Mehrere Verletzte: Neue Siedlergewalt im besetzten Westjordanland

Mehrere Palästinenser verletzt:Erneut Siedlergewalt im besetzten Westjordanland

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Israelische Siedler haben erneut Dörfer im besetzten Westjordanland angegriffen. Laut Medienberichten wurden Häuser und Fahrzeuge angezündet, mehrere Menschen wurden verletzt.

Rauch steigt von verbrannten Autos auf einem Schrottplatz auf.

Bei Angriffen israelischer Siedler im Westjordanland sind offenbar mindestens zehn Palästinenser verletzt worden. In mehreren Orten soll es zu Ausschreitungen gekommen sein.

23.03.2026 | 0:23 min

Israelische Siedler haben nach Medienberichten aus Palästina und der Nachrichtenagentur AFP erneut Dörfer im besetzten Westjordanland angegriffen. Im Umkreis der palästinensischen Städte Dschenin und Nablus seien Häuser und Fahrzeuge in Brand gesetzt worden.

Es sei erheblicher Sachschaden entstanden. In einem Dorf südlich von Nablus sei das Gebäude des Dorfrats in Brand gesetzt worden. Nach Angaben der palästinensischen Hilfsorganisation Roter Halbmond wurden bei den verschiedenen Vorfällen mindestens sieben Palästinenser verletzt.

Nahostkonflikt - Westjordanland

16.01.2026, Palästinensische Gebiete, Ras Ein al-Auja: Palästinensische Bewohner des Dorfes Ras Ein al-Auja im Westjordanland packen ihre Habseligkeiten zusammen und bereiten sich darauf vor, ihre Häuser zu verlassen, nachdem sie beschlossen haben, vor der zunehmenden Siedlergewalt zu fliehen. Foto: Mahmoud Illean/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Quelle: dpa

Der Palästinenser Hassan al-Subi, dessen Haus in Fandakumija südwestlich von Dschenin zerstört wurde, sagte der Nachrichtenagentur AFP, die etwa 200 Angreifer seien aus der nahegelegenen israelischen Siedlung Homesch gekommen:

Sie haben das Haus direkt vor unseren Augen in Brand gesetzt, indem sie Molotowcocktails durch die Fenster warfen.

Dorfbewohner Hassan al-Subi

15.03.2026, Palästinensische Gebiete, Tammun: Angehörige nehmen Abschied von Ali Khaled Bani Odeh, 37, seiner Frau Waad Othman Bani Odeh, 35, und ihren beiden Kindern, dem fünfjährigen Mohammad und dem siebenjährigen Othman, die von israelischen Sicherheitskräften während einer Armeeoperation in Tammun, Westjordanland, getötet wurden.

Israelische Soldaten haben im besetzten Westjordanland das Feuer auf ein Fahrzeug eröffnet und dabei vier Mitglieder einer palästinensischen Familie getötet.

15.03.2026 | 0:24 min

Israels Armee verurteilt Gewalt - weitere Angriffe gemeldet

Die israelische Armee teilte auf Anfrage mit, in der Nacht zum Sonntag seien Soldaten und Polizeikräfte in mehrere palästinensische Dörfer im Westjordanland entsandt worden, "nachdem Meldungen eingegangen waren, dass israelische Zivilisten Brandstiftungen an Gebäuden und Eigentum begangen sowie Störungen in der Gegend verursacht hatten".

Man verurteile "jegliche Form von Gewalt und werde weiterhin Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit der Bewohner und die öffentliche Ordnung in der Region zu gewährleisten".

Am Nachmittag gab es dann Berichte über weitere Angriffe von Siedlern in einer Ortschaft im nördlichen Westjordanland. Auch hier seien Fahrzeuge und ein Büro in Brand gesetzt worden. Außerdem hätten die Siedler palästinensische Fahrer mit Steinen beworfen. Die Armee äußerte sich zunächst nicht zu den neuen Berichten.

Palästinensische Gebiete, Rujeib: Palästinenser begutachten die Trümmer eines von einem israelischen Bagger zerstörten Hauses in der Stadt Rujeib, östlich der Stadt Nablus

Seit 1967 ist das Westjordanland von Israel besetzt. Dort nehmen die Angriffe israelischer Siedler auf Palästinenser und Christen zu. Es werden Vorwürfe gegen die Behörden laut.

15.07.2025 | 2:49 min

Deutlicher Anstieg der Siedlergewalt seit Gaza-Krieg

Seit Beginn des Gaza-Kriegs vor zweieinhalb Jahren ist es auch im Westjordanland zu einem erheblichen Anstieg von Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser und ihren Besitz gekommen.

Der israelische Generalstabschef Ejal Zamir hatte die Angriffe radikaler Siedler auf Palästinenser in dieser Woche als "moralisch und ethisch inakzeptabel" verurteilt.

Den israelischen Sicherheitskräften wird immer wieder vorgeworfen, sie gingen nicht entschlossen genug gegen das Phänomen vor oder stellten sich sogar auf die Seite der aggressiven Siedler.

Siedler nehmen an einer Einweihungszeremonie für eine neu legalisierte jüdische Siedlung, Yatziv, angrenzend an die palästinensische Stadt Bayt Sahur im Westjordanland teil.Siedler nehmen an einer Einweihungszeremonie für eine neu legalisierte jüdische Siedlung, Yatziv, angrenzend an die palästinensische Stadt Bayt Sahur im Westjordanland teil.

Die israelische Regierung hat einen äußerst umstrittenen Vorschlag gebilligt, der den Erwerb von Boden im Westjordanland durch israelische Siedler erleichtern soll.

16.02.2026 | 1:41 min

Historischer Hintergrund und Streit um das Gebiet

Israel hatte im Sechstagekrieg 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Dort leben heute inmitten von drei Millionen Palästinensern rund 700.000 israelische Siedler.

Die Palästinenser beanspruchen die Gebiete für einen eigenen Staat mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt.

Quelle: dpa, AFP
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 23.03.2026 um 11:48 Uhr im Beitrag "Neue Siedlergewalt im Westjordanland".

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