Mönchengladbach in der Krise: Das sind die möglichen Gründe

Sechs Saisonspiele, sechs Niederlagen:Gladbach in der Krise: Das sind die möglichen Gründe

von Stephan Klemm

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Beim VfB Stuttgart droht Borussia Mönchengladbach die siebte Niederlage im siebten Saisonspiel. Hoffnung auf sofortige Besserung besteht bei dem verunsicherten Team derzeit nicht.

Philipp Sander und Joe Scally

Enttäuschung nach der sechsten Gladbacher Niederlage in Folge: Philipp Sander und Joe Scally

Quelle: Imago / STEINSIEK.CH

Borussia Mönchengladbach steht heute Abend beim VfB Stuttgart (20:30 Uhr) nach sechs Niederlagen aus den ersten sechs Spielen vor einem Negativ-Rekord. Sieben Pleiten würden den schlechtesten Start einer deutschen Bundesliga-Elf aller Zeiten bedeuten. Dieser verheerende Fall wirft eine Reihe von Fragen auf. Die Antworten verdeutlichen die Zwangsläufigkeit der gegenwärtigen Krise.

Sechs Niederlagen in Folge: Was ist der mögliche Grund?

Derzeit fehlt der Borussia alles, was ein gestandenes Bundesliga-Team auszeichnet. Führungsspieler sind entweder verletzt (Kapitän Tim Kleindienst) oder außer Form (Philipp Sander). Die Abwehr ist leicht überwindbar: 20 Gegentore in sechs Spielen sind der schlechteste Wert aller 18 Bundesligisten.

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Hinzu kommt eine lange Liste von Verletzten, die vor allem etliche der zehn Neuzugänge betrifft. Das ergibt in Summe eine Mischung, die derzeit fatal ist und wohl der Grund für die Misere ist.

Welche Rolle spielt die aktuelle Serie an Verletzungen?

Eine sehr große. Jens Castorp, gesetzt im defensiven Mittelfeld, fällt nach einer Schulter-OP genauso aus, wie der zu Saisonbeginn formschwache Kleindienst, der wegen einer Knieverletzung im Grunde die gesamte Vorsaison verpasst hatte. Nun muss er wegen eines Muskelfaserrisses erneut pausieren.

Sein Ersatz, Neuzugang Isaac Lidberg, ohnehin sehr blass bisher, droht das Stuttgart-Spiel wegen Muskelproblemen ebenfalls zu verpassen. Ausfallen werden auch der im Abwehrzentrum bisher enttäuschende Ko Itakura (Muskelfaserriss) und Rechtsaußen Franck Honorat (Muskelverletzung).

Herausreden möchte sich Sportdirektor Rouven Schröder mit dieser Ausfall-Flut nicht, gleichwohl sagt er:

Wenn bis zu acht oder neun Spieler fehlen, wird es irgendwann schwierig.

Gladbachs Sportdirektor Rouven Schröder

"Und Fakt ist auch: Wir werden am Freitag für Stuttgart keine fünf Spieler zurückbekommen. In dieser Situation befinden wir uns gerade."

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Wird die Situation nach ihrer Rückkehr schnell besser?

Davon ist nicht unbedingt auszugehen. Mit Normalform unverzichtbare Spieler wie Kleindienst, Castorp oder Itakura müssen zunächst ihren Rhythmus finden. Und unterliegen andererseits dem Druck, sofort funktionieren zu müssen.

Welche Fehler wurden bei der Kaderplanung begangen?

Schröder kam nach der vergangenen Saison zunächst zu der Erkenntnis, dass er mit dem umstrittenen Trainer Eugen Polanski weitermachen wollte. Und er ergänzte den Kader vor allem in der Breite, aber nicht punktuell mit nötigen Soforthilfen. Schröder verpflichtete zudem Spieler für die von Polanski bevorzugte Viererkette. All das verfing nicht, weil Polanski nach einem krassen Fehlstart nicht zu halten war.

Weil sein Nachfolger Alexander Blessin jedoch auf eine Dreierkette setzt. Und weil Schröder nicht auf die durch Abgänge weggebrochenen Achse aus Nico Elvedi (Abwehr), Rocco Reitz, Yannick Engelhardt (beide in der Vorsaison Mittelfeld-Stützen) und Haris Tabakovic (ein Torjäger, der zuletzt 13-mal traf) reagierte.

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Was bedeutet das für den neuen Trainer?

Vor allem viel Arbeit. Bisher hatte der Trainerwechsel keinen Effekt: Blessin verlor seine beiden ersten Spiele jeweils mit 1:2 in Köln und gegen Hoffenheim.

Aber er lebt Führungsstärke vor, kritisiert laut ("Angsthasenfußball") und erhofft sich so, das Team von Außen reanimieren zu können. Weil er spürt, dass dieses Prinzip auf dem Platz nicht funktioniert.

Kann der Klassenerhalt gelingen?

Derzeit verfügt Gladbach über den schwächsten Kader der Liga. Die Spieler befinden sich obendrein in einer Spirale des kontinuierlichen Misslingens. In Stuttgart ist das Team großer Außenseiter. Mit womöglich sieben Pleiten in den ersten sieben Spielen ist die Borussia der erste Abstiegsanwärter.

TV-Kameramann beim Fußballspiel

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Über dieses Thema berichtet das ZDF regelmäßig den Nachrichtensendungen und zudem in dem Beitrag "Gladbach verliert auch Krisengipfel gegen TSG" am 19.10.2026 um 0:00 Uhr.

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