Bodenoffensive im Libanon: Fünf Staaten richten Appell an Israel

Warnung vor Bodenoffensive im Libanon:Deutschland und vier weitere Staaten appellieren an Israel

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Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Kanada warnen vor einer großen israelischen Bodenoffensive im Libanon. Ein solcher Schritt hätte verheerende humanitäre Folgen.

Nach einer Reihe von Luftangriffen auf den Libanon weitet die israelische Armee zusätzlich ihre Bodenoffensive aus.

Die israelische Armee hat ihre Bodenoffensive im Südlibanon ausgeweitet. Die Bundesregierung befürchtet, dass sich die humanitäre Lage dort verschlechtert.

16.03.2026 | 1:36 min

Deutschland und vier weitere westliche Staaten haben Israel zum Verzicht auf eine großangelegte Bodenoffensive im Libanon aufgerufen.

Am Montagabend veröffentlichten die Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Kanadas und Großbritanniens eine gemeinsame Erklärung, die auch dem ZDF vorliegt.

Dort heißt es:

Eine signifikante israelische Bodenoffensive hätte verheerende humanitäre Folgen und könnte zu einem langwierigen Konflikt führen. Dies gilt es abzuwenden.

Merz warnt vor Bodenoffensive

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte bereits bei einer Pressekonferenz in Berlin deutliche Kritik am Vorgehen Israels geäußert und "eindringlich" vor den Folgen einer Bodenoffensive gewarnt, die er als "Fehler" bezeichnete.

Die israelische Armee hatte zuvor einen "gezielten Bodeneinsatz" gegen Stellungen der von Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Südlibanon bekanntgegeben.

Schaltgespräch: Schmiese: Straße von Hormus: Kanzler in "großer Sorge“

Anfangs hatte Kanzler Merz den US-Präsidenten in seinem Iran-Kurs unterstützt - nun drängt Merz auf einen Plan, wie dieser Krieg bald beendet werden kann. Wulf Schmiese berichtet.

13.03.2026 | 2:40 min

Westliche Länder besorgt über Gewalt

"Wir sind zutiefst besorgt über die eskalierende Gewalt in Libanon und rufen Israel und Libanon zu konstruktiven Bemühungen um eine nachhaltige politische Lösung auf", hieß es in der gemeinsamen Stellungnahme der fünf Länder.

Wir unterstützen nachdrücklich Initiativen für Gespräche und fordern dringend eine sofortige Deeskalation.

gemeinsame Erklärung der fünf westlichen Staatschefs

Die Entscheidung der Hisbollah, sich seit Beginn des Iran-Kriegs den Angriffen Teherans auf Israel anzuschließen, gefährde "den Frieden und die Sicherheit in der Region", betonten die westlichen Verbündeten.

Sie verurteilten die Angriffe der Hisbollah auf Israel ebenso wie die Angriffe, die sich gegen die Zivilbevölkerung, medizinisches Personal und die UN-Mission im Libanon richteten. Zudem bekräftigten sie ihre Forderung nach einer Entwaffnung der Hisbollah.

 Ein israelischer Soldat steht vor einem Panzer.

Israels Armee hat nach eigenen Angaben "begrenzte" Bodeneinsätze im Süden des Nachbarlands Libanon begonnen. Die Einsätze richten sich demnach gegen die vom Iran finanzierte Hisbollah-Miliz.

16.03.2026 | 0:25 min

Hisbollah nimmt Norden Israels unter Beschuss

Nach dem Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar hatte die von Iran finanzierte Hisbollah den Norden Israels unter Beschuss genommen.

Die Hisbollah (Arabisch für "Partei Gottes") entstand 1982 als antiisraelische Miliz im libanesischen Bürgerkrieg mit Unterstützung des Iran. Sie wird von vielen westlichen Staaten als Terrororganisation eingestuft. In Deutschland ist sie seit 2020 verboten.

Im Libanon ist die Hisbollah sowohl Miliz als auch eine starke politische und soziale Kraft. Sie nahm Israel wiederholt unter Beschuss und führte zahlreiche Attentate aus, auch international gegen jüdische Einrichtungen.


Seither nimmt die israelische Armee Ziele im Libanon ins Visier, insbesondere in Gebieten, die als Hisbollah-Hochburgen gelten.

Dazu zählen der Süden des Landes, die südlichen Vororte der Hauptstadt Beirut und die ostlibanesische Bekaa-Ebene.

Eine Ruine eines durch Krieg zerstörten Haus

Bei einem israelischen Luftangriff im Süden des Libanon sind laut Behörden mindestens zwölf Mitarbeiter des Gesundheitswesens getötet worden. Israels Armee teilte mit, den Vorfall zu prüfen.

14.03.2026 | 0:20 min

Libanon: Eine Million Menschen vertrieben

Bei den israelischen Angriffen wurden nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums 886 Menschen getötet und mehr als 2.100 weitere verletzt.

Mehr als eine Million Menschen seien seit dem Wiederaufflammen des Konflikts zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon vertrieben worden, erklärten die libanesischen Behörden am Montag.

Iran, Teheran: Das zerstörte Gebäude einer Polizeistation und nahe gelegene Häuser sind nach dem amerikanisch-israelischen Angriff vom Freitag zu sehen.

Israel greift insbesondere die Infrastruktur des iranischen Regimes an. Auch Ziele im Libanon werden bombardiert, immer mehr Menschen verlassen ihre Häuser.

15.03.2026 | 2:38 min

Bereits während des Gaza-Kriegs nach dem Hamas-Großangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 hatte die Hisbollah den Norden Israels unter Beschuss genommen.

Daraufhin verließen in Israel 60.000 Menschen infolge einer Evakuierungsaufforderung der Behörden ihre Häuser.

Quelle: AFP
Über dieses Thema berichteten die heute-Nachrichten am 16.03.2026 ab 19 Uhr.

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