Verband setzt Hatespeech-Filter ein:Olympia: Hass und Hetze gegen Sportler im Netz
Auch bei den Olympischen Winterspielen werden deutsche Sportler massiv im Netz angefeindet. Der DOSB setzt eine KI ein, die bereits rund 1.300 Hasskommentare herausgefiltert hat.
Die deutschen Sportlerinnen und Sportler bei Olympia werden im Internet massiv angegangen. Bislang gab es 1.300 solcher Fälle, einige davon werden nun von der Staatsanwaltschaft überprüft.
15.02.2026 | 0:17 minDie deutschen Sportlerinnen und Sportler werden bei den Olympischen Winterspielen massiv im Internet angefeindet. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) schlug angesichts von Hass und Hetze im Netz nun Alarm.
"Unsere Befürchtungen, dass sich dieses Thema weiter verschärfen wird, sind leider wahr geworden", sagte Leistungssport-Vorstand und Chef de Mission Olaf Tabor. Es gebe während der Winterspiele "wieder zahlreiche Zuschriften und Kommentare, die deutlich unter der Gürtellinie sind". Zum Ausmaß sagte er:
Es wurden bislang schon gut 1.300 Hasskommentare von der KI herausgefiltert, einige davon werden von der Staatsanwaltschaft untersucht.
Olaf Tabor, Deutscher Olympischer Sportbund
Gut jeder dritte deutsche Internetnutzer hat Hate Speech wahrgenommen - 34 Prozent im ersten Quartal 2025. Das sind sechs Prozent mehr als im Jahr 2023, so das Statistische Bundesamt.
27.11.2025 | 0:30 minKI erkennt Beleidigungen in 30 Sprachen in Echtzeit
Der DOSB setzt wie bei den Sommerspielen 2024 auch bei den Winterspielen auf einen Hatespeech-Filter, um die Athletinnen und Athleten zu schützen. Während der Spiele 2024 in Paris wurden bei einem deutlich größeren deutschen Aufgebot laut DOSB mehr als 61.000 Kommentare erfasst, knapp 4.000 davon wurden automatisch ausgeblendet.
Alle Athletinnen und Athleten können den Filter auf Wunsch bei ihren Social-Media-Accounts einsetzen. "Wer für Deutschland antritt, verdient den größtmöglichen Schutz", hatte DOSB-Präsident Thomas Weikert vor Olympia in Italien gesagt. Das KI-System erkennt Beleidigungen, Drohungen sowie rassistische, sexistische und andere diskriminierende Inhalte in Echtzeit - und zwar in bis zu 30 Sprachen und 25 Kategorien.
Auch die enge Zusammenarbeit mit der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) besteht weiter, sodass rechtlich relevante Inhalte weiterhin unmittelbar an die Ermittlungsbehörden übermittelt werden können.
Hass im Internet während Olympia ist ein internationales Problem. Diverse Athleten haben damit zu kämpfen. Besonders prominent waren in den vergangenen Tagen die Fälle von US-Sportlern, die sich kritisch über ihre Regierung unter Präsident Donald Trump geäußert hatten.
Vor dem XXL-Sportsommer starten der DFB, der DOSB und die DFL eine Kampagne gegen Hasskommentare im Netz, Athletinnen und Athleten sollen geschützt werden.
13.05.2024 | 6:35 minAthleten ziehen sich wegen Hass im Netz zurück
Bei den Winterspielen machten unter anderem Ski-Rennfahrerin Emma Aicher, Skisprung-Olympiasieger Philipp Raimund und Biathletin Vanessa Voigt auf Hass-Botschaften aufmerksam.
Voigt verordnete sich deshalb sogar eine Social-Media-Pause. "Hier wird es jetzt ruhig - mein Fokus liegt woanders. Die Menschen, die wirklich zählen, wissen, wie sie mich erreichen", schrieb sie.
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