Kartell-Gewalt in Mexiko: Diese falschen Bilder kursieren gerade

Faktencheck

Alte und gefälschte Aufnahmen:Gewalt in Mexiko: Diese falschen Bilder kursieren gerade

Autorenfoto Nils Metzger

von Nils Metzger

|

Bilder der Gewalt aus Mexiko verbreiten sich im Netz. Darunter auch Aufnahmen, die falsche Eindrücke zu den Kartellen und Ereignissen vermitteln. Diese Fakes sind im Umlauf.

Propagandavideo CJNG-Kartell

Dieses CJNG-Propagandavideo wird aktuell häufig geteilt. Es ist nicht aktuell, sondern von 2020.

Quelle: Propagandavideo CJNG-Kartell

Die Gewalt zwischen dem Drogenkartell CJNG und Sicherheitskräften erschüttert Mexiko. Nachdem Drogenboss "El Mencho" bei einem Militäreinsatz tödlich verletzt wurde, errichteten bewaffnete Kartellmitglieder Checkpoints oder zündeten Geschäfte an.

Videos in den sozialen Medien zeigten heftige Feuergefechte. Es verbreiten sich aber auch Aufnahmen, die alt sind oder falsche Eindrücke vermitteln. Ein Überblick.

Ein Soldat steht neben einem ausgebrannten Fahrzeug in Cointzio im mexikanischen Bundesstaat Michoacán Wache

Nach dem Tod von Kartellchef "El Mencho" brennen in mehreren mexikanischen Bundesstaaten Fahrzeuge und Geschäfte. Es gibt mindestens 14 Tote.

23.02.2026 | 2:28 min

Am Guadalajara Airport brannte kein Flugzeug

Einige der besonders eindrücklichen Aufnahmen stammen vom internationalen Flughafen von Guadalajara, der zweitgrößten Stadt des Landes. Sie liegt in der Provinz Jalisco, die Schwerpunkt der Militäroperation gegen CJNG ist. Aufnahmen zeigen Reisende und Mitarbeiter, die vor der Gewalt in ein Terminalgebäude fliehen. Diese Aufnahmen, von denen es eine Vielzahl gibt, sind echt.

Menschen fliehen vor der Gewalt in Mexiko

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von X nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von X übertragen. Über den Datenschutz dieses Social Media-Anbieters können Sie sich auf der Seite von X informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.

Gefälscht ist hingegen ein Bild eines brennenden Flugzeugs auf dem Rollfeld von Guadalajara. Einige Details im Bild sind täuschend echt - etwa die Markierungen auf dem Rollfeld oder die Beschriftungen auf den Gepäckwägen. Eine Person, die unmittelbar neben dem brennenden Flugzeug steht, lässt jedoch Zweifel aufkommen - das wäre angesichts der Hitze mehr als lebensbedrohlich.

Fake-Bild von einem Rollfeld in Mexiko

Fake-Bild: Am Flughafen von Guadalajara brannte kein Flugzeug. Hervorgehoben ist die neben dem Flugzeug zu erkennende Person.


Gewissheit schaffen lokale Presseberichte, wonach es keinerlei Flugzeugbrand vor Ort gegeben hat. Das stellte auch die mexikanische Botschaft in den USA in einem Statement klar. Das Bild ist ein Fake.

Dem ZDF sind in einem Beitrag über die Abschiebepraxis von ICE-Agenten in den USA im heute journal am 15. Februar 2026 zwei Fehler unterlaufen: eine Szene stammte aus einem völlig anderen Kontext, die andere Szene war KI-generiert.

Mehr Hintergründe dazu hier:


Einsatzwagen der Spezialeinheiten der Nationalgarde und der Secretaria de Seguridad Ciudadana stehen hintereinander. Bewaffnete Einsatzkräfte auf den Ladeflächen/Dächern der Autos.

Mexikanische Soldaten haben einen der meistgesuchten Drogenbosse des Landes, "El Mencho", getötet. Daraufhin kam es in mehreren Bundesstaaten zu gewalttätigen Ausschreitungen.

23.02.2026 | 0:53 min

Viele Propagandabilder von Kartellen im Umlauf

Bei vielen Aufnahmen, insbesondere solchen, die schwer bewaffnete Kartellmitglieder beim Posieren mit ihrer Ausrüstung zeigen, ist Vorsicht angebracht. Häufig handelt es sich dabei um ältere Aufnahmen, die seit Jahren immer wieder im Zusammenhang mit Drogengewalt verbreitet werden. Urheber sind häufig die Kartelle selbst.

Dieses Video einer schwarz vermummten Spezialeinheit des CJNG-Kartells wird seit 2021 verbreitet:

Kartell-Video von 2021

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von X nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von X übertragen. Über den Datenschutz dieses Social Media-Anbieters können Sie sich auf der Seite von X informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.

