Neuer Olympia-Wettbewerb :So stehen die Super-Team-Chancen für die DSV-Adler
von Lars Becker
Der Super-Team-Wettbewerb der Skispringer feiert am Montag seine Olympia-Premiere. Das steckt dahinter und so stehen die Chancen des Olympiasieger-Duos Raimund/Wellinger.
Philipp Raimund (links) hofft mit Teamkollege Andreas Wellinger auf Edelmetall.
Quelle: dpaMit drei Olympiasiegen im Gepäck gehen Philipp Raimund und Andreas Wellinger auf die Medaillenjagd bei der Olympia-Premiere des Super-Team-Wettbewerbs am Montag in Predazzo.
Raimund krönte sich vergangene Woche sensationell zum Normalschanzen-Olympiasieger - und wurde damit zu einem der Nachfolger von Andreas Wellinger, der 2018 in Pyeongchang in diesem Wettbewerb ganz oben stand. Vier Jahre zuvor hatte Wellinger in Sotschi schon mit Deutschland Olympiagold im Teamspringen gewonnen.
Philipp Raimund hat die zweite Olympia-Medaille deutlich verpasst. Auf der Großschanze sprang der Olympiasieger von der Normalschanze auf den neunten Platz. Gold gewann Favorit Domen Prevc.
14.02.2026 | 3:13 minKritik am neuen Super-Team-Format bei Olympia
Genau dieses Format mit vier Springern pro Team gibt es bei Winterspielen nicht mehr und Wellinger findet das schade.
Ich bin ein Fan von den Wettkämpfen, bei denen vier von einer Nation an den Start gehen dürfen.
DSV-Adler Andreas Wellinger über das vorherige Format im Teamspringen
Am Montag sind es jedoch erstmals bei Winterspielen nur zwei Flieger pro Mannschaft. "Die Entscheidungen werden ganz weit über unseren Köpfen getroffen. Wir sind die, die es ausbaden müssen", hatte der Doppel-Olympiasieger diese Entscheidung einst kritisiert.
Vor allem die kleineren Skisprung-Nationen sehen das ganz anders. Schließlich ist es viel einfacher, zwei statt vier konkurrenzfähige Flieger an den Start zu bringen. Deshalb ist der Kreis der Medaillenanwärter am Montag sehr groß: Topfavorit ist ganz sicher Slowenien mit Doppel-Olympiasieger Domen Prevc. Doch auch Japan, Norwegen, Österreich und natürlich Deutschland liebäugeln zumindest mit Edelmetall.
Raimund verpokert sich im Einzelspringen
"Hoffentlich ist kein Schneeregen. Dann kann ich mein gewohntes Setup springen und dann läuft das Ding wieder", sagt Raimund. Im Einzelspringen am Sonntag hatte sich Olympiasieger Raimund bei der Skiwahl verpokert. "Philipp hat im Probe-Durchgang den falschen Ski genommen. Das war ein Fehler von ihm und ich habe es nicht rechtzeitig erfahren", schimpfte Bundestrainer Stefan Horngacher.
Philipp Raimund wollte unbedingt mit den Brettern springen, die ihn am vergangenen Montag zum größten Erfolg seiner Karriere getragen hatten. Dabei waren die Wetterbedingungen fünf Tage später komplett anders. Eine Mischung aus Schnee und Regen bremste bei der Anfahrt zum Schanzentisch in der Spur, deshalb hatte Horngacher die Benutzung eines anderen Paar Sprungski mit einem perfekten Schliff und Wachs für dieses Schmuddelwetter angewiesen. Erfolgreich getestet im Training zuvor, wo Raimund noch im Podestbereich mitgesprungen war.
Der Olympiasieger nahm in der Probe trotzdem seine Goldski, war damit in der Anfahrt-Geschwindigkeit der zweitlangsamste aller Springer und stürzte ohne den nötigen Speed in der Luft komplett ab.
Skispringer Philipp Raimund gewinnt sensationell Olympia-Gold auf der Normalschanze. Die Überraschung ist groß: Bislang hat der Oberstdorfer noch nie einen Weltcup gewonnen.
09.02.2026 | 8:07 minSo funktioniert das Super-Team
"Da habe ich wohl ins Klo gegriffen. Dann war ein Stück weit das Selbstbewusstsein weg und ich musste im Wettkampf auf die Ski mit dem anderen Schliff wechseln. Mit dem ungewohnten Setup hat das Gefühl nicht gestimmt. Es war eine Kettenreaktion und der Fehler geht auf meine Kappe", kommentierte Raimund: "Aber das haben wir abgehakt." Er freut sich auf das Super-Team-Springen mit Kumpel Wellinger, der überraschend Felix Hoffmann verdrängt hat: "Ich habe voll Bock drauf."
Das Format, das das klassische Vierer-Teamspringen ersetzt, feierte erst 2023 seine Premiere im Weltcup und wird für die Zuschauer nicht nur wegen der Zweier-Teams gewöhnungsbedürftig sein: Es gibt drei statt zwei Durchgänge wie im klassischen Skispringen.
Beide Flieger jedes Teams absolvieren zunächst je einen Sprung, deren Punkte zusammengezählt werden und das Ergebnis des ersten Durchgangs ergeben. Die besten zwölf Teams qualifizieren sich für Runde zwei, die besten acht für die finale dritte Runde. Am Ende werden alle sechs Sprünge der Teams zusammengezählt.
Wir brauchen sechs stabile Sprünge auf höchstem Niveau - dann haben wir eine Chance auf eine Medaille.
Bundestrainer Stefan Horngacher
Das zweite deutsche Edelmetall nach Raimunds Olympiasieg wäre zweifellos ein Super-Finale dieser olympischen Skisprung-Wettbewerbe von Predazzo.
Olympische Spiele:Olympia 2026
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