Nach dem Münchner Remis gegen Mainz:Die Makel und Meilensteine des FC Bayern
von Maik Rosner
Kimmich und Eberl mahnen nach dem 2:2 gegen den Tabellenletzten Mainz Verbesserungen an. Trotzdem bleiben die Münchner klar auf Meisterkurs und jagen sogar den Torrekord.
Überraschung in München: Spitzenreiter FC Bayern hat gegen Schlusslicht Mainz 05 zwei Punkte liegen lassen. Die 05er führten kurz vor Schluss, können mit dem 2:2 aber gut leben.
15.12.2025 | 10:29 minJoshua Kimmich witzelte selbstironisch über sein Eigentor zuletzt gegen Sporting Lissabon. Auch der Sportvorstand des FC Bayern, Max Eberl, war zu Scherzen aufgelegt, als er über seinen ungewohnten Sitznachbarn Thomas Müller sprach. Der ist gerade auf Heimatbesuch und hatte auf der Tribüne offenbar viel aus Vancouver zu erzählen.
"Ich bin im Spiel eher einer, der etwas ruhiger ist", sagte Eberl, "dementsprechend musste ich mich auch ein bisschen adaptieren an die Situation. Aber es war sehr lustig." Er lachte.
Zu 99,9 Prozent Herbstmeister
Trotz der unnötigen Punktverluste im letzten Heimspiel des Jahres durch das mühsame 2:2 gegen den Tabellenletzten Mainz samt Muskelfaserriss bei Torwart Manuel Neuer herrscht recht gute Laune beim FC Bayern. Das lag wohl auch daran, dass die Münchner trotz des überraschenden Unentschiedens ihre Tabellenführung am Sonntagabend sogar ausgebaut hatten.
Bayern München gewinnt nach Rückstand gegen Sporting Lissabon mit 3:1 und kann für das Achtelfinale planen. Glänzen kann einmal mehr Shootingstar Lennart Karl.
10.12.2025 | 2:59 minNeun Punkte und 27 Tore liegen sie nun vor dem Zweiten RB Leipzig, womit sie den Meilenstein Herbstmeister bereits drei Spieltage vor dem Ende der Hinrunde zu 99,9 Prozent erreicht haben.
FC Bayern jagt historischen Torrekord
Sie befinden sich damit voll auf Kurs Meistertitel, weil in mehr als zwei Drittel der Fälle der Erste nach der Hälfte der Saison auch am Ende ganz oben steht. Überbieten könnten sie zudem einen mehr als ein halbes Jahrhundert alten Torrekord. In der Saison 1971/72 hatte der FC Bayern 101 Tore erzielt.
Viele sehen Lennart Karl, Saïd El Mala und Assan Ouédraogo schon bei der WM. Aber können sie die riesigen Erwartungen erfüllen und welche Gefahren bringt der Hype um Spieler in so jungen Jahren?
04.12.2025 | 16:18 minDie aktuelle Münchner Mannschaft von Trainer Vincent Kompany steht nach 14 Spieltagen bereits bei 51 Treffern, noch ein Meilenstein. Für weitere 51 Tore hat sie noch 20 Spieltage Zeit. Hält sie ihren Schnitt von mehr als 3,64 Toren pro Spiel, käme sie am Saisonende sogar auf fast 124 Tore.
Kane ärgert sich über "dummes Tor"
Weil es aber bekanntlich die Defensive ist, die Titel gewinnt, richtete sich bei aller Heiterkeit der Blick der Münchner auf ihre wiederkehrenden Defizite, auf die Rückstände und Gegentore vor allem nach Standards. Als "ein wirklich dummes Tor, das das Momentum verändert hat", bezeichnete Harry Kane das Mainzer 1:1 in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit durch Kacper Potulskis Kopfball nach William Bövings Freistoßflanke.
Er trifft wie am Fließband und ist auf dem Platz überall zu finden. Bayern Münchens Torjäger Harry Kane ist gerade in der Form seines Lebens. Was macht den Engländer so besonders?
30.10.2025 | 16:46 min"Extrem ärgerlich" nannte Eberl dieses Standardgegentor, zumal die Bayern zwischendurch mit mehr als 90 Prozent Ballbesitz dominiert und durch Lennart Karls 1:0 nach einer knappen halben Stunde geführt hatten. Doch statt zügig für ein klares Ergebnis zu sorgen, fingen sich die Bayern nach einem Konter sogar das 1:2 durch Jae-Sung Lees Kopfball. Erst Kanes kurz vor Schluss verwandelter Foulelfmeter rettete ihnen einen Punkt.
Kimmich mahnt und appelliert
Vor allem Kimmich mahnte danach Verbesserungen an. Man müsse die Spiele wieder schneller entscheiden, sie seien "zu lang zu offen in letzter Zeit", befand Kimmich und bemängelte ebenso:
Wir waren sehr oft in Rückstand in den letzten Wochen.
Joshua Kimmich
Tatsächlich lagen die Bayern in den vergangenen acht Spielen sechsmal hinten. Kimmich fordert deshalb, man müsse "besser verteidigen", vor allem bei Standards. Allein in der Liga entstanden sechs der elf Gegentore aus ruhenden Bällen. Kimmich appellierte, den Gegnern gar nicht so viele Standards zu ermöglichen. "Wir müssen auch weniger zulassen", forderte er.
Eberl: "Das darf uns nicht passieren"
Die Appelle zielten vor allem auf die K.o.-Spiele des Frühjahrs im Pokal und in der Champions League, wenn ein Rückstand oder Standardgegentor das Aus bedeuten könnte. "Das darf uns halt auch in Spielen, die später kommen und Entscheidungen haben werden, nicht passieren", warnte Eberl.
Immerhin erkannte er im spät errungenen Ausgleich einen Fortschritt. "Wir hätten in der Vergangenheit die Spiele verloren", befand Eberl. Auch deshalb trübte das Remis die Laune beim FC Bayern nicht nachhaltig.
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