseits nutzten die Täter häufig Werkzeuge, durch die sie schwer identifizierbar seien. Für die Betroffenen können solche Taten gravierende psychische Auswirkungen haben.

Wie können sie sich zur Wehr setzen?

Beleidigung und üble Verleumdung sind strafbar - auch im Internet. Allerdings ist es dort manchmal aufwendig, den Täter zu identifizieren. Verboten ist auch die Erpressung mit intimen Fotos (sogenannte Sextortion). Betroffene können Anzeige erstatten und Beweise sichern. Außerdem gibt es Beratungsstellen wie HateAid.

Plattformbetreiber müssen leicht zugängliche Meldewege anbieten, um digitale Gewalt zu melden. Bei Inhalten, die nicht so offensichtlich rechtswidrig sind, wie etwa Volksverhetzung, ist eine schnelle Löschung jedoch oftmals nicht gewährleistet.

Eine Person scrollt durch das Tablet und schaut sich pornografische Inhalte an.

Durch Künstliche Intelligenz werden aus harmlosen Fotos pornografische Inhalte entwickelt. Gegen die sogenannten "Deepfake-Pornos" gibt es noch keine direkte gesetzliche Handhabe.

22.11.2025 | 1:38 min

Welche Reformen plant die Bundesregierung?

Justizministerin Hubig hat einen Entwurf für ein Gesetz gegen digitale Gewalt angekündigt. Der Deutschen Presse-Agentur sagt sie:

Betroffene müssen ihre Rechte einfach einklagen können - und schnell erreichen können, dass die Verbreitung entsprechender Inhalte gestoppt wird.

Stefanie Hubig, Bundesjustizministerin

Um Deepfakes, digitalen Voyeurismus und andere Formen bildbasierter digitaler Gewalt besser bekämpfen zu können, wolle sie außerdem aktuell noch bestehende Schutzlücken im Strafrecht schließen. Diese sieht die Ministerin etwa bei pornografischen Deepfakes oder der Herstellung voyeuristischer Aufnahmen im öffentlichen Raum. Dafür seien "passgenaue neue Regelungen" notwendig. Konkrete Vorschläge dazu werde sie mit dem Entwurf bald vorlegen.

Finger, die auf einer Computertastatur tippen.

Justizministerin Hubig will IP-Adressen künftig drei Monate speichern lassen. So sollen Kriminelle im Netz besser verfolgt werden können. Oppositionspolitiker nennen die Pläne rechtswidrig.

21.12.2025 | 1:45 min

Was schlagen andere vor?

Aus Sicht des Deutschen Instituts für Menschenrechte braucht es eine ausreichende finanzielle Unterstützung für Beratungsstellen, die insbesondere Frauen zur Seite stehen und ihnen helfen, Beweismittel zu sichern. Luft nach oben sieht das Institut auch beim technologischen Wissen mancher Beamter in Polizei und Staatsanwaltschaft. Hier seien Fortbildungsmaßnahmen notwendig. Tanriverdi sagt:

Strafverschärfungen alleine reichen nicht.

Müserref Tanriverdi, Deutsches Institut für Menschenrechte

Der innenpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Marcel Emmerich, sieht in digitaler Gewalt auch ein Werkzeug, um Menschen einzuschüchtern und somit aus dem öffentlichen Diskurs auszuschließen. Er sagt: "Debattenräume auf Social-Media-Plattformen fordern erst dann demokratische Meinungskultur, wenn die Bürgerinnen und Bürger sich gegen Angriffe im digitalen Raum wehren können."

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Paris Hilton setzt sich für die Opfer von Deepfakes ein. Vor dem US-Kongress spricht sie sich für ein Gesetz aus, das Opfern hilft gegen die Ersteller dieser pornografischen Videos vorzugehen.

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Gesetz gegen digitale Gewalt" am 06.03.2026 um 10:57 Uhr.

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