Israel: Ex-Regierungschefs bilden Wahlbündnis gegen Netanjahu

Ex-Regierungschefs bündeln Kräfte:Bennett und Lapid: Bündnis gegen Netanjahu vor Israel-Wahl

|

In Israel hat sich ein Bündnis gegen Ministerpräsident Netanjahu gebildet, unter anderem mit den Ex-Regierungschefs Bennett und Lapid. Sie wollen ihn bei der nächsten Wahl ablösen.

Israel's former prime ministers Naftali Bennett, Yair Lapid merge parties ahead of elections

Die zwei früheren Ministerpräsidenten Bennett und Lapid wollen Israels Premier Netanjahu herausfordern und schließen sich zu einem Bündnis zusammen. Ziel ist ein Sieg bei der Wahl im Oktober.

27.04.2026 | 0:45 min

In Israel ist ein Wahlbündnis gegen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu entstanden - der daran beteiligte frühere Ministerpräsident Naftali Bennett spricht von einer guten Entscheidung. "Wer wagt, gewinnt", schrieb Bennett auf der Plattform X, nachdem er am Sonntag mit Oppositionsführer Jair Lapid angekündigt hatte, gemeinsam bei der kommenden Wahl anzutreten.

Regulär soll am 27. Oktober ein neues israelisches Parlament gewählt werden. Die Opposition hofft, dann die Koalition von Netanjahu abzulösen.

Zerstrittene Opposition - Bündnis soll Machtkämpfe beenden

Er und sein "Freund" Lapid warteten nicht darauf, dass ihnen der Sieg zufalle, sagte Bennett weiter. Beide hätten stattdessen gemeinsam die Initiative ergriffen.

Eine Frau und ein Kind von hinten bzw. seitlich stehen auf Trümmern und schauen in die weite Ebene.

In Gaza und im Westjordanland scheint Israels Regierung die Politik einer gezielten Vertreibung zu verfolgen. Was das für die Palästinenser bedeutet, zeigt das Beispiel von Tulkarem.

25.02.2026 | 8:01 min

Ihr Bündnis nennt sich "Zusammen". Es soll von dem aus dem national-religiösen Lager stammenden Bennett angeführt werden, dessen Partei derzeit in Meinungsumfragen deutlich besser abschneidet als Lapids Partei Jesch Atid.

Mit dem Schritt würden interne Machtkämpfe im liberalen Lager beendet, hieß es in einer Stellungnahme der beiden. Die Opposition tut sich wegen interner Konflikte häufig schwer, an einem Strang zu ziehen. Die Herausforderung werde deshalb auch sein, die unterschiedlichen Positionen der Oppositionsparteien in Einklang zu bringen, schätzt ZDF-Reporter Timm Kröger ein.Trotz unterschiedlicher Ansichten wollten Lapid und er für das Wohl der israelischen Bevölkerung kämpfen, teilte Bennett mit.

Zentrales Thema für das neue Bündnis soll Bennett zufolge unter anderem auch die Wehrpflicht für ultraorthodoxe Juden in Israel sein. Lapid ist in der politischen Mitte angesiedelt. Er hatte sich in der Vergangenheit auch für eine Zweistaatenlösung ausgesprochen.

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu steht bei einem Presseauftritt vor vier israelischen Flaggen.

Die Hamas überfällt am 7. Oktober 2023 Israel und unter Netanjahus Führung wird zum Gegenschlag ausgeholt – die Folgen für Gaza sind verheerend. Welche Ziele will Benjamin Netanjahu erreichen?

28.09.2025 | 44:08 min

Bennett und Lapid früher in einer Regierungskoalition

Eine Anti-Netanjahu-Koalition der beiden hatte 2021 die Wahl gewonnen. Diese wurde damals von acht Parteien vom rechten bis zum linken Spektrum getragen - darunter war erstmals auch eine arabische. Bennett und Lapid waren damals jeweils eine Zeit lang Ministerpräsidenten. Das Bündnis zerbrach allerdings nach rund anderthalb Jahren wieder.

Bei der darauffolgenden Wahl setzten sich Netanjahu und seine Koalition durch - die am weitesten rechts stehende Regierung der israelischen Geschichte.

Der israelische Ministerpräsident Netanjahu

Von Libanon bis Gaza: Israel ist in mehrere Konflikte und Kriege involviert. Was ist dabei Israels Strategie und welche Parallelen gibt es? Nahost-Experte Jan Busse ordnet die aktuelle Lage ein.

07.04.2026 | 25:05 min

Seit dem Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 auf Israel sind Netanjahus Beliebtheitswerte Umfragen zufolge gesunken. Deshalb ist unklar, ob seine rechtsreligiöse Regierung bei den Wahlen erneut eine Mehrheit erzielen kann. Laut aktuellen Umfragen stehen die Chancen für Netanjahus Koalition derzeit nicht gut.

Netanjahu will erneut als Spitzenkandidat seiner rechten Likud-Partei antreten. Insgesamt war er mit mehreren Unterbrechungen mehr als 18 Jahre lang Regierungschef. "Noch ist es wohl zu früh, um einschätzen zu können, ob die gemeinsame Partei von Naftali Bennet und Jair Lapid, eine Chance hat, nach den Knesset-Wahlen, die für Ende Oktober angesetzt sind, erneut eine Regierung zu formen", analysiert ZDF-Reporter Timm Kröger.  

Quelle: dpa, AFP
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Israel: Wahlbündnis gegen Netanjahu" am 27.04.2026 um 15:18 Uhr.

Netanjahus Nahost-Politik

  1. Israel, Jerusalem: Itamar Ben-Gvir (M), rechtsextremer Polizeiminister von der Partei Otzma Jehudit, und Abgeordnete feiern, nachdem das israelische Parlament in der Knesset einen Gesetzentwurf zur Einführung der Todesstrafe für Terroristen gebilligt hat.
    Interview

    Jurist zu Israels Todesstrafe-Gesetz:"In doppelter Hinsicht eine klare Ungleichbehandlung"

    mit Video13:02

  2. Palästinensische Gebiete, Yatziv: Siedler nehmen an einer Einweihungszeremonie für eine neu legalisierte jüdische Siedlung, Yatziv, angrenzend an die palästinensische Stadt Bayt Sahur im Westjordanland teil.
    Interview

    Nahost-Experte zu Israels Vorgehen:"Schleichende Annexion des Westjordanlands"

    mit Video15:20

  3. Ein palästinensischer Mann aus dem Dorf Burqa geht an einem Zaun vorbei, der mit israelischen Flaggen dekoriert ist

    Auch Deutschland unterzeichnet Erklärung:Zahlreiche Staaten kritisieren Israels Westjordanland-Pläne

    mit Video1:41

  4. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu während eines Staatsbesuchs in den USA. (Archiv)

    Vorwürfe gegen Israels Premier:Netanjahu bittet Präsident Herzog um Begnadigung

    mit Video0:23

Aktuelle Nachrichten zum Nahost-Konflikt