Champions League: Der BVB sucht im Erfolg nach Zufriedenheit

Champions League:Dortmunds Kampf zwischen Erfolg und Zufriedenheit

von Patrick Brandenburg

|

Weil der BVB national an seine Grenzen stößt, bleibt nur die Champions League als Ort der Sehnsucht. Bei Tottenham Hotspur will die Borussia einen großen Schritt machen.

Cheftrainer Niko Kovac von Borussia Dortmund hebt drei Finger in die Luft während des Fußballspiels gegen FC St. Pauli am 17.01.2026.

Der BVB hat unter Cheftrainer Niko Kovac zwar Erfolg, Kritik gibt es aber an der Spielweise der Borussia.

Quelle: Action Press

Explosion der Gefühle im früheren Westfalenstadion: Gegen den FC St. Pauli war es mal wieder so weit. Beim BVB-Siegtreffer tief in der Nachspielzeit sprühten Funken zwischen Fans und Mannschaft vor der bebenden Südtribüne. Aber nur für den Moment. Dass bei Borussia Dortmund viele Wünsche offen bleiben, würden nicht mal Hardcore-Anhänger bestreiten.

Es ist wie verhext. Schwarz-Gelb spielt in der Bundesliga die beste Hinrunde seit sieben Jahren, hat dort erst eine Niederlage kassiert und nun schon 39 Punkte auf dem Konto. Und doch will keine Zufriedenheit aufkommen. Euphorie schon mal gar nicht angesichts solcher Rumpel-Erfolge wie jüngst über limitierte Kiezkicker.

Die Terzic-Formel funktioniert nicht mehr

"Wie blutleer kann man spielen und trotzdem (fast) immer gewinnen?", ätzte der "Spiegel" schon nach dem Sieg über Werder Bremen. Dortmund ist im Zwischenreich gefangen, in dem sich Fußball nicht allein auf Resultate reduzieren lässt. Nach oben wie nach unten sind kaum Ausreißer möglich. Daher ist die Kritik am BVB-Spiel gerade auch so heftig.

Nikola Vasilj und Emre Can am 17.01.26

Ein spät von Emre Can verwandelter Strafstoß hat Borussia Dortmund gegen den FC St. Pauli drei Punkte beschert. Der BVB verspielte eine 2:0-Führung, durfte aber doch noch jubeln.

19.01.2026 | 9:59 min


"Weniger sexy, mehr Erfolg" - diese Formel des früheren Dortmunder Coachs Edin Terzic funktionierte vielleicht im Mini-Fenster des Bayern-Umbruchs 2023 bis 2024. Unter Nach-Nachfolger Niko Kovac hat es sich längst geschlossen. Mit Pragmatismus und stabiler Abwehr lassen sich neun weiße Westen erobern und ein zweiter Tabellenplatz. Aber auch nicht mehr.

BVB-Profi Julian Brandt erkennt das Problem

Es ist der innere Webfehler der Bundesliga, dass der sportliche Wettbewerb um den Titel grundlegend beschädigt ist. Vor Jahren hätte Dortmunds aktuelle Ausbeute bis in ein Foto-Finish im Saisonfinale getragen. Das hätte spielerische Mängel überdeckt und verhindert, stets "das Haar in der Suppe zu suchen", wie Kovac jüngst im Sky-Interview kritisierte.

In der Ära eines Abo-Meisters Bayern München, der nun wie in Guardiola-Zeiten schon zur Saisonmitte entschwebt ist, reicht eine starke Performance meist "nur" für die Qualifikation zur Champions League.

Wenn die Liga offener wäre und nicht eine Mannschaft im Süden so geisteskrank punkten würde, sähe der Blick auf uns vielleicht besser aus.

Julian Brandt, vermeintlicher Strippenzieher beim BVB

Die B-Note rückt in den Fokus

In der Bundesliga stößt Dortmund ständig an die Decke. Aber auch von unten hält sich der Druck in Grenzen. Fast 700 Millionen Euro Prämie hat der BVB als Stammgast der Champions League in den vergangenen zehn Jahren kassiert. Es muss bei Schwarz-Gelb schon sehr viel schief laufen wie im Vorjahr, um bei diesem Startvorteil das Minimalziel Rang vier zu gefährden.

Niko Kovac - Bolzplatz

Die Skepsis bei seiner Verpflichtung war groß, aber jetzt hat Niko Kovac den BVB in die Champions League und zum besten Bundesliga-Start seit Jahren geführt. Wie hat er das hinbekommen?

16.10.2025 | 13:38 min

Kein Wunder, dass die Diskussion um die so genannte B-Note so krass verläuft. Wenn die übergeordnete Perspektive fehlt, gerät mehr in den Fokus, wie sehr die Borussia stagniert. Aus Fansicht betrifft das nicht nur den unattraktiven Fußball. Weil Eigengewächse nicht mehr zum Zuge kommen und der BVB sich offenbar aus seiner früheren Kernkompetenz als Entwickler spannenderer Top-Talente verabschiedet hat, hakt es bei der Identifikation.

Gegner Tottenham in der Krise

In dieser Gemengelage kommt die Königsklasse für den BVB wie gerufen. Als Ablenkung, Bühne und Ansporn. Abgesehen vom peinlichen Remis gegen Bodö/Glimt hat Dortmund in der Champions League Spektakel geboten. 19 Treffer in sechs Spielen sind Bestwert, nur Titelverteidiger Paris Saint-Germain hält da mit. Mit etwas mehr Konzentration und Glück könnten die Westfalen schon auf Kurs Richtung Achtelfinale sein.

Im Zweikampf gegen Haitam Aleesami wird Dortmunds Julian Brandt weggedrückt und kann den Ball zunächst nicht erlangen.

Borussia Dortmund muss sich im Kampf um den direkten Achtelfinaleinzug mit einem Remis gegen Bodö/Glimt aus Norwegen begnügen. Zwei Tore von Julian Brandt reichen nur zu einem 2:2.

10.12.2025 | 2:57 min

Am vorletzten Spieltag der Vorrunde winkt bei den punktgleichen Tottenham Hotspur der Sprung unter die ersten Acht. Die Gelegenheit scheint günstig: Der Vierzehnte der Premier League befindet sich durch die Heimpleite gegen West Ham endgültig im Krisenmodus. Zuvor waren die Nord-Londoner zuhause gegen Aston Villa aus dem FA Cup geflogen.

Die Zusammenfassungen und Highlights der Champions League finden Sie bei sportstudio.de.

Whatsapp Logo
Quelle: Reuters

Sie wollen über Sport stets auf dem Laufenden bleiben? Dann ist unser sportstudio-WhatsApp-Channel genau das Richtige für Sie. Egal ob morgens zum Kaffee, mittags zum Lunch oder zum Feierabend - erhalten Sie die wichtigsten News direkt auf Ihr Smartphone. Melden Sie sich hier ganz einfach für unseren WhatsApp-Channel an: sportstudio-WhatsApp-Channel.


Über dieses Thema berichtete das gemeinsame morgenmagazin von ARD und ZDF am 19.01.2026 ab 5:30 Uhr. Zudem berichtet das sportstudio Champions League am 21.01.2026 ab 23:00 Uhr.
Thema

Mehr zur Champions League

Champions League - Highlights