Dieses Video eines CJNG-Konvois lässt sich auf X bereits im Jahr 2020 finden:

Kartell-Video von 2020

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von X nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von X übertragen. Über den Datenschutz dieses Social Media-Anbieters können Sie sich auf der Seite von X informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.

Das bedeutet nicht, dass Kartelle wie CJNG gegenwärtig nicht über Waffen oder Fahrzeuge verfügen, wie sie auch Sicherheitskräfte haben. Internetnutzer sollten sich jedoch bewusst machen, dass es sich hier oft nicht um neutrale Presseaufnahmen handelt, sondern um inszenierte Propagandaaufnahmen, die ein bestimmtes Bild von den Kartellen vermitteln sollen.

Ihre Aussagekraft für den aktuellen Konflikt ist begrenzt.

Mexikanische Polizisten.

Ermittler im mexikanischen San Ignacio haben einen tonnenschweren Drogenfund beschlagnahmen können. Darunter waren Hunderte Kilogramm Methamphetamine sowie Fentanyl und Kokain.

23.02.2026 | 0:17 min

Altes Video soll Angst vor Migranten schüren

Einige Kanäle in den sozialen Medien nutzen die Situation in Mexiko, um im Nachbarland USA Unsicherheit zu verbreiten. Über eine Million Aufrufe erhielt etwa ein Video, das eine große Zahl Menschen zeigt, die auf Grenzanlagen entlang der US-mexikanischen Grenze zulaufen.

Dazu schreibt der Account des populistischen Influencers Dom Lucre: "Liberale fordern nun die Öffnung der südlichen Grenze, um Millionen Mexikanern, die angeblich vor den Kartellen fliehen, Sicherheit zu bieten."

Viraler Post mit altem Video

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von X nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von X übertragen. Über den Datenschutz dieses Social Media-Anbieters können Sie sich auf der Seite von X informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.

Das Video ist jedoch alt und aus dem Oktober 2023. Seit Ausbruch der Gewalt gab es keine massiv gestiegene Fluchtbewegung entlang der Grenze zu den USA.

Soldaten der Armee patrouillieren vor dem Nationalpalast vor der täglichen morgendlichen Pressekonferenz der mexikanischen Präsidentin Sheinbaum in Mexiko-Stadt.

Nachdem der mexikanische Drogenboss "El Mencho" bei einem Armeeinsatz getötet wurde, eskaliert die Gewalt bewaffneter Banden.

23.02.2026 | 1:29 min

Mexikanische Botschaft widerspricht rechter Influencerin

Die Trump-nahe Influencerin Laura Loomer sprach in einem Post davon, dass Kartelle gerade US-Bürger als Geiseln nehmen würden. Dafür gibt es zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beitrags keine bestätigten Belege. In den vergangenen Jahren hatte es mehrfach Entführungsfälle von US-Amerikanern in Mexiko gegeben, die auf das Konto verschiedener krimineller Organisationen gingen.

Auch hier widersprach die mexikanische Botschaft. Anders als von Loomer dargestellt, sei die Ausschaltung des Drogenbosses "El Mencho" keine "US-Operation" gewesen. Sie sei von mexikanischen Spezialkräften geplant und ausgeführt worden. US-Behörden hätten im Rahmen bilateraler Kooperation Informationen bereitgestellt.

Richtigstellung der mexikanischen Botschaft

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von X nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von X übertragen. Über den Datenschutz dieses Social Media-Anbieters können Sie sich auf der Seite von X informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.

Das US-Außenministerium hatte CJNG im Februar 2025 zur Terrororganisation erklärt. Die Maga-Bewegung um Donald Trump hat darum ein politisches Interesse daran, die Aktion gegen das Kartell auch als ihren Erfolg darzustellen.

Mehr zur Lage in Mexiko

  1. Polizeibeamte und Angehörige der Armee im Einsatz: Ein Fahrzeug wurde nach dem Tod von "El Mencho" von mutmaßlichen Mitgliedern der organisierten Kriminalität in Brand gesetzt, in Morelia, Mexiko, am 22.02.2026.

    Deutsche Botschaft mahnt zur Vorsicht:Mexiko: Gewaltwelle nach Tod von Drogenboss "El Mencho"

    mit Video0:53

  2. APTOPIX Mexico Protest

    Verletzte und Festnahmen:Proteste der Generation Z in Mexiko-Stadt eskalieren

    mit Video0:18

  3. Ein mexikanischer Sicherheitsbeamter steht Wache vor einem Gefängnis in Villahermmosa.

  4. Archiv: Mitglied einer mexikanischen Bürgerwehr

    Nach Mord an zwei Kindern:Mexiko: Proteste gegen Bandengewalt