Gewalt nach Tod von Drogenboss:Sorge um Sicherheitslage in Mexiko vor der WM
In Mexiko hat die Tötung von Drogenboss "El Mencho" eine Welle der Gewalt ausgelöst. Rund 100 Tage vor Fußball-WM gibt es Zweifel an der Sicherheitslage in dem Gastgeberland.
Die Unruhen in Mexiko wegen der Tötung des Drogenbosses "El Mencho" haben mindestens 70 Todesopfer gefordert. In 20 von 32 Bundesstaaten kam es zu Gewaltausbrüchen.
24.02.2026 | 0:27 minAngesichts der eskalierenden Gewalt in Mexiko rund 100 Tage vor dem Beginn der Fußball-WM (11. Juni bis 19. Juli) werden die Zweifel am Co-Gastgeber immer größer.
Mittlerweile steht die Frage im Raum, ob in Mexiko tatsächlich der Ball rollen kann. Der Druck auf den Weltverband FIFA steigt, der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sorgt sich.
Es bleibt zu hoffen, dass sich diese kriegsähnliche Situation schnell entspannt und es nicht zu einer weiteren Eskalation kommt.
Andreas Rettig, DFB-Geschäftsführer
"Meine Gedanken sind bei allen Mexikanerinnen und Mexikanern, die unter den Unruhen leiden", sagte DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig in der Augsburger Allgemeinen. Auf die Frage, ob er Vorfreude auf die Endrunde verspüre, antwortete Rettig: "Wenn ich ehrlich bin, aktuell nicht."
In Mexiko ist nach dem Tod eines mutmaßlichen Kartellchefs die Gewalt eskaliert. Warum führt der Vorfall zu einem derart massiven Gewaltausbruch? Gewaltforscher Jonas von Hoffmann im Gespräch.
24.02.2026 | 6:13 minGewaltwelle nach Tötung von Drogenboss
Die Tötung des Drogenbosses Nemesio "El Mencho" Oseguera Cervantes durch die Armee hat in weiten Teilen Mexikos eine Welle der Gewalt ausgelöst. Mittlerweile hat die Regierung 10.000 Soldaten entsandt, um der Lage Herr zu werden.
Besonders betroffen ist der Bundesstaat Jalisco, in dessen Hauptstadt Guadalajara vier WM-Spiele stattfinden sollen. Schon in einem Monat stehen dort Partien der ausstehenden Play-offs auf dem Programm.
FIFA-Boss Gianni Infantino demonstrierte dennoch Gelassenheit. "Ich bin sehr ruhig", sagte der Schweizer am Dienstagabend der französischen Nachrichtenagentur AFP im kolumbianischen Barranquilla:
Alles läuft sehr gut, alles wird fantastisch sein.
Gianni Infantino, Präsident des Weltfußballverbands FIFA
Soldaten der mexikanischen Armee sind im Einsatz in Puerto Vallarta.
Quelle: AFP13 WM-Spiele in Mexiko geplant
Insgesamt sollen 13 WM-Begegnungen in Mexiko ausgetragen werden, darunter das Eröffnungsspiel zwischen dem Co-Gastgeber und Südafrika in Mexiko-City. Der dritte Spielort ist Monterrey. Zudem wollen mehrere Teams ihr Quartier in Mexiko aufschlagen. Die deutsche Mannschaft wird weder in Mexiko wohnen noch in der Vorrunde Partien dort austragen.
Schon vor Infantinos Kommentaren hatte die FIFA ihre Hoffnung auf eine Beruhigung der Lage bekräftigt. "Bei der FIFA in Mexiko beobachten wir die Lage in Jalisco sehr genau und stehen in ständigem Austausch mit den Behörden", teilte der Weltverband mit.
Die Bundesregierung will den Veranstalter beim Wort nehmen. "Die FIFA muss in Zusammenarbeit mit den Regierungen Kanadas, der USA und Mexikos sicherstellen, dass Fans nicht gefährdet und die Sicherheitsvorgaben durch die Gastgeberländer eingehalten werden", sagte Christoph Ploß (CDU) in seiner Eigenschaft als Tourismuskoordinator der Bundesregierung dem Handelsblatt.
Erstmals nehmen 48 Mannschaften an einer Fußball-WM teil. Heute wurden die Gruppen ausgelost. Das Turnier wird vom 11. Juni bis 19. Juli in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen.
05.12.2025 | 2:31 minMexikos Präsidentin: "Keinerlei Risiko" für Fans
Mexikos Präsidentin betonte, dass die Regierung die Lage unter Kontrolle habe. "Alle Behörden der Republik haben sich koordiniert, alle Kräfte der Bundesregierung, Sicherheitskräfte und Staatsanwaltschaft stehen für jede Situation bereit", sagte Claudia Sheinbaum: "Das Wichtigste ist, dass wir wieder Frieden und Ruhe herstellen."
Sie versicherte, dass für die Fans "keinerlei Risiko" bestehen würde und "alle Sicherheitsvorkehrungen" getroffen würden.
Experten glauben allerdings kaum an Ruhe. Schließlich wurden in der Vergangenheit durch einen Schlag gegen den organisierten Drogenhandel oftmals lange und blutige Machtkämpfe bei den Kartellen ausgelöst. Alleine in Jalisco werden laut offiziellen Zahlen knapp 13.000 Menschen vermisst.
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