US-Delegation bereitet Abreise vor:US-Vizepräsident Vance: Keine Einigung mit Iran erzielt
Laut US-Vizepräsident JD Vance ist bei den Verhandlungen zwischen den USA und Iran keine Einigung erzielt worden. Zuvor hatten Medien über eine Pause der Gespräche berichtet.
Inmitten der Feuerpause nehmen USA und Iran in Pakistan Friedensgespräche auf. Streitpunkte sind unter anderem das iranische Atomprogramm und die Straße von Hormus.
11.04.2026 | 2:05 minBei den Verhandlungen zwischen den USA und Iran unter Vermittlung Pakistans ist nach den Worten von US-Vizepräsident JD Vance keine Einigung erzielt worden. Man kehre nun in die USA zurück, sagte Vance nach stundenlangen direkten Gesprächen mit dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad.
Es habe mangelnde Fortschritte bei den Gesprächen gegeben und die Führung in Teheran habe die Bedingungen der USA nicht akzeptiert, sagte Vance in Islamabad. Dabei hätten sich die USA äußerst flexibel gezeigt und einen sehr einfachen Vorschlag zur Verständigung vorgelegt, der das beste und endgültige Angebot Washingtons gewesen sei. Die US-Regierung poche auf eine ausdrückliche Bestätigung, dass das Land nicht nach Atomwaffen strebe, erklärt der Vizepräsident weiter. Eine mögliche Fortsetzung ließ Vance unerwähnt.
Iranische Nachrichtenagenturen berichten von "ernsthaften Meinungsverschiedenheiten"
Zuvor hatten die iranischen Nachrichtenagenturen Tasnim, Fars und Irna übereinstimmend in der Nacht berichtet, dass die Verhandlungen am Sonntag fortgesetzt werden sollen.
Dass weiterhin ernsthafte Meinungsverschiedenheiten zwischen den Delegationen bestehen, meldete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf eigene Reporter. Auch die Agentur Fars schrieb, dass beide Seiten ihre Differenzen in der jüngsten Runde nicht beilegen konnten.
Verhandlungen bis tief in die Nacht
Rund 14 Stunden nach Beginn des Treffens in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad war eine direkte Verhandlungsrunde in den frühen Morgenstunden zu Ende gegangen.
Expertenteams sollten den Angaben zufolge nun zunächst weitere Verhandlungstexte austauschen. Aus den USA hieß es von einem hochrangigen Beamten im Weißen Haus zuvor, auch nach 15 Stunden gingen die Gespräche weiter.
Washington erklärt sich zum Sieger in einem abgebrochenen Krieg. Und Präsident Trump hadert weiter mit den NATO-Verbündeten. Das Bündnis steht unter massivem Druck.
09.04.2026 | 2:33 minIrans Medien: Große Differenzen bei den Verhandlungen
Iranische Medien hatten über große Differenzen bei den Verhandlungen mit den USA berichtet. Die Nachrichtenagenturen Tasnim und Fars sprachen von "überzogenen Forderungen" der US-Seite. Konkret wurde die Straße von Hormus als zentraler Streitpunkt genannt. Der Fortschritt der Verhandlungen sei damit aus iranischer Sicht behindert worden.
Die USA haben einen 15-Punkte-Plan vorgelegt. Sie streben seit Jahren danach, das iranische Atom- und Raketenprogramm nachhaltig so weit einzuschränken, dass aus ihrer Sicht von Iran keine Bedrohung mehr ausgeht. Auch fordern sie die dauerhafte Wiederöffnung der Straße von Hormus.
Aus Iran liegt ein 10-Punkte-Plan vor, in dem der Iran die Kontrolle über die für die Weltwirtschaft extrem wichtige Meerenge am Persischen Golf für sich beansprucht und Mautgebühren für die Durchfahrt verlangt. Auch wird eine Aufhebung aller internationalen Sanktionen sowie ein Ende aller Militäreinsätze in der Region gefordert.
Quelle: AFP
Tasnim zufolge besteht die iranische Delegation auf der "Wahrung der militärischen Errungenschaften", eine mögliche Anspielung auf das Raketenprogramm der Islamischen Republik. Den größten Streit soll es beiden Berichten zufolge jedoch bei Fragen rund um die Straße von Hormus geben.
Die Meerenge verbindet den Persischen Golf mit dem Indischen Ozean und damit die großen Ölförderländer der Region mit den Weltmärkten. Der Iran hat die Kontrolle der Seestraße seit Kriegsbeginn an sich gerissen. US-Präsident Donald Trump hatte ihre Öffnung zur Bedingung für die am vergangenen Mittwoch verkündete, zweiwöchige Waffenruhe gemacht.
"Nach einem Friedensschluss", so der Kanzler, sei es vorstellbar, das Deutschland hilft, die Strasse von Hormus zu sichern. Und mit dem Iran suche man das Gespräch.
09.04.2026 | 2:53 min