WM-Qualifikation gegen Norwegen:Warum das Spiel für Camilla Küver besonders ist
von Frank Hellmann
Deutschlands Nationalspielerin Camilla Küver hat norwegische Wurzeln: Für die talentierte Innenverteidigerin ist das WM-Qualifikationsspiel in Stavanger auch ein Familientreffen.
Camilla Küver hat eine norwegische Mutter und ist zweisprachig aufgewachsen.
Quelle: imagoDie junge Fußballerin Camilla Küver muss gar keinen Hehl daraus machen, wie bedeutsam das nächste Länderspiel für sie ist. Wenn sich Norwegen und Deutschland im wegweisenden WM-Qualifikationsspiel duellieren (Samstag 18 Uhr/ZDF), dann erfährt ihre Familiengeschichte eine besondere Würdigung.
"Meine Mutter ist Norwegerin. Ich habe viel Zeit in meiner Kindheit in Norwegen verbracht, viele Urlaube da genossen und habe auch noch Familie da", erzählte die 22-Jährige.
DFB-Spielerin Camilla Küver hat eine besondere Beziehung zu Norwegen. Über ihre Familiengeschichte, Gegner Norwegen und ihre Verletzungen spricht sie mit Claudia Neumann.
05.03.2026 | 1:58 minDFB Verteidigerin Camilla Küver wuchs zweisprachig auf
Küver ist die einzige bei den DFB-Frauen, die sich nach dem Transfer nach Stavanger auch auf Norwegisch unterhalten kann. Sie sei schließlich zweisprachig aufgewachsen, habe die Sprache aber "mittlerweile ein bisschen verlernt". Geboren ist Küver im hessischen Bad Soden, durchlief in ihrer Zeit beim 1. FFC Frankfurt sämtliche Juniorinnen-Nationalteams. 2023 wechselte die talentierte Abwehrspielerin ablösefrei zum VfL Wolfsburg.
Beim VfL Wolfsburg kommen fünf Mitspielerinnen aus Norwegen, mit denen sie sich gut verstehe. Guro Bergsvand, Thea Bjelde und Justine Kielland werden ihr in der 16.300 Plätze bietenden Lyse-Arena begegnen.
"Gegen Norwegen wird es schon deswegen ein anderes Spiel, weil wir auf Kunstrasen spielen werden. Das sind andere Begebenheiten, darauf müssen wir uns einstellen", warnt Bundestrainer Christian Wück.
Die deutschen Fußballerinnen feiern einen gelungenen Start in die Qualifikation für die WM 2027 in Brasilien. Gegen Slowenien setzen sich die DFB-Frauen souverän durch.
03.03.2026 | 8:07 minWarum Küver bei norwegischen Erfolgen mitfiebert
Küvers Verbundenheit zur Heimat ihrer Mutter hat sich beim letzten sportlichen Großereignis des Winters gezeigt. "Zur Zeit der Winterspiele ist es immer noch mal ein bisschen mehr. Da feiert man die Erfolge gerne mit." Während die Familie ihrer Mutter aus der Nähe von Oslo nicht anreisen werde, kommen ein paar Freunde aus Stavanger ins Stadion.
Beim Kantersieg gegen Slowenien (5:0) bildete die 1,84 Meter große Abwehrspielerin zusammen mit Rebecca Knaak die Innenverteidigung. Wück wollte mal sehen, wie die beiden funktionieren. Immerhin musste mit Janina Minge die stellvertretende Kapitänin auf die Bank. Von der Wertschätzung war Küver selbst ein bisschen überrascht. "Ich bin entspannt und nehme es, wie es kommt", hatte sie zuvor gesagt.
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26.07.2025 | 16:33 minIhr Debüt feierte Küver im Nations-League-Halbfinale gegen Frankreich (1:0) im Herbst vergangenen Jahres. Küver schwang sich beim Einstand auf Anhieb zu einer Stütze auf, die stellungs- und passsicher, zweikampf- und kopfballstark agierte. Das Abspielen der Hymne war ein Gänsehautmoment für sie, zumal die Gedanken aufkamen, dass sie ja fast zwei Jahre ausgefallen war. Ein Kreuzbandriss, zwei Meniskusrisse, eine Sprunggelenksverletzung, dazu immer wieder muskuläre Probleme.
Küver meisterte immer wieder schwierige Phasen
"Während meines Ausfalls habe ich mich immer wieder mit dem Gedanken motiviert, dass ich das erleben möchte. Das hat mich auch in den schwierigsten Phasen gepusht und durch meine Verletzungen getragen", erzählte sie nach ihrem ersten Länderspiel. "Trotzdem gab es sehr harte und schwere Phasen. Es ging nur mit Disziplin und einem starken Willen."
Auch beim Rückspiel in Caen (2:2) und nun bei ihrem dritten Auftritt in Dresden enttäuschte die Newcomerin nicht, die aktuell die Rückennummer drei trägt.
Bleibt die robuste Linksfüßerin verletzungsfrei, dann kann sie zur Konstante für die Nationalelf reifen. Beim VfL Wolfsburg kommt sie in der Bundesliga auf elf Startelfeinsätze, hat 1.050 Minuten gespielt - und auch in der Champions League überzeugt. Bundestrainer Wück gefällt ihr gepflegter Spielaufbau, der perfekt zur deutschen Ausrichtung passt.
Und aufgrund ihres Alters ist Küver natürlich eine, die für die Heim-EM 2029 eine Schlüsselrolle einnehmen möchte. Erst einmal gilt der Fokus aber dem 43. Duell gegen Norwegen, ein Klassiker im Frauenfußball. Und eine besondere Begegnung für Camilla Küver.
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