Verhandlungen in Doha:Biden: Einigung im Gaza-Konflikt rückt näher
US-Präsident Biden sieht eine Einigung im Gaza-Konflikt nahe, räumte aber ein, dass die Verhandlungen noch nicht am Ziel sind. Ein Abkommen wird nächste Woche in Kairo erwartet.
Bei den Gesprächen über eine Waffenruhe im Gazastreifen und die Freilassung israelischer Geiseln aus den Händen der Hamas scheint eine Einigung laut US-Präsident Joe Biden zum Greifen nah. Biden sagte am Freitag:
Wir sind näher dran, als wir es jemals waren.
US-Präsident Joe Biden
Er räumte aber ein, dass die Verhandlungen noch nicht am Ziel seien. Die Unterhändler aus den USA, Katar und Ägypten teilten am Freitag mit, sie hätten das Ziel, bei einem weiteren Treffen kommende Woche in Kairo ein Abkommen zu schließen, durch das die Kämpfe zu einem Ende kommen.
Die zweitägige Gesprächsrunde in Doha sei konstruktiv und in einer positiven Atmosphäre verlaufen. In den kommenden Tagen sollen Details der Umsetzung des Waffenruhe-Vorschlags festgezurrt werden.
Friedensplan: Neue Forderungen verzögern Einigung
Beide Seiten hatten dem Ende Mai von US-Präsident Joe Biden vorgestellten Plan zwar im Prinzip zugestimmt. Doch schlug die Hamas dann Anpassungen vor, während Israel Klarstellungen verlangte - mit der Folge, dass die Konfliktparteien einander vorhielten, immerzu neue Forderungen zu stellen, die die jeweils andere Seite nicht akzeptieren könne.
Am Freitag präsentierten die Unterhändler beiden Seiten einen Kompromissvorschlag auf Grundlage des Biden-Plans, der - so die Hoffnung - rasch umgesetzt werden kann. Die verbleibenden Lücken sollen bis zu dem Treffen in Kairo kommende Woche - ein konkreter Termin wurde noch nicht genannt - geschlossen werden.
Drei-Stufen-Plan könnte regionale Spannungen entschärfen
Seit Monaten versuchen Unterhändler den Drei-Stufen-Plan in die Tat umzusetzen. Er sieht eine Freilassung verbliebener Geiseln vor, die die Hamas beim von ihr angeführten Terrorangriff vom 7. Oktober in Israel in den Gazastreifen verschleppte. Im Gegenzug soll es eine Feuerpause, einen Abzug israelischer Truppen aus dem palästinensischen Territorium und eine Freilassung in Israel inhaftierter Palästinenser geben. Bei einigen Details war man sich aber uneins.
Sollte es zu einer Einigung kommen, könnte diese auch dazu beitragen, die Spannungen in der gesamten Region zu verringern. Seit den tödlichen Angriffen vor gut zwei Wochen auf den Hisbollah-Befehlshaber Fuad Schukur in einem Beiruter Vorort und auf den bisherigen politischen Chef der Hamas, Ismail Hanija, in Teheran, die Israel zugeschrieben wurden, hat die Sorge vor Vergeltungsschlägen des Irans und der Hisbollah-Miliz aus dem Libanon dramatisch zugenommen.
In Katars Hauptstadt wird heute über einen Geiseldeal und einen Waffenstillstand in Gaza verhandelt. Sollten die Verhandlungen scheitern, droht ein großer Krieg.
16.08.2024Katz fordert EU-Unterstützung gegen Iran
Parallel zu den Gesprächen in Doha versuchten auch europäische Diplomaten, die Lage zu entschärfen. Der britische Außenminister David Lammy und sein französischer Amtskollege Stéphane Séjourné kamen am Freitag mit dem israelischen Außenminister Israel Katz zusammen. Lammy sagte:
Wir steuern auf 315 Kriegstage zu und es ist jetzt an der Zeit, eine Vereinbarung über die Rückgabe der Geiseln zu treffen, die notwendige Hilfe für den Gazastreifen zu leisten und die Kämpfe einzustellen.
David Lammy, britischer Außenminister
Séjourné erklärte, alle Versuche, die Verhandlungen zu torpedieren, seien inakzeptabel. Er und Lammy hätten eine klare Botschaft an alle Beteiligten gesendet, dass man an einem Scheideweg zwischen Krieg und Frieden stehe.
Katz erklärte, er habe seinen britischen und französischen Amtskollegen mitgeteilt, dass Israel von seinen Verbündeten erwarte, dass sie ihm nicht nur helfen, sich zu verteidigen, sondern sich auch an einem Gegenangriff auf den Iran beteiligen. "Der Iran ist der Kopf der Achse des Bösen, und die freie Welt muss ihn jetzt stoppen, bevor es zu spät ist", schrieb Katz auf X.
X-Beitrag des israelischen Außenministers
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