Brüchige Erfolgs-Ära beendet:Frankfurt und Sportvorstand Krösche gehen getrennte Wege
Es schwelte schon länger im Eintracht-Präsidium, nun ist endgültig Schluss. Sportvorstand Markus Krösche und der Frankfurter Bundesligist gehen ab sofort getrennte Wege.
Der ehemalige Sportvorstand von Eintracht Frankfurt, Markus Krösche, blickt nachdenklich zu Boden.
Quelle: IMAGO / osnapixSportvorstand Markus Krösche ist bei Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt auf eigenen Wunsch freigestellt worden. Das teilte die Eintracht am Sonntagabend mit. Demnach habe der Verein dem Wunsch von Krösche nach einer sofortigen Freistellung entsprochen. Der bis zum 30. Juni 2028 laufende Vertrag besteht angepasst fort.
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17.10.2026 | 83:00 minDer Entscheidung seien "in den vergangenen Wochen gute, offene und vertrauensvolle Gespräche zwischen Markus Krösche und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Mathias Beck über die sportliche Gegenwart und Zukunft von Eintracht Frankfurt und die weitere Zusammenarbeit vorausgegangen", hieß es in einer Mitteilung.
Die Aufgaben von Krösche übernimmt kommissarisch vorerst Axel Hellmann, der zudem vom Vorstandssprecher zum Vorstandsvorsitzenden aufsteigt. Die langfristige Besetzung des Sportressorts werde in den nächsten Wochen entschieden, teilte der Klub weiter mit.
Krösche braucht Veränderung - die SGE neue Impulse
"Die vergangenen Jahre bei Eintracht Frankfurt waren für mich eine außergewöhnliche, intensive und unvergessliche Zeit", wird Krösche zitiert: "In den vergangenen Monaten habe ich mich intensiv mit meiner persönlichen Situation und meiner beruflichen Zukunft beschäftigt. Nach über fünf sehr erfolgreichen, aber auch sehr fordernden Jahren bei diesem großartigen Klub, habe ich seit einiger Zeit das Gefühl entwickelt, dass ich eine Veränderung brauche – und der Eintracht womöglich ein neuer Impuls auch helfen könnte."
Wieso funktionieren manche Transfers nicht? Im sportstudio-Gespräch erklärt Eintracht-Boss Krösche die Wichtigkeit des Faktors "Mensch".
25.03.2026 | 0:47 minKrösche hatte sein Amt bei den Frankfurtern im Sommer 2021 angetreten. Während seiner Amtszeit gewannen die Hessen die Europa League 2022. Der Sportchef stand Anfang der Saison in der Kritik, vor allem die Verpflichtung von Trainer Albert Riera galt als großer Fehler. Auch wurde ihm das schwache Preis-Leistungs-Verhältnis des Kaders in der vergangenen Saison vorgeworfen. Der zähe Transfersommer sorgte ebenso für Unruhe wie ein Immobilienkauf in Kroatien.
Millionentransfers pflastern Krösches Weg
Krösche (zuvor SC Paderborn und RB Leipzig) traf immer wieder sehr gute Transferentscheidungen und avancierte damit zu einem der Topmanager im deutschen Profifußball. Der Manager verkaufte unter anderem Omar Marmoush für 75 Millionen Euro an Manchester City, Hugo Ekitiké für knapp 100 Millionen Euro an den FC Liverpool und Randal Kolo Muani für mehr als 90 Millionen Euro an Paris Saint-Germain. Das Angreifertrio war für einen Bruchteil des Geldes zum Traditionsklub aus Hessen gewechselt.
Der vergangene Transfersommer geriet für Frankfurt aber zur Geduldsprobe. Bis zum Transferschluss feilte die Eintracht an Deals, um Rückkehrer Hütter eine konkurrenzfähige Mannschaft zu stellen. Der junge deutsche Nationalspieler Nathaniel Brown verließ Frankfurt im Sommer für 50 Millionen Euro nach München und wechselte zum FC Bayern. Nach dem sechsten Spieltag ist die Eintracht mit einer durchwachsenen Bilanz von zwei Siegen, zwei Remis und zwei Niederlagen Tabellenelfter.
Mehr Verantwortung für Axel Hellmann
Die Personalentscheidungen bei der Eintracht fielen kurz vor der für Montag angesetzten Mitgliederversammlung. Auf den neuen Vorstandschef Hellmann kommt nun noch mehr Verantwortung zu, womöglich auch in der nächsten Transferphase im Winter.
Durch Hellmanns vorläufige Übernahme der Sportchef-Aufgaben wolle der Klub Entscheidungswege verkürzen und Verantwortlichkeiten klar ordnen, sagte Aufsichtsratschef Beck. Der 55-jährige Hellmann arbeitet schon seit 25 Jahren in verschiedenen Rollen für die Frankfurter. Sein Vertrag läuft noch bis ins Jahr 2031.
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