Freude in Israel: Hamas lässt drei israelische Geiseln frei

Freude in Israel:Hamas lässt drei israelische Geiseln frei

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Im Rahmen des Gaza-Deals wurden die ersten drei israelischen Geiseln freigelassen. Das Militär brachte die drei Frauen zurück nach Israel. Dort trafen sie zuerst ihre Mütter.

Im Rahmen einer Waffenruhe-Vereinbarung sind die ersten drei Geiseln von der Hamas freigelassen worden und nach mehr als 15 Monaten nach Israel zurückgekehrt.

Es handelt sich bei ihnen um die Zivilistinnen Romi Gonen (24), Emily Damari (28) und Doron Steinbrecher (31). Sie wurden im Gazastreifen Vertretern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) übergeben und schließlich vom israelischen Militär nach Israel gebracht.

Drei Frauen mit Müttern vereint

"Die drei Heimkehrerinnen sind gerade am Erstaufnahmezentrum in der Nähe des Gazastreifens eingetroffen und treffen sich jetzt mit ihren Müttern", teilte die Armee am Abend mit. Ein von den Streitkräften im Onlinedienst X veröffentlichtes Foto zeigte die freigelassene Geisel Emily Damari lächelnd neben ihrer Mutter.

Das israelische Militär auf X

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Während der Entführung durch die Hamas hat sie offenbar zwei Finger verloren. Das berichteten mehrere israelische Medien übereinstimmend unter Berufung auf Damaris Familie.

Reichart: Frauen "in guter Verfassung"

Auf Fernsehbildern war zuvor zu sehen, wie die drei Frauen in Gaza in einem Fahrzeug von einer großen Menge umringt wurden. Bewaffnete Hamas-Mitglieder begleiteten sie und drängten die Menschen zurück. Die Geiseln stiegen aus dem Fahrzeug aus und wurden dann an die IKRK-Vertreter übergeben.

Nahostkonflikt - Gaza

Hamas-Kämpfer eskortieren ein Fahrzeug des Roten Kreuzes in Gaza-Stadt, um israelische Geiseln abzuholen, die nach Inkrafttreten eines Waffenstillstandsabkommens freigelassen wurden.

Quelle: dpa

ZDF-Korrespondent Thomas Reichart berichtet von einer "freudig-angespannten" Stimmung in Tel Aviv. Immer mehr Menschen hätten sich auf dem "Platz der Geiseln" versammelt. Die drei Frauen "sollen in einer guten Verfassung sein", sagt Reichart. Nach Krankenhausangaben am Abend ist ihr Gesundheitszustand "stabil". "Ich bin glücklich, mitteilen zu können, dass ihr Zustand stabil ist", sagte Itai Pessach, Arzt am Scheba-Krankenhaus im Zentrum von Israel, vor Journalisten. Damit könnten sich die drei Frauen "auf das Wichtigste konzentrieren ... die Wiedervereinigung mit ihren Familien", fügte er hinzu.

Herzog: "Tag der Freude und des Trostes"

Der israelische Staatspräsident Izchak Herzog sprach von einem "Tag der Freude und des Trostes". Die Frauen seien "so geliebt und vermisst" worden. Herzog sagte nach Angaben seines Büros:

Eine ganze Nation freut sich über eure Rückkehr.

Izchak Herzog, Staatspräsident Israels

Nun beginne eine "herausfordernde Reise der gemeinsamen Genesung und Heilung". "Wir werden nicht ruhen oder schweigen, bis wir alle unsere Schwestern und Brüdern aus der Hölle der Gefangenschaft in Gaza zurückbringen", erklärte er.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sprach ebenfalls von einem "Tag der Freude." Diesem ersten Schritt müssten weitere Folgen. "Alle Geiseln müssen freikommen und es muss rasch mehr humanitäre Hilfe in den Gazastreifen gelangen."

Bundeskanzler Scholz auf X

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Entführt am 7. Oktober

Terroristen hatten die Frauen während des Massakers in Israel am 7. Oktober 2023 verschleppt und seitdem im Gazastreifen festgehalten. Für die drei sollen später rund 90 palästinensische Häftlinge - vor allem Frauen und Minderjährige - aus israelischen Gefängnissen entlassen werden.

Romi Gonen wurde vom Nova-Musikfestival nahe der Grenze zum Gazastreifen entführt und dabei verletzt. Der Vater der 24-Jährigen sagte der Nachrichtenseite ynet vor der Freilassung, die Familie habe mehr als 11.000 Stunden auf diesen Moment gewartet. Die beiden anderen Frauen wurden aus ihren Häusern im Kibbuz Kfar Aza als Geiseln entführt. Emily Damari hat neben der israelischen auch die britische Staatsbürgerschaft. Doron Steinbrecher besitzt zusätzlich die rumänische Staatsangehörigkeit.

Tatort - Israel

Hamas-Terroristen entführen am 7. Oktober 2023 rund 250 Israelis nach Gaza: Freigelassene berichten vom Überleben in Gefangenschaft.

22.11.2024 | 43:20 min

Noch 94 Geiseln im Gazastreifen

Im Gazastreifen werden nun noch 94 aus Israel Verschleppte festgehalten. In den kommenden sechs Wochen, der ersten Phase des Deals, sollen noch 30 weitere Geiseln freigelassen werden. In einer Woche sollen zunächst weitere vier Entführte freikommen. Im Gegenzug war vereinbart worden, dass Israel für die insgesamt 33 Geiseln 1.904 palästinensische Häftlinge aus israelischen Gefängnissen entlässt.

Weitere Schritte geplant

Zuvor war am Vormittag im Gaza-Krieg eine vorübergehende Waffenruhe in Kraft getreten. In den nächsten Wochen wollen Hamas und Israel über weitere Schritte verhandeln. Ziel ist der vollständige Rückzug des israelischen Militärs aus Gaza und die Freilassung der letzten Geiseln. Wird keine Einigung erzielt, könnten die Kämpfe weitergehen.




Der Gaza-Krieg war nach dem Überfall der Hamas und anderer terroristischer Gruppen auf Israel im Oktober 2023 mit rund 1.200 Toten ausgebrochen. Große Teile des von den Palästinensern bewohnten Gazastreifens liegen in Schutt und Asche. Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde kamen mehr als 46.900 Menschen ums Leben. Wie viele davon Zivilisten und wie viele Kämpfer sind, sagt sie nicht.

Im Zuge einer Waffenruhe Ende November 2023 hatte die Hamas 105 Geiseln freigelassen. Im Gegenzug entließ Israel damals 240 palästinensische Häftlinge aus Gefängnissen.

Friedensplan für Gazastreifen
:Liveblog: Aktuelle Nachrichten zum Nahost-Konflikt

Seit dem 10. Oktober herrscht eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas - und hat damit den Krieg in Nahost unterbrochen. Doch die Feuerpause scheint fragil. Die News im Blog.
26.01.2022, Berlin: Die Fahnen von Israel und Deutschland wehen vor dem Abgeordnetenhaus Berlin.
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Quelle: dpa, Reuters, AP, AFP

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