DFB-Frauen in der WM-Qualifikation:Warum das Spiel gegen Norwegen ein Klassiker ist
von Frank Hellmann
Das WM-Qualifikationsspiel gegen Norwegen wird für die deutsche Fußballnationalmannschaft zum wichtigen Wegweiser. In der Vergangenheit gab es bereits bedeutende Duelle.
Deutschland holt im EM-Finale 2013 gegen Norwegen den achten Titel. Im Bild: Toril Hetland Akerhaugen (Norwegen) mit Lena Lotzen (Deutschland) und Kristine Wigdahl Hegland (Norwegen).
Quelle: imagoEs sind andere, weil ungewohnte Bedingungen, die Deutschlands Fußballerinnen im wegweisenden WM-Qualifikationsspiel gegen Norwegen am Samstag (18 Uhr/live ZDF) in Stavanger vorfinden. "Es wird schon deswegen ein anderes Spiel, weil wir auf Kunstrasen spielen werden, das sind andere Gegebenheiten", warnt Bundestrainer Christian Wück.
Norwegen gehört zu den Top-Nationen und das wird schon eine Aufgabe für uns werden.
Bundestrainer Christian Wück
In der Lyse-Arena mit 16.300 Plätzen wird es Anpassungsfähigkeit und Widerstandskraft brauchen. Aktuell ist der Gegner Zwölfter der FIFA-Weltrangliste, der mit einem mühsamen 1:0 in Österreich in die Qualifikation startete und seit einigen Jahren den Anschluss an die Weltspitze sucht.
Die deutschen Fußballerinnen feiern einen gelungenen Start in die Qualifikation für die WM 2027 in Brasilien. Gegen Slowenien setzen sich die DFB-Frauen souverän durch.
03.03.2026 | 8:07 minDFB Frauen gehen mit Titelanspruch in die WM-Qualifikation
Deutschland ist als Dritter in diesem Ranking hinter Spanien und USA, aber vor Europameister England gelistet - und wirkt in der Entwicklung mindestens einen Schritt weiter. "Wir wollen Titel gewinnen. Dieses Jahr leitet die Reise zur Weltmeisterschaft ein. Wir haben alle unsere Schlüsse aus der EM gezogen, das ist auch vom Trainerteam so zurückgespiegelt worden", sagte Abwehrspielerin Rebecca Knaak.
Und Kapitänin Giulia Gwinn formulierte zuletzt offensiv die Ziele: "Als Mannschaft können wir sehr stolz auf das vergangene Jahr sein. Egal, ob EM oder Nations League. Wir haben alle Hürden als Team gemeinsam gemeistert."
WM-Finale 1995: Norwegen besiegt Deutschland
Nun wartet auf die Gwinn-Generation ein Klassiker des Frauenfußballs. Von insgesamt 42 Duellen konnten die DFB-Frauen immerhin 21 Spiele gewinnen, während Norwegen 14 Siege verbuchen konnte. Der wichtigste Triumph war jener im WM-Finale 1995 gegen die favorisierten Deutschen mit Silvia Neid, Maren Meinert, Heidi Mohr oder Birgit Prinz.
Wasserschlacht in Solna: Maren Meinert (Deutschland) hängt sich gegen Nina Nymark Andersen (links) und Tone Haugen voll rein.
Quelle: imagoDie frühere Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg erinnerte sich an das Endspiel bei Dauerregen im schwedischen Solna einmal so: "Es war eine Wasserschlacht, bei der ein Schuss von Hege Riise zum vorentscheidenden 1:0 reingerutscht ist: Eigentlich war es mehr Wasserball als Fußball, so dass wir unsere spielerischen Qualitäten nicht einbringen konnten."
Unvergessen ist das EM-Finale 2013
Letztmals bei einem großen Turnier begegneten sich die Teams bei der WM 2015 auf Kunstrasen im kanadischen Ottawa. Der Endstand lautete 1:1. Einst war Norwegen die erste Nation, deren Frauen nacheinander Europa- und Weltmeister sowie Olympiasieger (2000) wurden, doch Erfolge machten sich bald rar.
DFB-Spielerin Camilla Küver hat eine besondere Beziehung zu Norwegen. Über ihre Familiengeschichte, Gegner Norwegen und ihre Verletzungen spricht sie mit Claudia Neumann.
05.03.2026 | 1:58 minLetzter Höhepunkt war fraglos die EM 2013, als es wieder in Solna zum finalen Showdown gegen Deutschland (0:1) kam. Doch weil Nadine Angerer gleich zwei Elfmeter parierte, zelebrierte die DFB-Auswahl ihren achten EM-Titel. Bei den nächsten beiden Europameisterschaften war bereits in der Vorrunde für Norwegen Schluss.
Negativer Höhepunkt ein 0:8 (!) gegen Gastgeber England im Seebad Brighton, als Hohn und Spott auf Stars wie Ada Hegerberg und Caroline Graham Hansen herabprasselte. Beide bilden zusammen mit der talentierten Signe Gaupset auch heute noch eine namhafte Sturmreihe - ein Kardinalproblem für unterschiedliche Trainertypen, die veranlagten Einzelspieler zu einer Einheit zu verschweißen.
Norwegen setzt gegen Deutschland auf Ada Hegerberg
Für die WM 2023 übernahm dann Hege Riise vorübergehend als Nationaltrainerin, aber auch Norwegens Legende konnte das Achtelfinalaus gegen Japan (1:3) nicht verhindern. Und bei der EM 2025? Unter der Engländerin Gemma Grainger war Besserung zwar erkennbar, doch das Viertelfinale gegen Italien (1:2) zeigte einmal mehr, was fehlt: Überzeugung in den Schlüsselmomenten.
Torjägerin Hegerberg, die in jener Partie einen Elfmeter vergab, stapfte erneut enttäuscht vom Feld. Die frühere Bundesligastürmerin ist inzwischen 30 Jahre alt - und für viele ein Teil des Problems, weil ihre Ausnahmestellung und ihre Aura für den Rest des Teams oft wie Ballast wirken. Ändert sich das jetzt auf ungewohntem Kunstrasen?
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