Gaza: Menschen stürmen Lebensmittelverteilung

Verteilung in Gaza gestürmt:Hilfszentrum: Netanjahu räumt Probleme ein

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Viele Menschen in Gaza warteten verzweifelt auf Lebensmittel - dann stürmten sie das Hilfszentrum in Rafah. Israels Premier Netanjahu räumte einen "Kontrollverlust" ein.

Nach dem Ansturm Tausender Menschen auf ein Verteilzentrum für Hilfsgüter im Gazastreifen hat der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu Probleme eingeräumt. "Es gab einen zwischenzeitlichen Kontrollverlust", sagte Netanjahu am Dienstag in einer Rede in Jerusalem und fügte an: "Glücklicherweise haben wir die Lage wieder unter Kontrolle gebracht."

Tausende Menschen stürmen Verteilzentrum

Zur am Montag begonnenen Verteilung von Hilfsgütern durch die kürzlich gegründete Organisation Gaza Humanitarian Foundation (GHF) sagte Netanjahu: "Wir haben mit unseren amerikanischen Freunden einen Plan ausgearbeitet, um kontrollierte Verteilungsstellen einzurichten, an denen ein amerikanisches Unternehmen die Lebensmittel an palästinensische Familien verteilt". Ein hochrangiger Vertreter des israelischen Militärs bezeichnete die Verteilung als "Erfolg".

Zuvor hatten zahreiche Menschen ein Verteilzentrum für Hilfsgüter in Rafah im Süden des Gazastreifens gestürmt. Die GHF erklärte, die Menschenmasse vor dem Zentrum in Rafah sei so groß gewesen, dass die Mitarbeiter der GHF zurückgewichen seien, um einer "kleinen Anzahl von Bewohnern des Gazastreifens" die sichere Entgegennahme von Hilfsgütern zu ermöglichen.

Berichte über Plünderungen

Angesichts einer monatelangen Blockade von Hilfsgütern durch Israel, die erst zuletzt etwas gelockert worden war, sind viele Menschen in dem umkämpften Küstenstreifen in einer verzweifelten Lage. Es gab Berichte von Plünderungen bei dem Sturm auf das Verteilungszentrum.

Hamas ruft zum Boykott der Verteilung auf

Das Hamas-Medienbüro teilte nach dem Vorfall mit, der von Israel initiierte Mechanismus zur Verteilung von Hilfsgütern sei ein "totaler Misserfolg". Das von der Hamas kontrollierte Innenministerium hatte die Einwohner des Gazastreifens zuvor dazu aufgerufen, den neuen Verteilmechanismus zu boykottieren.

Mit der von den USA unterstützten Verteilstrategie will die israelische Regierung nach eigenen Angaben verhindern, dass die Hamas Lieferungen stiehlt und weiterverkauft. UN-Vertreter sagen, Israel habe keine Beweise dafür vorgelegt. Die vier GHF-Verteilungszentren im Süden und im Zentrum des Gazastreifens sollen von US-Sicherheitsfirmen betrieben werden. Israel will so Hilfsorganisationen der UN und anderer internationaler Helfer umgehen.

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