Nach dem 4:5-Spektakel in Paris: Bayerns gemischte Gefühle

Nach dem 4:5-Spektakel in Paris:Bayerns gemischte Gefühle

von Maik Rosner

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Nach dem Torfestival im Halbfinal-Hinspiel bei Titelverteidiger PSG sehen sie beim FC Bayern trotzdem gute Chancen aufs Weiterkommen. Sorgen bereiten aber die vielen Gegentore.

Spieler von Bayern München bedanken sich nach der Partie bei PSG für die Unterstützung der mitgereisten Fans. Manuel Neuer klatscht in die Hände

Spieler von Bayern München bedanken sich nach der Partie bei PSG für die Unterstützung der mitgereisten Fans. Manuel Neuer klatscht in die Hände.

Quelle: Federico Gambarini/dpa

Als Joshua Kimmich sich in die Pariser Nacht verabschiedete, schien der Mittelfeldspieler des FC Bayern München noch immer zu ringen. Nun waren es nicht die Spieler von Paris Saint-Germain, sondern die möglichen Deutungen und das Wechselbad der Gefühle, die ihn nach dem wogenden Spektakel beim Titelverteidiger der Champions League beschäftigten.

Mit 4:5 (2:3) hatten die Münchner das Halbfinal-Hinspiel am lauen Dienstagabend im Pariser Prinzenpark verloren und dabei in der Defensive wie schon zuletzt beim 4:3 gegen Real Madrid zu viel angeboten. Doch trotz der Niederlage und der Hypothek fürs Rückspiel verabschiedete sich Kimmich mit einem eher guten Gefühl gen Bankett.

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Kimmich: "Eigentlich die bessere Mannschaft"

"Man hat viele positive Aspekte, die man mitnimmt, natürlich auch negative, die wir anpassen müssen", sagte Kimmich, "trotzdem geht jeder von uns vom Platz und hat schon das Selbstvertrauen, dass wir Paris schlagen können." Er fügte hinzu:

Ich glaube, das hat auch Paris gemerkt, dass wir eigentlich die bessere Mannschaft waren.

Joshua Kimmich, FC Bayern München

Am kommenden Mittwoch im Rückspiel müssen die Münchner diese Sichtweise in der eigenen Arena mit einem Sieg untermauern, damit es etwas wird mit ihrem Einzug ins Finale am 30. Mai in Budapest. Ein Sieg mit einem Tor Unterschied würde aber nur eine Verlängerung und ein mögliches Elfmeterschießen nach sich ziehen. Für ein Weiterkommen ohne die maximale Zuspitzung wäre ein Sieg mit mindestens zwei Toren Unterschied nötig.

Eberl lobt Comeback-Qualitäten

Zugleich lässt sich erahnen, dass das äußerst knifflig werden könnte gegen diese Pariser Offensive, die nur darauf wartet, blitzschnelle Angriffe vorzutragen gegen die hochstehende Münchner Abwehr. So war es mehrfach geschehen im Hinspiel, nach dem die Bayern wieder einmal auf ihre Comeback-Qualitäten verweisen konnten. Sportvorstand Max Eberl sagte:

Großartig, dass wir von 5:2 auf 5:4 zurückkommen, weil das die Ausgangslage deutlich verbessert.

Max Eberl, Sportvorstand FC Bayern München

"In den letzten Jahren wären wir da wahrscheinlich weggebrochen. Deswegen können wir auch mit einem ordentlichen Gefühl ins Rückspiel gehen", befand Kimmich.

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Kompany empfindet Tribünenplatz als "Katastrophe"

Es war ein Fußballspiel wie ein Abenteuerfilm, ein Feuerwerk, das sich als Offensive total von beiden Mannschaften beschreiben ließ oder als Anarchie mit Ball in ihrer schönsten Form. An hoher Fußballkunst, die oft wirkte wie Actionpainting, konnte sich das Publikum im Stadion und an den Bildschirmen ebenso erfreuen wie an irren Wendungen, herrlichen Toren und einem oft rasend schnellen Geschehen, das sogar jenen Menschen den Atem raubte, die einfach nur zuschauten.

Bayerns Trainer Vincent Kompany empfand es allerdings als "Katastrophe", dass er wegen einer Gelbsperre auf der Tribüne sitzen musste und nicht eingreifen durfte, um seine Mannschaft zu unterstützen.

Diese Erfahrung habe ich nicht genossen.

Vincent Kompany, Trainer FC Bayern München

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Kanes Elfmeter, Olises Ausgleich

Die Bayern waren in Führung gegangen, weil der frühere Frankfurter Willian Pancho mit einer ungestümen Grätsche gegen Luis Díaz jenen Foulelfmeter verursacht hatte, den Harry Kane verwandelte. Paris drehte danach die Partie durch die Tore von Khvicha Kvaratskhelia und João Neves.

Für die Bayern glich Michael Olise nach einem Solo gegen Vier aus, ehe der frühere Dortmunder Ousmane Dembélé Alphonso Davies an die Hand schoss und den umstrittenen Elfmeter verwandelte.

Upamecano und Díaz wahren Finalchance

Als Kvaratskhelia und Dembélé in der zweiten Halbzeit auf 5:2 für PSG erhöhten, schien es um den Münchner Traum vom Triple schon geschehen zu sein. Doch Dayot Upamecano und Díaz brachten die Münchner bis auf ein Tor heran und wahrten eine ordentliche Chance aufs Weiterkommen.

Derart viele Gegentore wie im torreichsten Halbfinale der Geschichte sollten sich im Rückspiel aber besser nicht wiederholen. Sonst könnte dem nächsten Spektakel auch ein Kater folgen.

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Quelle: Reuters

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Über das Thema berichtete sportstudio.de in der Bolzplatz-Sendung am 23.04.2026 um 17:00 Uhr.

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