Köln gegen Gladbach:Blessin vor Debüt, Wagner unter Druck
von Stephan Klemm
Köln empfängt Mönchengladbach zum Derby. FC-Trainer Wagner hofft auf den Weg aus der Flaute - und Blessin auf ein vergoldetes Debüt. Wer bekommt den Derbysieg?
Es gibt viel zu tun in Gladbach: Der neue Trainer Alexander Blessin schwört sein Team auf offensives Pressing ein.
Quelle: WittersDas rheinische Derby steht am Sonntag (15:30 Uhr) an, 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach, ein Spiel mit großem emotionalem Ballast. Zumal die Fans beider Vereine sich in tiefer Abneigung verbunden sind.
Für Alexander Blessin ist das Fußballtheater Rhein-Energie-Stadion auch noch die Bühne für sein Debüt als neuer Trainer der Gladbacher:
Es gibt ja gar nichts Schöneres. Ein Derby - da geht mir das Herz auf. Und da habe ich richtig Bock drauf.
Alexander Blessin
Blessin gab den Gladbachern "Frontalunterricht"
Angesichts der aufgeladenen Atmosphäre wird das gewiss auch für seine Mannschaft gelten - wobei sich aber die Frage stellt, ob sie dem Druck mental gewachsen ist. Gladbach verlor bisher alle vier Saisonspiele und weist bereits 16 Gegentore auf.
Blessin begann seine Arbeit zudem in der Länderspielpause und referierte seinen fußballerischen Ansatz und seine Rettungsmission zunächst vor nur wenigen Profis. Inzwischen sei aber "jeder auf demselben Stand", die reisenden Nationalspieler hätten "einen Frontalunterricht erhalten".
Borussia Mönchengladbach geht mit null Punkten in die Länderspielpause. Die Fohlen verlieren auch das Heimspiel gegen Mainz.
21.09.2026 | 10:41 minDie Wahl fiel nach dem Aus von Eugen Polanski in Gladbach unter anderem deshalb auf Blessin, weil er im Mai 2025 den Aufsteiger FC St. Pauli mit nur 41 Gegentreffern zu Platz 14 und damit zum Klassenerhalt gecoacht hatte. Nur die Bayern kassierten in jener Saison weniger Treffer (32). Am Ende der vergangenen Saison aber hatte sich der Blessin-Effekt in Hamburg abgenutzt, St. Pauli stieg ab und der Trainer wurde freigestellt.
Gladbachs neuer Trainer Blessin setzt auf offensives Pressing
Zuletzt setzte Blessin im Training vor allem auf den Begriff "Aktivität" und meinte damit die Einübung eines offensiven Pressings. In der taktischen Ausrichtung deutet sich ein Wechsel an. Polanski setzte auf eine Viererkette und bekam von Sportdirektor Rouven Schröder einen darauf ausgerichteten Kader zur Verfügung gestellt. Doch Blessin vertraute zuletzt in St. Pauli auf eine Dreierkette in einem 3-4-2-1-Schema.
Im Gegensatz zu dem gerade erst ins Amt gehobenen Blessin ist die Situation in Köln für Trainer René Wagner ungemütlich. Zum Cheftrainer wurde er, weil sein Vorgänger Lukas Kwasniok nach einem 3:3 am 21. März 2026 gehen musste. Gegner war, na klar: Borussia Mönchengladbach. Wagner übernahm in großer Abstiegsnot und rettete den Klub mit allerdings enorm kleinen Schritten. In den verbliebenen sieben Spielen lautete die Bilanz: ein Sieg, drei Unentschieden, drei Niederlagen.
Der Katastrophenstart für Borussia Mönchengladbach ist perfekt. Nach dem Debakel in Freiburg muss Trainer Polanski gehen. Der Sportclub grüßt derweil von ganz oben.
14.09.2026 | 8:45 minKölns Trainer Wagner steht vor dem Derby unter Druck
In der neuen Saison erreichte der als wenig charismatisch wahrgenommene Wagner mit seinem defensiv und vor allem bei Standardsituationen anfälligen Team vier Punkte aus vier Spielen. Und steht deshalb schon sehr unter Druck: "Das spüre ich natürlich. Aber davon lasse ich mich nicht beeinflussen."
Ähnlich wie Blessin setzt auch Wagner auf die segensreiche Wirkung eines Derbysieges. Bei Wagner klingt das so: "Wir wollen das Spiel gewinnen und dafür sorgen, dass die Gladbacher weiterhin null Punkte haben. Und das ist unser einziges Ziel." Wobei das schon zwei Ziele sind: Gewinnen und Gladbach bei null Punkten belassen.
Eugen Polanski ist nicht mehr Trainer von Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach. Der Verein hat die Trennung nach dem Bundesliga Fehlstart mit drei Niederlagen offiziell bestätigt.
13.09.2026 | 0:43 minKöln gegen Gladbach: Wagner fehlen zwei Mittelstürmer im Derby
Am Freitag sagte Wagner auch noch: "Wir wollen, dass die Stadt am Sonntag aus dem Stadion geht und einen Derbysieg feiert". Nicht nur die Zuschauer also, sondern gleich die ganze Stadt. Denn das Spiel habe für die Fans, die Bürger, den Verein, die Mitarbeiter des Klubs, kurz: für ganz Köln "eine große Wichtigkeit".
Verzichten muss Wagner dabei auf seine beiden Mittelstürmer Thijs Dallinga (Kreuzbandriss) und Ragnar Ache (Muskelverletzung). Gut möglich, dass Neu-Nationalspieler Said El Mala von außen ins Sturmzentrum rückt.
Der Hamburger SV kann doch noch gewinnen. Gegen den 1. FC Köln gelang den Hanseaten am 4. Spieltag der ersten Saisonsieg.
21.09.2026 | 8:48 minAlles in allem gelte laut Blessin: "Die Situation ist prekär." Er wolle aber "aus der Scheißzeit eine gute Zeit" machen. Das wiederum dürfte auch das Motto für René Wagner in der 101. Auflage des rheinischen Bundesliga-Derbys sein.