Neuer Red Bull-Fußballchef Roger Schmidt:Nagelsmann zu RB Leipzig? "Ganz weit entfernt"
von Ullrich Kroemer
Im aktuellen sportstudio spricht Roger Schmidt über RB-Trainer Demichelis, Spekulationen um Nagelsmann und seine Ziele im neuen "Traumjob" bei Red Bull.
Sehen Sie hier die Sendung "aktuelles sportstudio" vom 10. Oktober 2026 in voller Länge.
10.10.2026 | 83:55 minDer befreiende 6:0-Triumph von RB Leipzig gegen Eintracht Frankfurt war auch für Roger Schmidt der perfekte Einstand. So war der Besuch für den neuen globalen Fußballchef von Red Bull im aktuellen sportstudio des ZDF am Samstagabend bedeutend angenehmer als im Falle einer weiteren Niederlage für die Leipziger. Mit dem Statement-Sieg im Rücken konnte sich Schmidt klar für den kritisierten RB-Trainer Martin Demichelis aussprechen.
Ich habe ja Erfahrung mit argentinischen Spielern und mag deren Mentalität. Sie bringen das gewisse Etwas mit, um Spiele zu gewinnen.
Roger Schmidt, Red Bull-Fußballchef
Diesen Eindruck habe der 59-jährige Schmidt auch bei Demichelis gewonnen: "Er ist total fußballverrückt und er mag diese Art von Fußball. Ich glaube schon, dass er der richtige Trainer in Leipzig ist."
Nagelsmann? "Nicht, dass ich wüsste"
Trotz des hohen Ergebnisses sei der Kantersieg "noch kein perfektes Spiel" gewesen, urteilte Schmidt, "vielleicht ein perfektes Spiel im Umschalten nach Ballgewinn". Doch aufgrund vieler verletzter Stammspieler, später Transfers und der Neuausrichtung nach dem Trainerwechsel sei es nicht einfach gewesen, "eine gewisse Konstanz reinzubringen. Doch mit jedem Spiel und jeder Woche wird die Mannschaft bisschen gefestigter", glaubt Schmidt.
Das mache auch Mut für die kommenden Aufgaben gegen PSV Eindhoven, den FC Bayern und Real Madrid, so der Fußball-Weltenbummler.
Dass das Potenzial da ist, auch bei Bayern und Real guten Fußball zu spielen und um den Sieg zu kämpfen, so viel Zuversicht kann man ruhig haben.
Roger Schmidt, Red Bull-Fußballchef
An den Spekulationen um Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann als mögliche Traineroption bei RB Leipzig sei nichts dran. "Nicht, dass ich wüsste, nicht bei mir", sagte der Ex-Trainer von Bayer Leverkusen. "Wir sind davon ganz weit entfernt. Wir brauchen an allen Standorten - nicht nur in Leipzig - eine gewisse Kontinuität auf der Trainerposition. Jetzt kriegen unsere Trainer die maximale Unterstützung - auch von uns als Global-Team."
Roger Schmidt: "Möchte im Moment kein Trainer sein"
Die neue Aufgabe als Head of Global Soccer beim Energy-Drink-Hersteller sei in Schmidts aktueller Lebensphase "ein Traumjob".
Ich kenne Red Bull aus meinen zwei Jahren in Salzburg und habe das schätzen gelernt. Ich möchte im Moment nicht Trainer sein, nicht täglich auf dem Trainingsplatz sehen, nicht jede Woche ein Spiel haben, aber trotzdem dem Fußball verbunden bleiben.
Roger Schmidt, Red Bull-Fußballchef
Wenn man sowas suche, sei der Job ideal, sagte er.
Schmidt betonte, dass er im Gegensatz zu den übrigen Standorten in Leipzig und Salzburg zwar "nicht die Verantwortung haben" könne, "aber beraten und supporten, so gut es geht. Alle Vereine können ihre Entscheidungen auch selber treffen. Wir kommen dann nochmal obendrauf, sind nicht die Super-Sportdirektoren, sondern versuchen zu helfen, und diese Vereine zu verbinden. Das ist eigentlich die allerwichtigste Aufgabe."
Klopp gratulierte ihm bei WhatsApp
Schmidts Ziel bei Red Bull ist es, "wieder für den Fußball zu stehen, der in den letzten drei, vier Jahren in dieser Konsequenz bisschen verloren gegangen ist." Er wolle damit anfangen, sich einen Vorteil durch das globale Netz zu verschaffen. Der Fußball sei anspruchsvoller geworden - auch Vereine wie Leipzig müssten mithalten, Talente finden und über das Multi-Club-Ownership einen Mehrwert generieren.
Seine wichtigste Aufgabe sei es, den Red Bull-Fußball bei allen Klubs sichtbar zu machen und darauf zu achten, "dass wir eine Identität haben und damit erfolgreich sind".
Übrigens: Eine Übergabe von seinem Vorgänger Jürgen Klopp habe nicht stattgefunden, so Schmidt: "Dafür war das alles bisschen turbulent."
Wir haben uns gegenseitig per WhatsApp zu unseren Jobs gratuliert. Wir sind beide ganz glücklich damit.
Roger Schmidt, Red Bull-Fußballchef