Europapokal-Bilanz:Erneut fünf deutsche Teilnehmer in der Champions League?
von Frank Hellmann
Die deutsche Europapokalbilanz ist besser als gedacht. Die Bundesliga könnte wie vor zwei Jahren am Saisonende mit einem fünften Champions-League-Startplatz belohnt werden.
Harry Kane am Ball.
Quelle: dpaDas wollte Julian Schuster mal klargestellt haben. Nur weil der SC Freiburg durch einen von Altstar Olivier Giroud in der Nachspielzeit verwandelten Elfmeter bei OSC Lille seine erste Niederlage (0:1) in der Europa League kassierte, müsse niemand das Haar in der Suppe suchen, beteuerte der Trainer.
Für den 40-Jährigen war elementar, dass die Breisgauer direkt das Achtelfinale erreicht hatten. Genau wie der FC Bayern in der Champions League oder der FSV Mainz 05 in der Conference League muss der SC Freiburg keinen Umweg über die Playoffs nehmen, betonte Schuster: "Es war das große Ziel, sich direkt zu qualifizieren. Es ist toll, was die Mannschaft in der Ligaphase gezeigt hat."
Bereits auf dem DFL-Neujahrsempfang hatte Ligapräsident Hans-Joachim Watzke die Liga gelobt. Man habe allen Grund, selbstbewusst ins WM-Jahr 2026 blicken. Tatsächlich fällt die Zwischenbilanz besser aus als gedacht. Im aktuellen UEFA-Ranking folgt Deutschland hinter England und knapp hinter Portugal auf Platz drei.
1. England (9 Klubs gestartet/9 Klubs im Wettbewerb) 20,958 Punkte, 2. Portugal (4/5) 16,600, 3. Deutschland (6/7) 16,124, 4. Spanien(6/8) 15,531, 5. Italien (6/7) 15,500, 6. Frankreich (5/7) 13,750
Jede Partie für deutsche Teams entscheidend
Jede Europapokalpartie wird für deutsche Vertreter nun enorm wichtig. Denn: Die beiden punktbesten Verbände nach jeder Saison erhalten in der folgenden Spielzeit einen zusätzlichen Startplatz für die Königsklasse.
Davon profitierte 2024/25 Borussia Dortmund, die zwar 2024 ins Champions-League-Finale gekommen, aber in der Liga nur Fünfter geworden waren. Aktuell liegt der VfB Stuttgart in der Bundesliga auf Platz fünf. Die Schwaben haben selbst dank des Heimsiegs gegen die Young Boys Bern (3:2) die Playoffs der Europa League erreicht.
Eintracht Frankfurt ist die große Enttäuschung
Anders als beim Ausscheiden aus der Champions League rotiert VfB-Coach Sebastian Hoeneß deutlich mehr, um die Belastung besser zu verteilen. Sechs der sieben deutschen Starter sind noch in den drei Wettbewerben vertreten. Konkurrent Spanien hat hingegen mit dem FC Villarreal und Athletic Bilbao in der Champions League zwei Repräsentanten verloren.
Für Eintracht Frankfurt geht eine ernüchternde Champions-League-Saison zu Ende. Auch gegen Tottenham unterlagen die Hessen am Ende verdient.
28.01.2026 | 2:54 minDie Bilanz wird nur getrübt durch Eintracht Frankfurt, die im Europapokal doch so viele Erfolgsgeschichten mitsamt "magischer Nächte" zelebrierten. Vier mickrige Zähler sind eine herbe Enttäuschung für die Hessen. Trotz der anspruchsvollen Kontrahenten in der Königsklasse. Die Benchmark bilden in Europa die Engländer: Fünf Klubs, FC Arsenal, FC Liverpool, Tottenham Hotspur, FC Chelsea und Manchester City schafften es direkt ins Achtelfinale der Champions League.
Der FC Bayern ist ein Kandidat auf den Triumph in der Königsklasse
Deren enorme Kaderbreite ist ein Schlüsselfaktor, um die Terminhatz durchzustehen. Diesbezüglich scheinen die deutschen Klubs besser aufgestellt als in der Vergangenheit. Und der FC Bayern vereint auch in einem eher kleinen Kader durch nachrückende Jungstars wie Lennart Karl so viel Qualität, dass in dieser Saison alles möglich erscheint.
Harmonie pur beim FC Bayern. Als Zweiter der Ligaphase blickt der Titelaspirant gelassen auf die K.o.-Phase der Champions League. Der Gegner könnte Dortmund oder Leverkusen heißen.
29.01.2026 | 2:57 minFür Watzke performen die Bayern in diesem Jahr so gut, "dass wir eine realistische Chance haben, einen Champions-League-Sieger aus der Bundesliga zu stellen." Zuletzt war der Rekordmeister in der Corona-Phase 2020 unter Hansi Flick den Coup, den begehrten Henkelpott zu holen. Von der durch die Pandemie verursachten Krise hat sich die Bundesliga bestens erholt, wie der jüngste DFL-Wirtschaftsreport verriet.
Vom Umsatz ist die Bundesliga die zweite Kraft in Europa
Mit Erlösen von mehr als fünf Milliarden Euro ist die Bundesliga die vom Umsatz zweitstärkste Spielklasse Europas. Während insbesondere englische und französische Topklubs aus Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten oder Saudi-Arabien alimentiert werden, hält Deutschland weiter an der 50+1-Regel fest – und steht im Europapokal trotzdem vergleichsweise gut dar.
Für DFL-Geschäftsführer Marc Lenz werden die Herausforderungen aber nicht weniger. Seine Warnung: Es sei "gerade angesichts der internationalen Dynamik immer schwieriger, die Balance aus sportlicher Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftlicher Stabilität zu wahren". Noch bekommen es die deutschen Klubs halbwegs hin.
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